USA: MAGA entdeckt Solar: Billiger Strom für Rechenzentren und „America First“-Politik

Während Donald Trump Förderungen für die Solarindustrie streicht, geht der Solarboom insbesondere in republikanisch regierten Staaten weiter. Viele Trump nahe Akteure sehen die Solarenergie als unabhängigen Wirtschaftsfaktor.
04.03.2026 – Auch die USA importiert zu normalen Zeiten Rohöl und Flüssigerdgas aus dem Nahen Osten (die US-Amerikaner reden vom Mittleren Osten). Rund 274.000 Barrels pro Tag waren es im Schnitt 2024 aus Saudi-Arabien, rund 198.000 aus dem Irak, weitere kleinere Einheiten stammten auch aus Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Aus Katar importierte die USA 2025 rund 3.525 Millionen Kubikfuß Flüssigerdgas.
Auch wenn die USA einen Großteil ihres Primärenergieverbrauchs (rund drei Viertel) selbst fördert und ein gewichtiger Teil der Importe aus den Nachbarländern Kanada und Mexiko stammt, in einem globalen Wirtschaftssystem und weltweit gehandelten Öl- und Gasmarkt, hat die aktuelle Krise im Nahen Osten und Schließung der Straße von Hormus durch iranische Streitkräfte auch Auswirkungen auf die Preise für fossile Brennstoffe in den Vereinigten Staaten.
Solaranlagen hingegen produzieren vor Ort die Energie, die gebraucht wird und sind unabhängig von regionalen wie globalen Krisen. Das Denken offensichtlich auch viele Republikaner und Menschen, die Donald Trump nahestehen. In sonnenreichen und republikanisch dominierten Staaten boomt die Solarenergie. Allen voran Texas, dass beim Zubau stets vorne liegt und inzwischen auch die Spitze der kumulierten Leistung in den USA übernommen hat.
Der texanische Governor Greg Abott von den Republikanern gilt grundsätzlich als Unterstützer Trumps, insbesondere in der Grenz- und Migrationspolitik verfolgen beide gleich Interessen. Bei den Erneuerbaren Energien Wind und Solar hingegen fährt Abott einen pragmatischen Ansatz und sieht diese als ebenso wichtigen Teil der Energieversorgung, wie fossile Energieträger. Trump dagegen rahmt Wind- und Solarkraft wiederholt als teuer und unzuverlässig, zieht gegen Windkraftprojekte zu Felde – teils aber ohne Erfolg – und sorgte im Sommer 2025 mit dem sogenannten „Big, Beautiful Bill“ dafür, dass jährlich rund 14 Milliarden US-Dollar an Förderungen für die Energiewende gestrichen werden.
Für 2025 aber verzeichnete die Solarindustrie einen neuen Rekordzubau. Die US-Energiebehörde EIA kommt nach vorläufiger Auswertung 2025 auf ein Plus von 28 Prozent an Solarstromerzeugung gegenüber dem Vorjahr. Der Solaranteil am Strommix stieg von 6,9 Prozent 2024 auf 8,6 Prozent 2025. An großen Solarparks kamen 2025 voraussichtlich 32,5 Gigawatt an Leistung neu ans Netz, davon 11,6 GW allein in Texas. Inklusive privater Solaranlagen könnten es 2025 rund 50 GW installierter Leistung sein. Für 2026 erwartet der Branchenverband Solar Energy Industries Association einen Zubau von rund 44 GW.
Seit 2010 gingen die Investitionskosten für Solarparks um 73 Prozent zurück. Auch weil in den USA selbst die Produktionsstätten für Solarmodule in die Höhe schossen. Förderungen und neue Produktionsstätten sehen jedoch mit Trumps Big Beautiful Bill unsicheren Zeiten entgegen. Im letzten und voraussichtlich noch in diesem Jahr geht der Ausbau weiter rasant voran, weil es sich größtenteils um bereits seit längerem genehmigte Projekte handelt.
Teile der MAGA-Bewegung hofieren die Solarenergie
Während in Michigan Republikaner aus Trumps „Make America Great Again“ – kurz MAGA – Bewegung fordern, den Solaranteil im Netz bei 20 Prozent zu deckeln, hofieren andere Teile der MAGA-Bewegung die Solarenergie geradezu. Insbesondere der stark steigende Bedarf an Elektrizität durch Rechenzentren sorgt dafür, dass die Solarenergie bei Trump nahen Personen wie Katie Miller (die Frau vom Stabschef im Weißen Haus, Steve Miller), Kellyanne Conway (ehemalige Wahlkampfmanagerin Trumps), Newt Gingrich (Republikaner und ehemaliger Sprecher des Repräsentantenhauses) und teils auch Elon Musk hoch im Kurs ist, wie die Washington Post unter anderem berichtet.
Sie alle beschreiben die Vorzüge der Solarenergie, die insbesondere im schnellen und günstigen Aufbau und hohen Skalierbarkeit liegen würden. Wenn die Solarmodule dann auch noch Made in USA seien, sei dies ein zusätzlicher Verstärker. Umfragen geben ihnen recht. Unter den Wählern der Republikaner sind 51 Prozent grundsätzlich pro Solarausbau eingestellt, 68 Prozent befürworten alle Formen der Energieerzeugung die Kosten senken – inklusive Solarenergie. Sind die Solarmodule in den USA gefertigt, stimmen sogar 70 Prozent der Befragten – ganz nach dem Motto „America First“ – dem Ausbau von Solarenergie zu. mg



















































