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Erneuerbare Energien vor Ort nutzenSolarstromspeicher auf dem Weg zur Wirtschaftlichkeit

Solarstrom selbst nutzen – das wird in Zukunft immer wirtschaftlicher. Zu sehen ist ein kleines Haus mit Solardach in Schneelandschaft. (Foto: Nicole Allé)
Solarstrom selbst nutzen – das wird in Zukunft immer wirtschaftlicher. (Foto: Nicole Allé)

Für Gebäudeeigentümer ist Strom aus der PV-Anlage vom eigenen Dach deutlich günstiger als Strom aus dem Netz. Die für den Eigenstromverbrauch benötigten Speicher werden immer günstiger im Erwerb, die Wirtschaftlichkeit solcher Systeme rückt näher – auch im Hinblick auf ein Ende der EEG-Vergütung.

24.08.2018 – Meist sei diese Wirtschaftlichkeit noch nicht erreicht, weist das Solar Cluster Baden-Württemberg in seinem Speichermonitoring-Bericht hin – doch die Richtung stimme schon: Im Jahr 2017 sind demnach die Durchschnittskosten der Speichersysteme inklusive Installation von 1.550 Euro pro Kilowattstunde Speicherinhalt auf rund 1.300 Euro gesunken. Inzwischen gebe es bereits qualitativ hochwertige Systeme für 1.100 Euro pro Kilowattstunde. Die Wirtschaftlichkeitsgrenze liegt bei rund 800 Euro – falls die Lebensdauer der Speicher 20 Jahre beträgt. Sinkt die Lebensdauer, sinke entsprechend auch die Wirtschaftlichkeitsgrenze. Verbraucher sollten daher bei den Speicherherstellern genau nachfragen rät Franz Pöter vom Solar Cluster.

Strom aus einer neuen Photovoltaikanlage auf dem Hausdach kostet die Eigentümer derzeit 9 bis 11 Cent pro erzeugte Kilowattstunde. Das ist nur noch rund ein Drittel dessen, was sie beim Energieversorger zahlen müssen. „Es rechnet sich daher, möglichst wenig Strom für 25 Cent netto pro Kilowattstunde aus dem Netz zu beziehen und möglichst viel Solarstrom zum Betrieb der elektrischen Geräte im Haus zu verwenden“, sagt Pöter. Ohne Speicher lässt sich jedoch selten mehr als 30 Prozent selbst nutzen. Mit einer Batterie kämen die Eigentümer dagegen auf 50 bis 60 Prozent.

Höhere Werte sind möglich, wenn der Strombedarf für eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto ebenfalls mit Solarstrom gedeckt wird. Die tatsächlichen Zahlenwerte hängen jedoch stark vom Verhältnis der Jahreserzeugung an Solarstrom und dem Jahresstrombedarf im Haushalt ab, sowie vom Profil des Strombedarfs über Tag und vom Energieinhalt des verwendeten Speichers.

In der Vergangenheit waren die Kosten für die Batteriespeicher deutlich zu hoch, um sie auch nur annähernd kostendeckend betreiben zu können, so die Experten. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hätten sich die Kosten jedoch halbiert, haben die Wissenschaftler der RWTH Aachen im Rahmen des Speichermonitorings errechnet. Im Durchschnitt der im Bericht angegebenen Preise habe der Preisrutsch trotz Bundes- oder Landesförderung aber noch nicht dazu geführt, dass sich die Solarspeicher für Hauseigentümer finanziell rechnen. Dafür müssen die Kosten noch etwas weiter sinken.

Interesse an Eigenversorgung ist groß

85.000 Speicher waren Ende 2017 installiert – doppelt so viel wie noch Anfang 2016, so die RWTH. Rund ein Drittel davon wurde laut Bericht von der Förderbank KfW finanziell bezuschusst.. „Etwa jede zweite neue Photovoltaikanlage wird inzwischen zusammen mit einem Speicher installiert“, sagt Jan Figgener von der RWTH. „Für den Gesamtmarkt erwarten wir auch 2018 ein Wachstum. Die Anteile an KfW-geförderten Speichersystemen sind dabei jedoch rückläufig. Dies spricht für ein erfolgreiches Marktanreizprogramm, mit dessen Ende der Markt nun auf eigenen Beinen steht.“

