HitzewellenSolarstrom stabilisiert Netze im Sommer

Solaranlage vor niedrig stehender Sonne
Solarstrom stabilisiert Netze während Hitzewellen im Sommer (Bild: Getty Images / Unsplash+ Lizenz)

Solarstrom hat während der Hitzewellen im Sommer 2026 die Netze in Europa stabilisiert. PV-Anlagen erzeugten als einzige Energiequelle mehr Strom als zuvor, während in mehreren Ländern atomare und fossile Kraftwerke gedrosselt werden mussten.

18.08.2026 – Hitzewellen mit Temperaturen über 40°C führen regelmäßig zu einem Anstieg des Strombedarf, vor allem durch den zunehmenden Einsatz von Klimaanlage. Im Zuge der Hitzewellen im Juni und Juli 2026 lag der tägliche Strombedarf in Europa um bis zu einem Viertel höher als in den vorangegangenen Monaten, berichtet der Energy Think Tank Ember. Konkret stieg der Strombedarf in Italien um ganze 28 Prozent, in Ungarn um 23 Prozent, in Frankreich um 14 Prozent und in Spanien um 13 Prozent.

Mehr Solarstrom in der Hitzewelle

Solarenergie war die einzige Energiequelle, die während der Hitzewellen besser als üblich abschnitt und half, die Netze zu stabilisieren. Die Produktion von Solarstrom stieg an Hitzewellentagen um bis zu 17 Prozent an. Am deutlichsten zeigte sich dies in Frankreich und Ungarn, in denen der Anstieg ebendiese 17 Prozent betrug, ein leichterer Anstieg von 5 Prozent zeigte sich auch in Spanien.

Atom-, Kohle-, und Gaskraftwerke fallen wegen fehlender Kühlung aus dem Netz

Trotz erhöhtem Bedarf mussten besonders Atom-, aber auch Kohle- und teils Gaskraftwerke aufgrund der Hitze gedrosselt oder abgeschaltet werden. Kernkraftwerke benötigen große Mengen an Kühlwasser, das als Abwärme über Flüsse oder das Meer abgegeben wird. In Hitzeperioden darf erwärmtes Wasser allerdings nicht unbegrenzt in Gewässer zurückgeleitet werden, da es die dortigen Ökosysteme zerstören würde. Betroffen waren Atomkraftwerke in Ungarn, Rumänien, der Schweiz und Frankreich.

Auch Kohle-, Gas, und Wasserkraftwerke waren betroffen. Kohlekraftwerke in Kozienice und Połaniec in Polen sowie die serbischen Kohlekraftwerke in Kostolac mussten aufgrund der niedrigen Flusswasserstände ihre Produktion drosseln. In Großbritannien meldeten während der Rekordhitze im Juni fünf Gaskraftwerke Leistungsreduzierungen, wodurch zeitweise 2,5 GW aus dem verfügbaren Angebot entfielen. Auch Gaskraftwerke in Italien und Frankreich warnten angesichts der Rekordtemperaturen und fehlendem Kühlwasser vor einer eingeschränkten Verfügbarkeit. Die Energielieferungen von sieben von acht der größten EU-Wasserkraftwerke lagen unter ihrem Fünfjahresdurchschnitt.

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Hitze treibt Strompreis

Der Strompreis stieg durch die Kombination aus erhöhter Nachfrage und geringerer Lieferung in Peak-Zeiten deutlich an. In Ungarn hat sich der Preis für Strom mit einem Plus von 119 Prozent mehr als verdoppelt, in Frankreich stieg er um 44 Prozent, in Italien um 13 Prozent, und in Spanien 7 Prozent. In den Abendstunden kam es zu den höchsten Preisspitzen seit der Gaskrise 2022/23, da Kühlbedarf hoch blieb und Netze von teurem Gasstrom abhängig waren.

Batterien können Strom nach Sonnenuntergang liefern

Die größte Herausforderung für das Netz beginnt nach Sonnenuntergang. Hier kommen Batteriespeicher und Lastmanagement ins Spiel. Solaranlagen mit Speicher können günstigen Strom bis in den Abend bereitstellen, Flexibilität erhöhen und Netze widerstandsfähiger machen.

„Während die Solarenergie den Tag rettet, können Batteriespeicher den Abend retten“, sagt Chris Rosslowe, leitender Energieanalyst bei Ember. „Zusammen sind sie eine der offensichtlichsten Möglichkeiten, das europäische Stromnetz in heißeren Sommern widerstandsfähiger zu machen. Wenn die Solarstromerzeugung während Hitzewellen steigt und andere Stromquellen Schwierigkeiten haben, können Speicher diesen günstigen Strom bis in den Abend hinein bereitstellen.“ jb

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