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Mit künstlicher IntelligenzSolar-Start-Up könnte Schwerindustrie klimafreundlich machen

Luftbild der Anlage mit Spiegeln am Boden und Turm daneben.
Die Pilotanlage steht im kalifornischen Pasadena. (Foto: © Heliogen)

Eine neue Solartechnologie kann Temperaturen von bis zu 1.000 Grad generieren. Eine gute Nachricht für die Schwerindustrie, die bislang auf die Verfeuerung fossiler Brennstoffe zurückgreifen muss. Der Durchbruch gelang mit künstlicher Intelligenz.

22.11.2019 – Konzentrierte Solarenergie heißt das Verfahren, bei dem Sonnenlicht Mittels mehrerer Spiegel auf ein Solarmodul konzentriert wird. Dafür werden mehrere Spiegel so aufgestellt, dass sie die Reflektion der Sonnenstrahlen auf ein Solarmodul bündeln. Das Verfahren ist nicht neu und innerhalb solarthermischer Prozesse konnten schon Temperaturen von bis zu 565 Grad Celsius generiert werden. Das ist jedoch nicht ausreichend für einige Produktionsprozesse der Schwerindustrie. Die Herstellung von Stahl und Zement etwa benötigt Temperaturen von 1.000 Grad und mehr. Das kalifornische Start-Up Heliogen hat nun eine Methode der konzentrierten Solarenergie entwickelt, die die nötigen Temperaturen für die Schwerindustrie erreicht. Der Durchbruch gelang mit künstlicher Intelligenz, wie unter anderem die Welt und CNN berichten.

Selbstlernende Computer richten die Spiegel je nach Sonnenstand immer wieder neu auf das Solarmodul aus, sodass die Sonnenkraft noch besser gebündelt werden kann und die Solarthermieanlage tatsächlich Temperaturen von über 1.000 Grad generiert. Für die Entwicklung der entsprechenden Computertechnologie arbeitet Heliogen eng mit Techfirmen und dem Massachusetts Institute of Technology, eines der weltweit führenden Universitäten im Tech-Bereich zusammen.

Bill Gates unterstützt das Projekt

Darüber hinaus unterstützen einflussreiche Persönlichkeiten das Start-Up. Der bekannteste von ihnen: Bill Gates. „Heutzutage sind industrielle Prozesse, wie die Herstellung von Zement, Stahl und anderer Materialien für mehr als ein Fünftel der weltweiten Emissionen verantwortlich“, so Gates in einer Pressemittelung des Unternehmens. „Diese Materialien sind überall in unserem Leben zu finden. Doch bislang war uns die Technologie verwehrt, die klimaneutrale und erschwingliche Versionen der Materialien produziert.

Der Durchbruch ist Heliogen nun auf einem Testgelände im kalifornischen Pasadena gelungen. Bill Gross, CEO und Gründer des Start-Ups, macht deutlich, wie wichtig dieser für den Klimaschutz ist. „Wir haben große Schritte in der Entwicklung sauberer Energien für unseren Strommarkt gemacht. Aber Strom ist für weniger als ein Viertel des globalen Energieverbrauchs verantwortlich“, so Gross. Heliogen präsentiere hiermit einen Technologiesprung, der die anderen 75 Prozent des Energiebedarfs adressiert: Der Verbrauch fossiler Brennstoffe in industriellen Prozessen und dem Transport.

Die Forscher arbeiten bereits an einer Weiterentwicklung

Während es nun einerseits darum geht, die Pilotanlage in Pasadena praxistauglich zu machen, forschen die Experten rund um Heliogen schon an einer Weiterentwicklung. Der nächste Schritt sei die Technologie so weiterzuentwickeln, dass Temperaturen von bis zu 1.500 Grad möglich sind. Dann könnte das Start-Up auch CO2 und Wasser spalten und so hundert Prozent fossil freie Brennstoffe wie Wasserstoff und Synthesegas herstellen. mf


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Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Denkender Bürger 22.11.2019, 10:21:26

Was bitte ist das Neue daran?

Solche Ideen und Studien gibt es seit den 70-er Jahren.

Sogar die Sowjetunion hatte diese Idee schon mal - jedenfalls ist uns das in den Schulen der DDR im ESP-Unterricht in den 80-er Jahren schon erzählt worden. Und im DDR-Jugendbuch "Von Sonnengöttern und Maschinen" fand man ebenfalls eine Abhandlung dazu - zumindest in der Aufage von 1988.

Daß diese Technik nun weiter verfeinert wurde und das was damals als Science-Fiction gabt nun in greifbare Nähe gerückt ist, ist klar. Aber etwas wirklich Neues kann ich daran beim besten Willen nicht entdecken.

Mal Wieder Typisch 22.11.2019, 13:28:46

+10 Gut

Lieber Denkender Bürger mit ostzonalem Hintergrund: niemand hat behauptet, dass es etwas grundlegend NEUES ist, es geht darum, dass aus der angeblich schon so alten Idee REALITÄT wird!

Wenn wir weiterhin immer nur an allem Neuen und potentiell Unrealistischen rummeckern, kommen wir auf dem Weg, die Welt zu retten, niemals voran....

Und dass Sie aus heutiger Sicht ernsthaft den ESP-Unterricht und DDR-Jugendbücher als wissenschaftliche Quellen zur Solartechnologie heranziehen, macht bestimmt nicht nur mich fassungslos! E(cht) S(ehr) P(einlich)

Mitarbeiter 1337 25.11.2019, 15:18:42

+7 Gut

Um auf die eigentliche Frage zurück zu kommen, das Neue daran ist, dass durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz ein deutlicher Anstieg der Temperatur erreicht wird. Vorher waren Temperaturen bis zu 565 °C möglich, das Start-Up schafft anscheinend um die 1000 °C, die für die Schwerindustrie benötigt werden. Ich erkenne beim Lesen des Artikels einen Anstieg der Temperatur auf 177% der vorherigen Umsetzung und damit verbunden einen Zugang zu einem Industriezweig der vorher nicht möglich war.

