EU Solar Market Outlook 2025–2030: Europäischer Solarmarkt schrumpft – 2030-Ziele gefährdet

Die neu installierte Photovoltaik-Leistung in Europa ist erstmals seit 2016 zurückgegangen. Dies schürt Zweifel daran, ob der Kontinent seine Ausbauziele für 2030 erreichen kann. Das geht aus einem aktuellen Bericht von SolarPower Europe hervor.
15.12.2025 – Die Boomjahre der europäischen Solarbranche in den 2020er Jahren sind vorbei. Im Jahr 2025 schrumpfte der Sektor um 0,7 Prozent, von 65,6 Gigawatt (GW) installierter Leistung im Jahr 2024 auf 65,1 GW in diesem Jahr. Laut dem EU Solar Market Outlook 2025–2030 ist dies das erste Mal seit 2016, dass in der EU weniger Solarkapazität installiert wurde als im Vorjahr.
Allerdings wird dies durch einen wichtigen Meilenstein relativiert. In ihrer EU-Solarstrategie von 2022 hatte die EU das Ziel von 400 GW installierter Solarkapazität bis 2025 ausgegeben. Dieses Ziel wurde nun übertroffen: Bis Jahresende werden in Europa voraussichtlich insgesamt 406 GW Solarleistung installiert sein.
EU-Ausbauziel 2030 in weiter Ferne
SolarPower Europe erwartet, dass die solare Rezession auch 2026 und 2027 anhält, bevor das Wachstum 2028 und 2029 wieder anzieht. Bis 2030 sollen die jährlichen Neuinstallationen laut Prognose wieder das Niveau von 2025 erreichen – etwa 67 GW. Das ambitionierte Ziel der EU von 750 GW installierter Kapazität bis 2030 rückt jedoch in weite Ferne. Im wahrscheinlichsten Szenario prognostiziert SolarPower Europe, dass die gesamte Solarkapazität der EU lediglich 718 GW erreichen wird.
„Die Zahl mag gering erscheinen, aber die Symbolik ist groß. Wir haben unser Solarziel für 2025 erreicht – aber nun rückt unser Ziel für 2030 erstmals außer Reichweite. Diese Unterbrechung des Marktwachstums kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, an dem Beschleunigung essenziell ist“, sagt Walburga Hemetsberger, CEO von SolarPower Europe. „13 Prozent des europäischen Stroms stammten 2025 aus Solarenergie. Im Juni hat Photovoltaik mehr Strom erzeugt als jede andere Energiequelle in der EU. Es ist entscheidend, dass die Politik jetzt robuste Rahmenbedingungen für Elektrifizierung, Systemflexibilität und Energiespeicherung schafft, damit Photovoltaik die Energiewende in Europa bis zum Ende dieses Jahrzehnts anführt.“
Starker Einbruch bei privaten Dachanlagen
Für die Schwäche des Marktes gibt es mehrere Gründe. Nach der Energiekrise wurden Förderprogramme für Solaranlagen auf Dächern gekürzt, und die wahrgenommene Entspannung der Energiepreise für Haushalte ließ die Nachfrage stark einbrechen. Während 2023 noch 28 Prozent der installierten Solarkapazität auf Privathaushalte entfielen, waren es 2025 nur noch 14 Prozent.
Erstmals entfiel mehr als die Hälfte der neu installierten Solarkapazität auf Solarparks. Allerdings geraten eigenständige Solarprojekte zunehmend unter Druck, da die Zahl der Stunden mit negativen Strompreisen steigt und damit die Einnahmen aus Solarstrom sinken.
Frankreich überholt Italien
Obwohl sich die Marktstruktur verschiebt, bleiben die Länder-Rankings weitgehend stabil. Deutschland und Spanien führen weiterhin als größte Solarmärkte der EU – getrieben von Großprojekten, während die Anreize für Dachanlagen zurückgehen. Frankreich überholte 2025 Italien und steht nun auf Platz drei, gestützt durch starke Zuwächse bei gewerblichen und Großanlagen. Italiens Markt für Dachanlagen schrumpfte nach dem Auslaufen der Förderprogramme deutlich.
Rumänien und Bulgarien schafften erstmals den Sprung in die Top Ten der Solarmärkte. Rumänien verzeichnete das höchste Wachstum, während Bulgariens Anstieg mit Fristen im Rahmen der nationalen Wiederaufbauprogramme zusammenhängt. Die Niederlande hingegen fielen auf Platz acht zurück, was durch eine Abschwächung bei den Dachinstallationen verursacht ist. In der Hälfte der zehn führenden Märkte wurde 2025 weniger Solarleistung installiert als 2024: Italien, Polen, Griechenland, die Niederlande und Portugal.
Politische Empfehlungen
Die Marktbedingungen unterscheiden sich EU-weit, doch auf europäischer Ebene bestehen gemeinsame Hürden fort. Die politischen Empfehlungen des Berichts plädieren dafür, Energiesicherheit neu im Sinne der Erneuerbaren zu definieren, eine umfassende Strategie für Systemflexibilität zu entwickeln, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, den Markt für Solaranlagen auf Dächern wiederzubeleben und die Lieferketten nachhaltiger und widerstandsfähiger zu gestalten. hcn




















































