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Sonniger AprilSolarenergie erreicht Rekorderzeugung

Solaranlage von oben (Foto: Andreas Gücklhorn on Unsplash)

Im April haben Solaranlagen in Deutschland knapp 7 Mrd. Kilowattstunden Strom erzeugt. Ein Rekordwert, der nicht nur durch das besonders sonnige Frühlingswetter erreicht wurde. Zukünftig ist diese positive Entwicklung durch den Solardeckel gefährdet.

06.05.2020 – Der April macht was er will. Normalerweise ist dieser Monat von unbeständigem und ungemütlichen Wetter geprägt - nicht jedoch im Jahr 2020. Seit Messbeginn gab es noch nie einen sonnigeren April in Deutschland als in diesem Jahr. Das verkündete kürzlich der Deutsche Wetterdienst. Mit rund 294 Sonnenstunden war die solare Ausbeute in diesem Monat fast doppelt so hoch wie üblich.

Da ist es auch nicht verwunderlich, dass die Solarstromerzeugung hierzulande Rekordwerte erzielt hat. Mit 6,9 Milliarden Kilowattstunden (kWh) haben PV-Anlagen so viel Strom erzeugt, wie noch nie zuvor in einem Monat April. Das geht aus Zahlen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor.

Im vergangenen Jahr belief sich die Erzeugung zur gleichen Zeit auf 5,6 Mrd. kWh. Selbst im Hochsommermonat Juli waren es lediglich 6,3 Mrd. kWh. Nur im Juni 2019 wurde mit knapp 7,1 Mrd. kWh mehr Solarstrom erzeugt.

Trotz der COVID-19-Pandemie blieb der Photovoltaik-Zubau in den letzten Monaten ziemlich stabil. Im ersten Quartal wurden Anlagen mit einer Gesamtleistung von fast 1,1 GW angeschlossen – knapp 368 Megawatt davon im März. Dieser positive Trend läuft nun jedoch Gefahr, durch die Deckelung des weiteren Ausbaus ausgebremst zu werden.

„Damit wir Sonnenenergie in Zukunft noch besser für die Stromerzeugung nutzen können, muss der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen weiter vorangetrieben werden. Die CO2-freie Stromproduktion muss angesichts der immer sichtbarer werdenden Folgen des Klimawandels deutlich beschleunigt werden“, sagt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

52-Gigawatt-Deckel bremst PV-Ausbau aus

Hinderlich sei hierbei nach wie vor der 52-Gigawatt-Deckel für die PV-Förderung. Sobald dieser Wert bei der installierten Erzeugung erreicht werde, ende in der derzeit geltenden EEG-Fassung der Förderanspruch für alle kleinen und mittleren PV-Anlagen. Und das könnte schon demnächst der Fall sein. Bereits im März betrug die insgesamt installierte Leistung mehr als 50 GW. Im Sommer erwarten Experten demnach ein Erreichen des Deckels.

„Voraussetzung für den weiterhin erfolgreichen Ausbau der Solarenergie in Deutschland ist, dass der 52-GW-Deckel nun endlich abgeschafft wird. Gerade mit Blick auf die aufziehende Wirtschaftskrise braucht es kurzfristig wirksame industriepolitische Impulse“, sagt Andreae.

Gerade die Solarbanche könne in der Corona-Krise Beschäftigung sichern und die Konjunktur stärken. „Dies wird durch die aktuelle Politik jedoch aktiv verhindert und der Verlust weiterer zukunftsfähiger Arbeitsplätze riskiert“, so Michael Powalla, Vorstandsmitglied des ZSW.

Swiss made

Mit positivem Beispiel geht derzeit die Schweiz voran. Um den Photovoltaik-Markt vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu schützen, soll die finanzielle Unterstützung durch Preisnachlässe bei einem Förderprogramm erhöht werden. In den letzten Jahren ist die installierte Gesamtleistung in der Schweiz beständig angestiegen.

Da die Zahl der Anträge für das Programm seit dem Ausbruch der Pandemie eingebrochen ist, sollen die Mittel nun deutlich aufgestockt werden. Man wolle dadurch die Bedenken in der Bevölkerung zerstreuen und die garantierte Deckung von Investitionskosten aufrechterhalten. jk


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Kommentare

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Denkender Bürger 07.05.2020, 21:31:27

Ohne entsprechende Energie-Speicher ist das so und so für die Katz - weil PV-Anlagen nun mal nicht grundlastfest sind und man entsprechende Energiespeicher braucht, um Dunkelzeiten überbrücken zu können.


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