Denkender Bürger 22.11.2019, 14:36:49

@ mal wieder typisch

 

An der Sache ansich hat doch niemand gemeckert.

Aber ein Hinweis darauf, daß es die Idee seit ca. 40 Jahren (vielleicht sogar noch länger) gibt und die schon vor 30 Jahren wissenschaftlich behandelt wurde, wird doch wohl mal erlaubt sein.

 

Und weil wir nun schon mal bei Thema sind:

Die Idee vom Elektro-Auto hatte Ferdiand Porsche auch schon vor über 100 Jahren und seinerzeit sogar schon einige Funktionsmuster gebaut. Da muß sich heute keiner was drauf einbilden ...

FGWW 23.11.2019, 20:23:26

Sg. Denkender Bürger. Dr. Ferdinand Porsche hat nicht nur einige Funktionsmuster gebaut, sondern mit der Fa. Lohner erfolgreich Fahrzeuge mit Radnabenmotor. Ohne diesen Elektro-Radnaben Antrieb wäre es der KK Armee /Artillerie kaum möglich gewesen, ihre schwere Artillerie im WI zum Einsatz zu bringen. Die "Großdeutsche Wehrmacht" nutzte diese Fahrzeuge noch im W2 für die schwere Artillerie.

 

Nichts für ungut, denken ist wichtig, lesen nützlich.

Denkender Bürger 24.11.2019, 21:14:38

+7 Gut

Soweit wollte ich nicht in Details schwelgen, um die Leserschaft nicht zu langweilen.

Günther Müller 24.11.2019, 11:43:34

An Denkender Bürger:

Ich kann immer noch nicht den Hintergrund Ihrer Kommentare entdecken.

Was möchten Sie überhaupt?

Was möchten Sie mit den Kommentaren erreichen?

(Bei den meisten Themen fehlt Ihnen das Fachwissen)

Tilo 55 24.11.2019, 12:07:34

+7 Gut

An die "neunmal klugen Wessies":

Wissen Sie

1. - bei welchen Temperaturen Stahl flüssig und verarbeitet wird?

2. - wieviel Wasser ( in der Wüste ) verbraucht wird um die Spiegel immer sauber zu halten, ansonsten sinkt die Temperatur sehr schnell ab? (Beispiele: Kraftwerke in der Sahara mit Solarspiegeln)

3. - die erreichbaren Temperaturen sind das Eine, sie aber in das Stahlwerk an den benötigten Ofen (Siemens-Martin, oder E-Ofen zu bringen sind etwas ganz Anderes.

Speziell an Herrn "Mal Wieder Typisch" gewandt: Vielleicht, aber nur vielleicht hätte Ihnen und manch anderem "Wessi" der ESP zu etwas mehr Allgemeinbildung verholfen, besonders auf das Schul- und Bildungssystem in der ex-DDR

Denkender Bürger 24.11.2019, 21:30:24

+7 Gut

Mal so ganz nebenbei:

Wie kommen Sie zu der Unterstellung, mir würde ds Fachwisen fehlen?

Weil ich nicht zu jeder These, die irgendwer in die Welt gesetzt hat ja und amen sage, sondern diese kritisch hinterfrage?

Entwicklung besteht aus These, Widerspruch und Weiterentwiklung der These.

Wenn das nicht mehr gelten soll, können wir gleich die gesamte Dialektik der Entwicklung begraben!

Denkender Bürger 24.11.2019, 22:09:12

+7 Gut

Und vor allem möchte ich mit meinen Kommentaren eines erreichen:

Das sich die Menschheit jetzt mit kurzichtigen Schnellschüssen in eine Sackgasse ohne Ausweg manövriert und dann möglicherweise von Schadstoff-Regen in die Öko-Traufe kommt.

Damit wäre nämlich niemandem geholfen - der Umwelt am allerwenigsten!

Mal Wieder Typisch 26.11.2019, 20:56:47

@ Thilo 55

Erklären Sie doch bitte mir und allen anderen interessierten Lesern einmal den logischen Zusammenhang zwischen dem Unterricht über die "Einführung in die Sozialistische Produktion" und der Allgemeinbildung.

Und warum gehen Sie eigentlich davon aus, dass hier nur "Herren" ihre Meinung sagen?

Tilo 55 01.12.2019, 16:41:51

@ Mal Wieder Typisch (männlich/divers/weiblich) oder andere Interessierte:

Der ESP - Unterricht wurde zum Teil als Schul-Unterricht und ein Teil in Betrieben (in der Praxis und ohne Normvorgaben) durchgeführt. (Es war keine Kinderarbeit, sondern es hat Spaß bereitet von den Facharbeitern zu lernen)

Besonders durch diese Kombination erhielten wir (Schüler) bereits Einblicke in die verschiedenen Produktionsweisen

und konnten schon früher erkennen, welche Berufe für man für sich selbst bevorzugen sollte oder wollte. Um es noch einmal kurz zu sagen: ich bin überzeugt, daß das DDR Schulsystem systematischer und praxisnäher aufgebaut war und die Lehrmittel (Schulbücher und Fachbücher) das wissen sehr gut vermittelt haben. Nicht ohne Grund kauften viele westdeutsche ihre Fachbücher im "Osten" ein.


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