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StromerzeugungPhotovoltaik deckt mehr als zehn Prozent des Strombedarfs

Solare Dachanlagen in Oberstorf.
Die Bedeutung der Photovoltaik bei der Stromerzeugung in Deutschland nimmt stetig zu. (Foto: Molgreen auf Wikimedia /  CC BY-SA 4.0)

Bis Anfang November produzierten Photovoltaikanlagen in Deutschland mehr Strom als im gesamten Jahr 2019. Ihr Anteil am Energiemix liegt damit bei 11,8 Prozent. Die Politik muss jedoch handeln, um diesen positiven Trend nicht abzuwürgen.

10.11.2020 – Die Energy Charts des Fraunhofer ISE verzeichnen einen neuen Rekord für die Solarenergie. 48,9 Terawattstunden Strom wurden bis Anfang November von Solaranlagen produziert.  Damit ist die Menge der Nettostromerzeugung aus Photovoltaik bereits jetzt höher als für das gesamte Jahr 2019. Rein rechnerisch beträgt der Anteil 11,8 Prozent.

Nach Einschätzung des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) ist die Entwicklung erfreulich, muss jetzt aber unbedingt weiter beschleunigt werden. „Zur Umsetzung der Klimaziele und zur Vermeidung einer Stromerzeugungslücke im Zusammenhang mit dem Atom- und Kohleausstieg müssen wir bis 2025 die installierte Solarstromleistung verdoppeln, bis 2030 sogar verdreifachen“, mahnt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW.

Gerade befindet sich das EEG 2021 im parlamentarischen Verfahren. Es enthält jedoch einige Regelungen, die den Ausbau der Photovoltaik insbesondere auf Gewerbedächern stark einbrechen lassen könnten. Der BSW kritisiert insbesondere den geplanten Systemwechsel bei der Vergabe von Marktprämien hin zu Ausschreibungen, vom Bundeswirtschaftsministerium vorgesehene kostentreibende Anforderungen des Messwesens für Kleinanlagenbetreiber sowie die nicht EU-rechtskonforme Belastung selbst verbrauchter Solarstrommengen mit der EEG-Umlage.

Der Bundesrat hatte in seiner Sitzung am 6. November 2020 über ungewöhnlich viele Änderungsanträge der Fachausschüsse zu befinden. Mit diesen umfangreichen Empfehlungen des Bundesrates muss sich nun der Bundestag befassen. Das Gesetz soll bereits Anfang 2021 in Kraft treten.

Zubau bei Photovoltaik auf Kurs, bei Windenergie nicht

Auch der Zubau von Solaranlagen könnte 2020 höher sein als im Vorjahr. Bis Ende September 2020 wurden rund 3,5 Gigawatt neue Anlagenleistung an das Marktstammdatenregister gemeldet. 2019 betrug der Zubau 3,9 Gigawatt. Der BSW erwartet, dass in diesem Jahr etwa 20 Prozent mehr Solarstromleistung neu ans Netz angeschlossen wird als im Vorjahr. Die Zubau-Mengen der kommenden Jahre werden im Zusammenhang mit der EEG-Novelle ebenfalls hart diskutiert. Branchenverbände und Klimaschutzorganisationen kritisieren die im EEG-Entwurf avisierten Ausbaupfade als viel zu niedrig. Auch der Bundesrat empfiehlt die Ausbaupfade nach oben anzupassen.

Die Windkraft kann keine Rekorde vermelden. Dennoch trägt sie wesentlich zur Stromerzeugung bei. In diesem Jahr kamen bis Anfang November 2020 rund 111,7 Terawattstunden Strom aus Windkraftanlagen. Das entspricht einem Anteil von 27 Prozent an der Nettostromerzeugung. In der Jahresbilanz könnte die Windkraft den Wert von 2019 erreichen. Er betrug 2019 knapp 126 Terrawattsunden.

Was den Zubau betrifft, ist die Windkraft weit abgeschlagen. Seit Jahren sind die Ausschreibungen unterzeichnet. Deshalb werden viel weniger Anlagen gebaut als notwendig. Auch das Schicksal der ausgeförderten Anlagen ist weiterhin ungewiss. Zwar sieht das EEG 2021 eine Übergangsregelung vor, aber für Windkraftanlagen beträgt diese Frist nur ein Jahr und ist damit sehr kurz. Gebraucht werden vor allem klare Regeln für das Repowering alter Anlagen sowie Genehmigungen für neue Standorte. pf


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