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Energiekrise? – Energiewende!Renaissance für Europas Solarindustrie gefordert

Blick auf großen Solarpark mit Produktionshallen
China ist führend in der Solarproduktion, während Europas und vor allem Deutschlands Solarindustrie politisch kaputtgeplant wurde. (Foto: 李大毛 没有猫 darmau on Unsplash)

Um die Abhängigkeiten im Energiesektor zu verringern, fordern Interessenvertreter der Solarindustrie die Politik auf, Maßnahmen für faire Wettbewerbsbedingungen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette der Photovoltaik-Industrie rasch umzusetzen.

16.01.2023 – Die meisten Komponenten und Produkte innerhalb der Photovoltaik-Lieferkette werden derzeit in China hergestellt, mahnt die Solarindustrie. Das Land verfüge beispielsweise über 96 Prozent der weltweiten Produktionskapazität für Silicium-Wafer, der Basis für Solarzellen, berichtet das Fraunhofer ISE. Eine Gruppe von Industrievertretern der Solarindustrie fordern daher dringend gezielte Maßnahmen von Seiten der Politik zum Wiederaufbau der europäischen Solarindustrie. Es werde jetzt deutlich, wie wichtig es ist, über die gesamte PV-Wertschöpfungskette hinweg Resilienz aufzubauen.

Vertreter der europäischen Photovoltaik-Industrie trafen vor einigen Wochen zusammen, um Mittel und Wege für den rechtzeitigen Aufbau einer europäischen PV-Wertschöpfungskette und den Schutz der bestehenden Kapazitäten zu diskutieren. Zu den Akteuren gehören der Polysiliciumhersteller WACKER, der Solarzellen- und Modulhersteller Meyer Burger, die Siliciumingot- und Waferhersteller NorSun und Norwegian Crystals, der Anlagenhersteller für Siliciumingots und Solarzellen ECM Group sowie die Forschungsinstitute Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP.

Kritische Materialien in der vorgelagerten PV-Wertschöpfungskette sind Silicium, Ingots und Silicium-Wafer, als Voraussetzung für die Herstellung von Solarzellen, Photovoltaik-Modulen und letztlich von Photovoltaik-Kraftwerken. Die Abhängigkeit von PV-Produkten aus einem einzigen Land gefährdet nach Einschätzung der Industrievertreter den Einsatz von Solarenergie in Europa im Falle möglicher Lieferunterbrechungen – was sich vor allem während der Corona-Krise gezeigt hat. In einer gemeinsamen Erklärung rufen die Interessenvertreter zu sofortigen Maßnahmen auf, die den Aufbau einer lokalen, nachhaltigen Wertschöpfungskette für die Solarindustrie ermöglichen.

Politik muss Rahmen für notwendige Maßnahmen schaffen

Zu den wirksamen Maßnahmen könnten Subventionen für Investitionen in Produktionskapazitäten, die Förderung der Herstellung von PV-Produkten, ein garantierter und wettbewerbsfähiger Strompreis und Vergünstigungen für niedrige CO2-Emissionen bei der Herstellung von Produkten gehören. Das übergeordnete Ziel ist es, faire Bedingungen für die Industrie zu schaffen und so für einen fairen Wettbewerb zu sorgen. „Wir sind davon überzeugt, dass eine nachhaltige europäische PV-Produktionsindustrie mithilfe staatlicher Unterstützung zur Förderung der Installation und des Betriebs von PV-Produktionsstätten belebt werden kann“, sagt Professor Andreas Bett, Leiter des Fraunhofer ISE. Dies würde die starke Energieabhängigkeit Europas deutlich verringern und gleichzeitig wirtschaftliche Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze schaffen, so der Experte.

Sozialverträglichen Klimaschutz fördern

„Wir brauchen den richtigen politischen Rahmen und mehr finanzielle Unterstützungsmechanismen, um Investitionen in die PV-Wertschöpfungskette in Europa attraktiver zu machen, insbesondere für Investitionen und energieintensive vorgelagerte Produktionsschritte wie die Ingot- und Waferproduktion“, mahnt Carsten Rohr, Chief Commercial Officer bei NorSun. „Wir sollten zum Beispiel in der Lage sein, von einer nachhaltigen Produktion zu profitieren, sowohl im Hinblick auf hohe Umweltstandards –einschließlich eines geringen CO2-Fußabdrucks – als auch auf soziale Standards.“

Europas Energiesicherheit stärken

„Eine zeitlich begrenzte Industriepolitik, die gezielt die Renaissance einer produzierenden Industrie für Erneuerbare Energien fördert, ist strategisch klug und dringend notwendig. Industrien, die in Europa angesiedelt sind, sichern eine bezahlbare Energieversorgung und zahlen hier auch Steuern – wenn sie anderswo angesiedelt werden, geht Europa am Ende doppelt leer aus“, sagt Gunter Erfurt, CEO der Meyer Burger Technology AG. Zudem sei der Energiesektor von nationalem Sicherheitsinteresse. „Die Solarindustrie mit ihren Fertigungsstätten in Europa müssen vor dem Hintergrund der anhaltenden multiplen globalen Krisen zu einer politischen Priorität werden.“ na

Kommentare

Jens Schlabitz am 17.01.2023

So, so - die europäische Solarindustrie wurde "kaputtgeplant" - interessant. Als interessierter Bürger würde ich eher sagen, dass sich diese Industrie auf gigantischen Subventionen ausgeruht und nie gelernt hat, effizient und effektiv Produkte herzustellen. Da könnten entsprechende Unternehmer ja mal in China vorbeischauen, bevor nun wieder nach Subventionen - also nach Steuergeldern von allen Bürgern geschrien wird. Wo sind denn die Unternehmer, die auch mal ein unternehmerisches Risiko gehen? Insbesondere im Bereich der Erneuerbaren, egal in welchem Bereich, kommt dieser Aspekt häufig zu kurz, weil ja die Herstellung erneuerbarer Energieanlagen wohl schon als Selbstzweck ausreichend sein sollte, dass die Gesellschaft dankbar ist. Als Steuerzahler lehne ich solche Subventionen ab - gutes Geld bereits verlorenem schlechtem Geld hinterherzuwerfen bringt uns nicht weiter.

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