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Solarstromspeicher entlasten Stromnetze spürbar

In Deutschland werden immer mehr Solarstromspeicher installiert, ein neuer Monitoringbericht der RWTH Aachen kommt nun zu dem Schluss: Sie sorgen nicht nur für mehr solaren Eigenverbrauch sondern entlasten auch die Stromnetze spürbar.

30.05.2016 – Die Erkenntnisse stammen aus dem neuen Monitoringbericht des Instituts für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe der RWTH Aachen für das Speicherförderprogramm der Bundesregierung. Durch die KfW-Bank werden mit Zuschüssen und verbilligten Krediten Solarstromspeicher gefördert und ein relevanter Speichermarkt in Deutschland aufgebaut. 19.000 Batteriespeicher wurden bislang gefördert, für die Studie werteten die Wissenschaftler Daten von über 10.000 Anlagen aus.

Die Förderung – bis Ende 2018 stehen noch 60 Millionen Euro zur Verfügung – macht sich offenbar bezahlt. Die Preise für Solarstromspeicher sind in den vergangenen drei Jahren deutlich gesunken, Speicher auf Lithiumbasis wurden sogar pro Jahr um bis zu 18 Prozent billiger. Gleichzeitig sorgen sie mit der Speicherung nicht direkt verbrauchten Solarstroms dafür, dass Netzkapazitäten frei werden und die Integration der Photovoltaik in das bestehende Stromsystem erleichtert wird.

Die Anzahl der Solarstromspeicher lässt sich mittlerweile durchaus sehen. Zwischen Mai 2013 und Januar 2016 wurden etwa 34.000 dieser dezentralen Speicher mit einer nutzbaren Gesamtkapazität von gut 200 Megawattstunden ans Niederspannungsnetz angeschlossen. Laut Monitoringbericht haben diese Anlagen allein 2015 dazu beigetragen, den Eigenverbrauch der angeschlossenen Solaranlagen um 78,5 Gigawattstunden zu steigern. Würden in Zukunft alle neu installierten kleinen Photovoltaikanlagen mit einem Stromspeicher ausgestattet, würde dies die Netzkapazität zur Aufnahme weiterer PV-Anlagen verdoppeln, so die Wissenschaftler. Ein Netzausbau wäre zumindest in dieser Hinsicht nicht notwendig.

Solarstromspeicher vermeiden Einspeise- und Lastspitzen

Es ist besonders die Vermeidung von Einspeise- und Lastspitzen zur Mittagszeit, die Solarstromspeicher netzdienlich und interessant für das Gesamtstromsystem machen. Mit der neuen Förderperiode ab März 2016 wurden die Anforderungen an geförderte Speicher erhöht. Maximal die Hälfte der Spitzenleistung dürfen die PV-Anlagen ins Netz einspeisen, der Rest muss zwischengespeichert werden. Die Speicher müssen also intelligenter werden und freie Kapazitäten haben, wenn die höchste Solarstromleistung am Tag zu erwarten ist.

Wie die Wissenschaftler der RWTH Aachen nachwiesen, können die auf dem Markt verfügbaren Stromspeichersysteme diese Netzdienlichkeit mittlerweile ohne Probleme erreichen. Wie nahezu überall, gibt es allerdings auch hier qualitative Unterschiede. Insbesondere die Geschwindigkeit und eine effiziente Regelung sind oftmals ein Problem. Ziel der Entwicklung müsse es laut des Monitoringberichts deshalb sein, dass die Speicher in Echtzeit auf Anforderungen im Haushalt reagieren und gespeicherten Sonnenstrom bereitstellen können. Ähnlich hocheffiziente Systeme sind bereits verfügbare. cw


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