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Mehr Solarstrom für die EnergiewendePhotovoltaik-Ausbau geht bundesweit voran

Bürger nutzen die Sonne:  Vor allem der Ausbau von PV-Dachanlagen läuft gut – Mieterstrom liegt im Trend. (Foto: Clemens Weiß)

Solarstrom ist mittlerweile für alle Bundesländer ein Baustein zur Energiewende, auch in nördlichen Regionen – Berlin und Saarland sind gemessen an der Fläche sogar Spitzenreiter. Doch die neu installierte Gesamtleistung reicht längst noch nicht aus.

15.03.2018 – Die im AEE-Portal Föderal Erneuerbar neu veröffentlichten Daten zur Verteilung des Photovoltaik-Ausbaus in den Bundesländern zeigen, dass Solarstrom längst kein Thema mehr nur für den Süden Deutschlands ist, sondern dass mittlerweile alle Bundesländer relevante Ausbauzahlen beisteuern. Rund 1,7 Gigawatt (GW) Solarstromleistung wurden 2017 in der Bundesrepublik neu installiert. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr zwar eine Steigerung um knapp 200 Megawatt (MW) oder rund 12 Prozent, bleibt aber trotzdem deutlich hinter dem von der Bundesregierung angestrebten Zubauvolumen von 2,5 GW zurück – obwohl viele Experten insbesondere angesichts der starken Kostendegression der Photovoltaik (PV) noch ein deutlich ambitionierteres Wachstum fordern.

In absoluten Zahlen sind Bayern und Baden-Württemberg weiter Spitzenreiter beim Zubau, ihr Anteil ist jedoch deutlich geringer als in früheren Jahren. Gemessen an der Landesfläche wurde 2017 die meiste Solarleistung in Berlin und im Saarland installiert. Den drittgrößten Photovoltaik-Ausbau, gemessen an der Landesfläche, erreicht mit Mecklenburg-Vorpommern ein norddeutsches Land, das auch viele Sonnenstunden zählen kann. Die Neuinstallationen verteilen sich inzwischen also deutlich besser über das Land als in früheren Jahren, in denen allein auf Bayern und Baden-Württemberg teilweise mehr als die Hälfte aller neuen Solarstromanlagen entfiel. „Es ist gut, dass der kostengünstige Photovoltaik-Ausbau endlich wieder an Fahrt gewinnt und dass alle Regionen Deutschlands dazu beitragen“, kommentiert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, die neuen Daten. Um die Energiewende zum Erfolg zu führen, brauche es jedoch noch mehr Engagement von Bund und Ländern, um zumindest die im EEG hinterlegten Leistungsziele zu erreichen.

Solarer Mieterstrom vom Dach auf dem Vormarsch

Das anziehende Wachstum der Solarstromleistung ist dabei vor allem von Dachanlagen geprägt: Insgesamt fallen über 70 Prozent des Ausbaus in diese Kategorie, Freiflächenanlagen machen entsprechend nur knapp 30 Prozent aus – wobei dieses Segment zu knapp 90 Prozent durch ausschreibungspflichtige Anlagen mit einer Leistung von mehr als 750 kW bestimmt wird. Vor allem in den Stadtstaaten, wo gar keine Freiflächenanlagen installiert wurden, sowie in Nordrhein-Westfalen  mit 99,6 Prozent und Hessen mit 90,9 Prozent ist der Anteil von Dachanlagen besonders hoch. „In Ballungsräumen bietet die Solarstromnutzung – etwa auch als Mieterstrom in Mehrfamilienhäusern – häufig den einzigen direkten Zugang zu Erneuerbaren Energien“, so Vohrer. „Dieser oft von Privatpersonen betriebene Ausbau ist Bürgerenergie im besten Sinne. Neben den angedachten und notwendigen Sonderausschreibungen für Solar- wie Windenergieanlagen sollte die Politik daher auch die kleinen und mittleren PV-Anlagen im Blick behalten, um die Energie- und Klimaziele zu erreichen.“


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