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Klimaklage




BalkonkraftwerkeVDE zertifiziert Steckersolargeräte

Der Markt für Balkonkraftwerke boomt. Doch Sicherheitsstandards sind nicht immer klar. (Foto: Panelretter)

Der VDE prüft und bewertet ab sofort Balkonkraftwerke. Die neue Prüfvorschrift betrachtet die Steckersolargeräte als Gesamtsystem und will damit den Einsatz der Minikraftwerke leichter und sicherer machen. Die Zertifizierung ist nicht verpflichtend.

11.09.2023 – Steckersolargeräte, besser bekannt als Balkonkraftwerke, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, da Verbraucher mit ihnen einen Teil ihres Stroms selbst erzeugen können. Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) kündigt nun an, künftig auch Balkonkraftwerk-Sets auf ihre Sicherheit prüfen zu wollen. Bislang werden meist nur einzelne Photovoltaik-Komponenten wie etwa die Solarmodule oder Wechselrichter zertifiziert.

Die Prüfvorschrift soll Käufer von Komplettsystemen bei Einbau und Nutzung der Balkonkraftwerke schützen und sicherstellen, dass die verbauten Komponenten ohne riskante Wechselwirkungen funktionieren. Mit der neuen Zertifizierung antwortet der VDE auf Berichte über Sicherheitsmängel bei einzelnen Balkonkraftwerk-Modellen. Der Verband will verlässliche Sicherheitsstandards etablieren, die die aktuelle Rechtsgrundlage und geltenden Normen berücksichtigen.

Verpflichtend ist die Prüfvorschrift des VDE allerdings nicht. Es steht den Herstellern und Händlern von Balkonkraftwerken frei, ihre Produkte gemäß der neuen VDE-Prüfvorschrift zu zertifizieren. In einem umkämpften Markt können entsprechende Sicherheitssiegel jedoch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen.

Einbau erleichtern, Sicherheit gewährleisten

Der VDE will den Einbau von Balkonkraftwerken erleichtern, hierbei aber keine Abstriche bei der Sicherheit hinnehmen. Die jetzt veröffentlichte Prüfnorm soll in den kommenden Monaten um eine erste VDE-Produktnorm für Balkonkraftwerke ergänzt werden.

Die Vorschläge des Verbandes werden zuweilen von der Politik aufgenommen und bei neuen Gesetzen berücksichtigt. So fand die Forderung, auch haushaltsübliche Schuko-Stecker für Balkonkraftwerke zuzulassen, Widerhall in der Solarstrategie der Bundesregierung. Finn Rohrbeck

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