Das Ende der EEG-Vergütung macht die Speichernutzung noch interessanterNach 2021 werden die ersten Solaranlagen aus der EEG-Vergütung fallen. Da ihre hohe Einspeisevergütung von 2001 ab diesem Zeitpunkt wegfällt und die dann abgeschriebenen Anlagen nur noch Betriebs-, Wartungs- und Reparaturkosten von 2 bis 4 Cent pro Kilowattstunde aufweisen, bieten sich künftig, je nach Preisentwicklung der Speicher, Eigenverbrauch und Speicherung an. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 1,6 Millionen Photovoltaikanlagen. Sie alle werden früher oder später aus der EEG-Vergütung fallen, was die Eigentümer dazu bewegen wird, über die Installation von Batterien zur Erhöhung des Eigenverbrauchs nachzudenken.

Faktoren zur Amortisation beachten

Für die Amortisation eines Speichers ist entscheidend, wie oft Hauseigentümer über die Lebensdauer seine Speicherkapazität nutzen können und damit zusätzlichen Solarstrom statt Strom aus dem Netz verbrauchen. „Für gut ausgelegte Systeme im Haus kann der Speicher 200 bis 250 Mal im Jahr vollständig geladen und entladen werden“, sagt Franz Pöter vom Solar Cluster. „Multipliziert man diesen Wert mit der Lebensdauer in Jahren und dem Energieinhalt in Kilowattstunden, so ergibt sich der zusätzlich selbst genutzte Solarstrom.“ Ersetzt dieser Solarstrom, der ohne Speicher ins Netz eingespeist und derzeit mit 12 Cent pro Kilowattstunde vergütet worden wäre, den Bezug von Netzstrom zu 25 Cent pro Kilowattstunde (netto), so ergibt sich ein „Verdienst“ durch den Speicher von 13 Cent je Kilowattstunde (netto).

Bei einer Lebensdauer von 10 Jahren und 250 Zyklen im Jahr würden pro Kilowattstunde Energieinhalt 2.500 Mal 13 Cent pro Kilowattstunde und damit 325 Euro Stromkosten gespart. Zieht man die Verluste im Speicher ab, so reduziere sich der Wert nochmal um 10 bis 25 Prozent. Rechnet man eine moderate Strompreissteigerung von 2 Prozent pro Jahr mit ein, so der Bericht, komme man auf rund 400 Euro. Hält der Speicher 20 Jahre, erhöht sich die Wirtschaftlichkeitsgrenze auf rund 800 Euro pro Kilowattstunde Energieinhalt. Abhängig von der erwarteten beziehungsweise vom Hersteller garantierten Lebensdauer seien Speicher mit Kosten unterhalb der genannten Grenzen folglich wirtschaftlich, so ein Fazit des Monitorings.

Speicher mit Stromliefervertrag

Stadtwerke, Speicherhersteller oder Ökostromversorger bieten zunehmend Photovoltaik-Speichersysteme im Zusammenhang mit Stromlieferverträgen an. In dem Fall wird das Stadtwerk oder der Stromversorger zukünftig den Speicher für weitere Netzdienstleistungen wie der Erbringung von Primärregelleistung nutzen und damit die Zahl der Zyklen pro Jahr für den Speicher erhöhen. Damit rentieren sich Speicher auch bei höheren Kosten. Die zusätzlichen Zyklen wirken sich auf die Alterung des Speichers nur wenig aus, denn dominierend für stationäre Batteriespeicher sei die kalendarische Alterung – also die Alterung aufgrund der Standzeit und nicht die Alterung aufgrund der wiederholten Be- und Entladung. Käufer sollten deshalb die Bedingungen prüfen, raten die Experten, etwa die Länge des Stromliefervertrages.

Für Industriebetriebe können Speicher weitere Dienstleistungen übernehmen. Etwa die Absicherung gegen Stromausfall oder die Reduktion der Leistungsspitzen beim Bezug elektrischer Energie. Das reduziere den Leistungspreis. Damit könnten die Betriebe neben dem Deckungsbeitrag aus Eigenverbrauchserhöhung auch Deckungsbeiträge aus den anderen Dienstleistungen erwirtschaften. na / Solarcluster BW


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Kommentare

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MASMSC Gernot Kern 02.08.2018, 09:24:53

+102 Gut Antworten

Wo gibt es denn die Speicher um 1100€/KWh


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