Ästhetisch anspruchsvoll: Schweizer PV-Indachsystem in Deutschland verfügbar

Das auf einem Mehrgenerationenhaus verbaute Photovoltaiksystem SunStyle ist auf den ersten Blick kaum als solches zu erkennen. Der Hersteller hat mit seiner Indachlösung bereits 18 Jahre Produkterfahrung in unterschiedlichsten Klimazonen.
11.07.2025 – Photovoltaik-Indachlösungen, die die herkömmliche Dachhaut ersetzen und sich harmonisch in die Gebäudeoptik einfügen, sind nach wie vor ein spezielles Segment. Sie bieten die Möglichkeit, Erneuerbare Energie zu erzeugen, ohne auf eine ansprechende Dachgestaltung zu verzichten.
Entscheidung für Sunstyle nach Besichtigung eines Referenzobjeketes
Familie Bilali aus Leinfelden-Echterdingen hat sich für das System von SunStyle entschieden. „Unser Haus verfügt energetisch über einige smarte Details. Dass Photovoltaik aufs Dach kommt, war von Anfang an klar. Bei der Suche nach einem System, das auch optisch überzeugt, hat uns die Architektin beraten und SunStyle empfohlen“, berichtet Erol Bilali. Die endgültige Entscheidung fiel nach der Besichtigung eines Referenzprojekts.
Das Satteldach des Hauses ist asymmetrisch, die Südseite hat eine Neigung von 27 Grad – ideal für Photovoltaik. Auch auf der Nordseite mit 44 Grad Neigung wurden SunStyle-Elemente installiert. Diese tragen einerseits zur durchgängigen Dachoptik bei, liefern jedoch gleichzeitig ebenfalls einen Beitrag zur Stromproduktion, wenn auch in geringerem Umfang als die optimal ausgerichtete Südseite.
Installiert wurde die Anlage von einem erfahrenen Handwerker. „Das Dach ist ein absoluter Hingucker. Immer wieder fragen Nachbarn oder Passanten, ob es sich um ein normales Dach handelt oder um eine Photovoltaikanlage“, ergänzt Sabrina Bilali, die den Kontakt zu den Gewerken hielt.
Das Dach umfasst insgesamt 210 Quadratmeter, davon sind rund 120 Quadratmeter mit aktiven Modulen belegt. Die restliche Fläche wurde mit optisch identischen Blindmodulen ausgestattet, um ein homogenes Erscheinungsbild sicherzustellen. Die Anlage erreicht eine Leistung von 22 Kilowatt. Auch Sonderwünsche, wie die innenliegende, unsichtbar integrierte Entwässerung, konnten mit dem SunStyle-System umgesetzt werden.
Solardachziegel für moderne Architektur
18 Jahre Produkterfahrung hat das Schweizer Unternehmens SunStyle mittlerweile. „Wir sprechen von Solardachziegeln, da dieses Bild die Kombination aus Dachdeckung und Stromproduktion für jeden sofort verständlich macht“, erklärt Axel Jetter, Geschäftsführer der SunStyle Germany. Technisch gesehen handelt es sich um hochwertige Verbundsicherheitsverglasung. Das System erfüllt die Anforderungen an gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV) und gilt in Deutschland als harte Bedachung. Eine bauaufsichtliche Zulassung ist dadurch nicht erforderlich. Zudem liegt ein deutsches Brandschutzzertifikat vor.
SunStyle ist nicht nur in der Schweiz, sondern auch in weiteren europäischen Ländern aktiv. Besonders bei Gebäuden mit hohen gestalterischen Ansprüchen oder Auflagen durch Denkmalschutz kommt das System häufig zum Einsatz.
Ein Beispiel ist die Kirche im norwegischen Sarpsborg. Nach einem Brand 1861 wurde sie im neugotischen Stil wieder aufgebaut. Bei der Dachsanierung 2019 entschied man sich für SunStyle, um den architektonischen Charakter zu erhalten und gleichzeitig Strom zu erzeugen.
Vielseitig einsetzbar – von 4 bis 60 Grad Dachneigung
In Deutschland wurden bereits rund 70 SunStyle-Projekte realisiert. Seit 2023 richtet sich das Unternehmen verstärkt an deutsche Bauherren. Das Einsatzspektrum reicht vom Carport bis zum komplexen öffentlichen Bauvorhaben. Die Module können auf Dachneigungen zwischen 4 und 60 Grad installiert werden.
Die etwa 75 x 75 Zentimeter großen Module werden überlappend verlegt und jeweils mit zwei Schrauben fixiert. Im Reparaturfall kann jedes Modul einzeln entnommen und ersetzt werden. Auch First- und Ortgangbereiche können mit aktiven Modulen ausgestattet werden.
„Unser System ist komplett regendicht, sicher gegen aufsteigendes Wasser und Flugschnee, auch bei sehr flach geneigten Dächern“, betont Axel Jetter. Der klassische Dachaufbau mit Lattung, Hinterlüftung, Unterspannbahn und Dämmung bleibt erhalten. Das vergleichsweise geringe Gewicht der Module bringt statische Vorteile mit sich – im Vergleich zu Ton- oder Betondachziegeln etwa die Hälfte, bei einer Biberschwanzeindeckung sogar bis zu 75 Prozent weniger.
Verschaltet werden die Module in Reihe, wobei jedes Modul über eine Anschlussdose mit zwei Bypassdioden verfügt. Bei Bedarf können Optimierer eingesetzt werden, um die Auswirkungen von Teilverschattungen zu minimieren. Ein Wechselrichter nimmt die erzeugte Energie des gesamten Daches auf.
Kosten-Nutzen-Abwägung
Aufdachsysteme sind in der Regel günstiger, doch Indachlösungen wie SunStyle bieten architektonische Vorteile und sind erschwinglicher als vielfach angenommen. Die Mehrkosten gegenüber einer Kombination aus Standard-Dacheindeckung und Aufdach-Photovoltaik liegen je nach Projektanforderung bei etwa 10 bis 20 Prozent. Im Vergleich zu anderen hochwertigen Indachsystemen zeigt sich SunStyle wettbewerbsfähig. pf


















































