Menü öffnen

Solare EnergiewendeEinkommenssteuerpflicht für kleine PV-Anlagen entfällt

Kleine Photovoltaikanlage auf Hausdach
Kleine PV-Anlagen mit einer Leistung von bis zu 10 Kilowatt können von einer Steuerbefreiung profitieren. (Bild: H.C. Neidlein).

Betreiber kleiner Photovoltaikanlagen auf Privathäusern sowie Mini-Blockheizkraftwerke werden von Bürokratie entlastet. Sie müssen Einkünfte aus ihren Anlagen auf Antrag zukünftig nicht mehr bei der Einkommensteuer angeben.

17.06.2021 – Eine entsprechende Steuererleichterung hatte der Bundesrat gefordert. Das Bundesfinanzministerium (BMF) reagierte nun mit der neuen Regelung darauf. Betreiber von Photovoltaikanlagen mit einer Leistung bis zu 10 Kilowatt (kW) und Blockheizkraftwerke (BHKW) mit einer Leistung von bis zu 2,5 kW können die Befreiung von der Einkommenssteuer für Einkünfte aus ihren Anlagen einmalig formlos beim Finanzamt beantragen.

Der Antrag wirkt für die Zukunft sowie rückwirkend auf alle noch offenen Veranlagungszeiträume, sprich für noch nicht rechtskräftig abgeschlossene Steuerjahre. Damit müssen die Anlagenbetreiber auch die Gewinne nicht mehr ermitteln und keine Einnahmeüberschussrechnung mehr ausfüllen und abgeben. Gleichzeitig können jedoch auch Kosten und Abschreibungen nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden.

Regelung greift für Kleinlagen auf Privathäusern

Die Regelung gilt für Anlagen auf Privathäusern, in denen der Betreiber wohnt: genauer für kleine Photovoltaikanlagen auf Ein- oder Zweifamilienhäusern einschließlich Außenanlagen wie Garagen, die ab Anfang 2004 in Betrieb genommen wurden. Entsprechende Voraussetzungen gelten für Mini-BHKWs.

Die Steuerbefreiung gilt allerdings nicht, wenn es eine Nutzungsänderung gibt und das Gebäude nicht mehr zu Wohnzwecken genutzt wird oder die Photovoltaikanlage über eine Leistung von 10 kW vergrößert wird bzw. das BHKW über eine Leistung von 2,5 kW. Der Steuerpflichtige muss dem Finanzamt dies dann schriftlich mitteilen.

Vereinfachung betrifft nicht die Umsatzsteuer

Auch gilt die Steuervereinfachung nicht für die Umsatzsteuer. Daher müssen Anlagenbetreiber, die eine Umsatzsteuerpflicht gewählt haben, weiterhin Umsatzsteuervoranmeldungen sowie Umsatzsteuererklärungen abgeben und für privaten Stromverbrauch aus der Anlage Umsatzsteuer abführen.

Mit der neuen Regelung sollen auch die Finanzämter von unnötiger Bürokratie entlastet werden. Denn mit sinkender Einspeisevergütung stand der bürokratische Aufwand in keinem Verhältnis zu den Erlösen aus dem Betrieb kleiner Solaranlagen sowie von Mini-BHKWs.

Die neue Steuervereinfachung ergibt sich aus einem Schreiben des BMF an die Finanzverwaltung vom 2. Juni. Das Bayerische Landesamt für Steuern stellt auf seiner Webseite weitere Informationen zur Verfügung. hcn


Mehr zum Thema


Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Detlev Bengel 31.07.2021, 13:17:18

Hallo,

Frage: meine Anlage hat einen Wert von 10,56Kw.

Ist diese für die Steuerbefreiung geeignet?

Die Anlage ist 2012 ans Netzgegangen.

Christian Rust 17.08.2021, 13:24:57

+15 Gut

nein du bist über 10 KW

Rainer-Klaus Heinzmann 31.08.2021, 10:56:25

Meine geplante PV-Anlage soll 7 KW leisten, wenn ich mich von der Einkommenssteuer befreien lasse, bekommt ich dann trotzdem die Mehrwertsteuer zurück ?

Martin Klosterkamp 22.09.2021, 18:01:30

Nein. Zitat aus dem Bericht: Gleichzeitig können jedoch auch Kosten und Abschreibungen nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden."

Bernd Rose 01.10.2021, 17:46:32

+3 Gut

Die Umsatzsteuer ist von der Steuerbefreiung nicht betroffen.

Wer zur Umsatzsteuer optiert hat (Kleinunternehmer) wird die Umsatzsteuer weiter abführen müssen - dafür kann er jedoch die Vorsteuer aus der Anschaffung oder späterer Reperaturen/Wartungen abziehen.

Im Zweifel aber einfach den Steuerberater fragen.

Brigitte Lutz 27.09.2021, 20:00:16

meine Solaranlage (7 kW) ist auf meinem Haus aber ich wohne nicht dort. Die Wohnungen sind vermietet. Ist diese dann auch für die Steuerbefreiung geeignet?

Sven Goerigk 01.10.2021, 20:35:38

Meine Solaranlage 2012/5,04kwp fällt unter die Regelung. Was mich interessiert ist, unter welchen Umständen das FA alte Bescheide mit einbeziehen kann. Ich würde gerne ab 2020 die Befreiung der Einkommensteuerpflicht beantragen. Alle alten Einkommensteuer-Bescheide sind aus irgend welchen Gründen in Teilen vorläufig. Die haben aber alle nichts mit der Photovoltaikanlage zu tun. Wie erhalte ich Klarheit, wie viel Jahre das FA die Bescheide ändert?

Außerdem interessiert mich, ob ich in Zukunft bei Reparaturen die MWST. bei der Umsatzmeldung angeben kann.

Inge N 04.10.2021, 12:42:14

Meine Anlage ist 2002 in Betrieb gegangen und knapp 3kw groß. Ist diese für die Steuerbefreiung geeignet?

Masp 09.10.2021, 23:35:28

Ich habe eine Frage die nicht eindeutig im Text beschrieben ist. Habe zwei separate unterschiedliche PV-Anlagen am eigenen Hausdach (Verschiedene Zähler, verschiedene Jahre). Beide jeweils unter 10kWp, allerdings zusammengerechnet darüber. Gilt die Befreiung für eine Anlage?


Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

(wird nicht veröffentlicht)
max 2.000 Zeichen


energiezukunft