Menü öffnen

Forum Solarpraxis vermittelt Aufbruchsstimmung

Auch die Politik diskutierte auf dem 18. Forum Neue Energiewelt 2018 in Berlin. mit. (Foto: © Joschua Katz)
Auch die Politik diskutierte auf dem 18. Forum Neue Energiewelt 2018 in Berlin. mit. (Foto: © Joschua Katz)

Beim 18. Forum Neue Energiewelt beklagen Unternehmen, dass die Sondierungsgespräche an der globalen Realität vorbeigehen. Von einer vollständigen Solarisierung sind in Deutschland erst zehn Prozent geschafft – trotz erheblicher Kostensenkungen.

20.11.2017 – „Wir haben verstanden, dass Strom erneuerbar wird“, sagte Juliane Schulze von Vattenfall Innovation beim Eröffnungsplenum des 18. Forums Neue Energiewelt in Berlin. Mit „wir“ meint sie vielleicht nicht nur Vattenfall selbst, sondern auch die anderen großen Energiekonzerne, die in diesem Jahr auffällig zahlreich vertreten waren. Man habe die Energiewende gewissermaßen verschlafen und versuche nun, mit großen Schritten aufzuholen. Allerdings hat man zurzeit eher das Gefühl, die großen Vier versuchen hinterherhechelnd Schritt zu halten. So zeigte schon das Eröffnungsplenum der diesjährigen Solarkonferenz, dass auf dem Markt eine gewisse Aufbruchsstimmung zu erkennen ist.

Mit Vertretern der drei Bundestagsfraktionen SPD, DIE LINKE und Bündnis90/Die Grünen kam neben der Wirtschaft und Wissenschaft auch die Politik zu Wort. Thema waren hierbei vor allem die Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU, FDP und den Grünen. Julia Verlinden wirkte allerdings etwas “mitgenommen“ von den Verhandlungen der letzten Tage. Angesichts von Äußerungen der FDP zum Stand der Sondierungen habe sich gezeigt, auf welcher Ebene die politische Diskussion zurzeit sei, so Verlinden. Die von FDP-Chef Christian Lindner vertretene Position zum Thema Kohleausstieg mache sie ratlos.

„Bei den Erneuerbaren Energien reden wir nicht mehr über einen Nischenmarkt, sondern über einen Wirtschaftszweig, der das Gesicht der Welt nachhaltig auf den Kopf stellen wird“, sagte dagegen Karl-Heinz Remmers, Vorstand des Veranstalters Solarpraxis, Neue Energiewelt AG. Umso wichtiger sei es deshalb, dass die verschiedenen Branchen der Erneuerbaren Energien viel enger zusammenarbeiten und eine eigene Stimme finden, um die neuen Gegebenheiten korrekt abzubilden und die Klimaziele zu erreichen, so Verlinden.

Weitere Kostensenkungen in Sicht

Bei dem Future Innovation Forum zum Thema Solarisierung wurde dann etwas genauer die Frage unter die Lupe genommen, wie die Potenziale der Kostensenkungen und Innovationen dazu beitragen können, dass die Solarenergie flächendeckend in Deutschland ausgebaut wird. Andreas Henning vom Technologiekonzern Heraeus erwartet in den nächsten fünf Jahren allein in seinem Unternehmen eine weitere Kostensenkung der Solarenergie von etwa 20 Prozent. Für die Beschleunigung der Energiewende fordert er von der Politik daher die Einführung einer CO2-Besteuerung.

Jörg Ebel vom Unternehmen IBC Solar erinnerte hingegen noch einmal daran, dass vom erforderlichen Solaranteil von 400 Gigawatt erst die ersten zehn Prozent geschafft seien. Daher beantwortete er auch die Frage, ob der aktuelle politische Rahmen für eine schnelle Energiewende in Deutschland passt, mit nein. Schließlich reiche ein jährlicher Zubau von nur zwei Gigawatt bei weitem nicht aus.

Energiemarkt 3D

In einer weiteren interessanten Session wurde zudem die Frage diskutiert, wie die Wirtschaft mit den dreidimensionalen Herausforderungen des Energiemarktes umgehen kann und was die 3 D’s Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung für den zukünftigen Energiemarkt bedeuten. Neben Themen wie der Dunkelflaut, der Direktvermarktung von Strom und der Sektorenkopplung ging es hierbei auch um die Möglichkeiten eines CO2-Preises.

Angela Pietroni vom Analyse- und Beratungsdienstleister Energy Brainpool stellte die These auf, dass Klimaschutz nur mit einem „saftigen CO2-Preis“ funktionieren könne. Jedoch müsse dieser international bzw. auf europäischer Ebene eingeführt werden, um die gewünschte Effekte zu ermöglichen. Da der Europäische Emissionshandel aufgrund seiner Ausgestaltung praktisch keinen Effekt hat, sprachen sich mehrere Impulsgeber für die Einführung einer CO2-Steuer aus. Pietroni warnte jedoch davor, das eigentliche Problem durch ein rein nationales Instrument in andere Länder zu verlagern. jk


Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

(wird nicht veröffentlicht)
max 2.000 Zeichen



energiezukunft