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KEY 2026Rückenwind für die Energiewende aus Rimini

Starker Besucherandrang herrschte vergangene Woche auf der Energiewendemesse KEY im italienischen Rimini (Bild: IEG).
Starker Besucherandrang herrschte vergangene Woche auf der Energiewendemesse KEY im italienischen Rimini (Bild: IEG).

Aufbruchstimmung und zufriedene Gesichter auf der KEY 2026: Mehr als 1.000 Aussteller präsentierten auf der dreitägigen Fachmesse ein breites Spektrum neuer Produkte für PV- und Batterieanwendungen, vor allem für Gewerbe und Großanlagen.

11.03.2026 – Trotz der großzügig angelegten Gänge der 24 Ausstellungshallen der Fiera di Rimini war teils kaum ein Durchkommen mehr. Über 1.000 Aussteller, davon 320 aus dem Ausland, präsentierten vom 4. bis 6. März 2026 auf der KEY ihre neuesten Produkte und Services. Die Zahl der Besucher der Energy Transition Expo legte laut Angaben des Veranstalters, der Italian Exhibition Group (IEG), gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent zu, darunter auch viele Investoren. Die IEG machte keine genauen Angaben zur Gesamtbesucherzahl, doch gefühlt waren es locker 60.000. 530 eingeladene Einkäufer und Delegationen aus 59 Ländern, davon viele aus Südosteuropa und Afrika, nahmen an der Fachmesse teil. Erstmals wurde ein „Africa Investment Hub“ angeboten.

Ohne den Irankrieg wären allerdings normalerweise noch mehr Besucherdelegationen und Aussteller aus dem Nahen Osten und Afrika auf der Fachmesse gewesen, so die Veranstalter. Aktuell gestörte Flugverbindungen machten hier häufig einen Strich durch die Rechnung. Andererseits gab der Krieg mit seinen drastischen Auswirkungen auf die Öl- und Gaspreise der Botschaft der Messe, nämlich der Notwendigkeit und Machbarkeit einer beschleunigten Energiewende, weiteren Rückenwind. Um die heimische Energieversorgung unabhängiger von den Turbulenzen an den Weltmärkten zu machen, brauche Italien mehr Solar- und Windstrom, Geothermie und Wasserkraft, unterstrich Gilberto Pichetto Fratin, Italiens Minister für Umwelt und Energiesicherheit, in seiner Eröffnungsrede.

Starker PV und Batteriezubau in Italien

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der gesamten Stromerzeugung in Italien lag im vergangenen Jahr bei 49 Prozent, am Verbrauch bei 41 Prozent. Die italienische Solarstromproduktion stieg im Vergleich zu 2024 um 25 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 44,3 Terawattstunden (TWh). Doch blieb Erdgas mit einem Anteil von 47 Prozent im Jahr 2025 die wichtigste Einzelquelle für die italienische Stromproduktion. Bis 2030 strebt das Land einen Anteil von 69 Prozent erneuerbarem Strom an.

Laut Regierungszielen soll die kumulierte Solarstromleistung bis 2030 von derzeit rund 42 Gigawatt (GW) auf 79 GW ausgebaut werden. Parallel dazu wird der Netz- und Batteriespeicherausbau vorangetrieben. Ende 2025 waren Batteriespeicher mit einer Leistung von 1,9 GW bzw. einer Kapazität von 7,3 Gigawattstunden (GWh) installiert. Die Analysten von Modoenergy rechnen bis 2030 mit einem Ausbau auf 15 GW. Der Zubau wird unter anderem durch staatliche Auktionen angereizt.

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Auf der KEY 2026 stellten jedenfalls so ziemlich alle großen internationalen Photovoltaik- und Batteriehersteller von Rang und Namen sowie kleinere Unternehmen, Start-ups und Großhändler aus. Die Aussteller zeigten sich durchweg zufrieden und berichteten von einem hohen Besucherinteresse. Der Tenor lautet: Hinter der Intersolar/The smarter E Europe ist die KEY mittlerweile die zweitwichtigste Messe für Solar- und erneuerbare Energien in Europa und eine Plattform für den Mittelmeerraum sowie Nordafrika.

Trend zu gewerblichen und Großprojekten

Der Trend im Markt geht weiterhin in Richtung softwaregestützter integrierter Lösungen, der Kombination von Photovoltaik mit Batteriespeichern sowie gewerblichen und Großprojekten. Das zeigte sich in Gesprächen mit Ausstellern und beim Gang durch die Hallen. So präsentierte JA Solar neben seiner neuesten Modulgeneration erstmals seine Gewerbespeicher, Longi stellte seine Groß- und Gewerbespeicher mit einer Bandbreite von 100 Kilowatt bis 6,25 MW vor und Trina Storage präsentierte seinen Elementa-Großspeicher mit einem neuen Zelltyp. Sungrow präsentierte seinen neuen Großbatteriespeicher PowerTitan 3.0. Mit dabei in Rimini war auch BYD mit seiner neuesten Generation der Battery-Box mit Bladebatterien aus E-Autos für private und gewerbliche Anwendungen.

Auffällig waren zudem die zahlreichen Anbieter von Trackern, darunter auch für Agri-PV-Anwendungen. In Italien werden mittlerweile die meisten Freilandanlagen mit Nachführsystemen ausgerüstet und europaweit liegt der Anteil der Tracker bei Solarparks bei rund 50 Prozent. Immer beliebter werden Tracker, die auch auf unebenem Gelände installiert werden können und mit Software zur Ertragsprognose und -überwachung kombiniert sind.

Den Trend zu größeren Projekten spiegelt auch die Präsenz international führender Projektentwickler und EPCs wie Metlen wider. Das größte private Unternehmen Griechenlands fungiert auch als unabhängiger Stromproduzent (IPP) und unterzeichnete anlässlich der Messe ein Kooperationsabkommen mit PPC, dem größten griechischen Stromversorger, zur Entwicklung von Energiespeicherprojekten mit einer Leistung von 1.500 MW/3.000 MWh in Italien, Rumänien und Bulgarien.

Daneben präsentierten Anbieter wie Ecoflow, Hyxi oder Solavita auch neue Produkte für ein ganzheitliches Energiemanagement von PV-/Speichersystemen für den privaten und kommerziellen Bereich. Solarfabrik aus Laufach in Nordbayern präsentierte ihre Mono S4 Halfcut BC White Module (485/490 Watt) für private und kommerzielle Anwendungen. Im Laufe dieses Jahres wolle man auch farbige Solarmodule für den italienischen Markt anbieten, so Ricarda Gutsch, Senior Business Development Manager. Mit dabei in Rimini waren auch Wallboxanbieter wie Go-E. Das österreichische Unternehmen ist seit dem vergangenen Jahr auf dem italienischen Markt aktiv und stellte seine auf PV-Eigenverbrauch und bidirektionales Laden ausgelegten Ladesysteme vor. hcn

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