Menü öffnen

Entlastung für SolaranlagenbetreiberUmsatz- und Einkommenssteuer für kleine PV-Anlagen entfällt

Bildmontage Solaranlage und Steuerformular
Nach ersten zaghaften Schritten im letzten Jahr folgt nun ein Befreiungsschlag für Betreiber von Solaranlagen auf Wohnhäusern. (Foto: Falco auf Pixabay / Piqsels / Free License / Montage: energiezukunft)

Für Einnahmen aus Solaranlagen bis 30 Kilowatt Leistung auf Wohnhäusern muss zukünftig keine Einkommenssteuer mehr gezahlt werden. Bei der Anschaffung einer PV-Anlage entfällt unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich die Umsatzsteuer.

16.09.2022 – Unter dem Schlagwort Jahressteuergesetz 2022 hat die Bundesregierung einen bunten Strauß an Steuererleichterungen beschlossen. Auch Betreiber von Photovoltaikanlagen können sich über Bürokratieabbau und Steuerbefreiungen freuen.

Einkommenssteuerbefreit bis 30 Kilowatt

Einnahmen und Entnahmen im Zusammenhang mit PV-Anlagen bei Einfamilienhäusern und Nebengebäuden bis 30 Kilowatt Leistung werden von der Einkommenssteuer freigestellt. Diese Ertragssteuerbefreiung gilt auch für Anlagen bis 100 Kilowatt Leistung auf Mehrfamilienhäusern oder gemischt genutzten Immobilien – dann sind bis zu 15 Kilowatt pro Wohn- oder Gewerbeeinheit steuerbefreit.

Lohnsteuerhilfevereine dürfen PV-Besitzer beraten

In punkto Beratung gibt es eine Vereinfachung. Lohnsteuerhilfevereinen ist es zukünftig erlaubt, Mitglieder bei der Einkommensteuer zu beraten, wenn diese Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von bis zu 30 Kilowatt-Leistung betreiben. Bisher war das nicht möglich.

Null Umsatzsteuer

Für die Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen für Wohnungen und öffentliche Gebäude sowie zugehöriger Komponenten und Speicher wird ein Nullsteuersatz in der Umsatzsteuereingeführt. Damit nutzt die Regierung die Spielräume der neuen EU-Mehrwertsteuersystemrichtlinie. Die Befreiung von der Umsatzsteuer soll für Leistungen an den Betreiber der PV-Anlage gelten, wenn die Anlage auf oder in der Nähe von Privatwohnungen installiert wird, aber auch für Anlagen, die auf Gebäuden errichtet werden, die für gemeinnützige Zwecke genutzt werden. Betreiber solcher Anlagen müssen nun nicht mehr auf die Kleinunternehmerregelung verzichten, um sich die Vorsteuerbeträge erstatten zu lassen. Sie werden damit von Bürokratieaufwand entlastet.

Staatssekretär Sven Giegold (Die Grünen/Bündnis 90) ergänzte in einem Rundschreiben: Alte und neue Balkonsolaranlagen benötigen keine Abschaltvorrichtung. Neue PV-Anlagen bis 25 Kilowatt Leistung brauchen auch keine Steuerungseinrichtungen bzw. Begrenzung der Wirkleistungseinspeisung auf 70 Prozent mehr. Für Altanlagen wird die sogenannte 70%-Regelung bis 7 Kilowatt Leistung ab 1.1.23 komplett aufgehoben. Giegold kündigte weitere Entbürokratisierungen an.

Weitere Beschlüsse zu Steuern und Abgaben

Das Kabinett beschloss außerdem die Schaffung einer Rechtgrundlage zur direkten Auszahlung von Leistungen vom Fiskus an die Bürger:innen, die Entfristung der Home-Office-Pauschale, Änderungen bei den Abschreibungsregeln für Wohngebäude, den vollständigen Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgeaufwendungen ab 2023, die Erhöhung des Sparer-Pauschbetrags, die Anhebung des Ausbildungsfreibetrags, die Steuerfreistellung des Grundrentenzuschlages und den bis März 2024 befristeten ermäßigten Umsatzsteuer für Gas. pf


Mehr zum Thema


Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Gerhard Wentzke 20.09.2022, 06:41:55

Umsatzsteuerbefreiung unter bestimmten Voraussetzungen für PV Anlagen bis 30kWp ab 2023.Sber wo erfährt man, wie diese Voraussetzungen sind?

Petra Franke / Redakteurin energiezukunft 20.09.2022, 09:13:24

Lieber Herr Wentzke,

erstmal hat das Finanzministerium nur die zitierte Einschränkung gemacht: "Die Befreiung von der Umsatzsteuer soll für Leistungen an den Betreiber der PV-Anlage gelten, wenn die Anlage auf oder in der Nähe von Privatwohnungen installiert wird, aber auch für Anlagen, die auf Gebäuden errichtet werden, die für gemeinnützige Zwecke genutzt werden." Bestimmt gibt es dazu noch eine Art Anweisung an die Finanzämter, wie das auszulegen ist. Wir werden darüber berichten.

Viele Grüße

Petra Franke

Christian Müller 20.09.2022, 09:37:19

Jetzt wäre noch total spannend zu wissen, ab wann das gilt und ob es vielleicht rückwirkend gilt - ich werde kommende Woche eine 12,4 KWh/p Anlage installieren und es wäre natürlich höchst ärgerlich, wenn ich die dann ein paar Wochen zu früh anschließe...

 

Gibt es da schon eine Aussage zu?

Heinz 21.09.2022, 08:48:07

+4 Gut

Das würde ja bedeuten das ab jetzt, bis zum 01.01., keine Anlage mehr in Betrieb genommen wird. Wer verzichtet schon freiwillig auf 19% "Rabatt"!?

Wolfgang Vollmuth & Vollmuth GbR 20.09.2022, 19:02:03

Soviel ich gehört habe ab bestelldatum 1.1.23

Stefan Ihle 21.09.2022, 11:03:32

Hallo, wie ist das mit älteren Anlagen, ich bin nämlich schon 2006, an Netz gegangen.

Wie ist da die Regelung?

Petra Franke / Redakteurin energiezukunft 21.09.2022, 13:09:26

Die in der Meldung beschriebenen Vorhaben sind ein Kabinettbeschluss. Das ganze muss noch durchs Parlament und den Bundesrat. Erst dann sind seriöse Aussagen über Inkrafttreten und evtl. rückwirkende Wirkung möglich. energiezukunft.eu wird darüber berichten.

Dietmar Holzapfel 24.09.2022, 11:33:11

Guten Tag, ich habe im April 2022 eine 12,5 kWp- Anlage mit Speicher bestellt, die aufgrund von Lieferschwierigkeiten des Herstellers beim Speicher erst im Januar 2023 in Betrieb gehen wird. Von der Umsatzsteuer bin ich dann befreit - sehr gut. Was ich aber nicht verstanden habe: Fällt mit dem Wegfall der einkommenssteuerrechtlichen Berücksichtigung der "Einnahmen und Entnahmen" auch die Möglichkeit zur Abschreibung der Solaranlage einschließlich Investitionskostenaufwand -den ich ja schon in 2022 geltend machen könnte - bei der Einkommenssteuer weg?


Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

(wird nicht veröffentlicht)
max 2.000 Zeichen


energiezukunft