TheSmarterE Europe 2026Vier Messen unter einem Dach

Viele Menschen in einer großen Halle von oben fotografiert
Besucherandrang am ersten Messetag der SmarterE Europe in München. (Foto: Solar Promotion GmbH)

In München hat TheSmarterE ihre Tore geöffnet. Die Messe zeigt technologische Neuheiten vieler Branchen: Solar, Speicher, E-Mobilität, digitale Netzinfrastruktur. Die neue Energiewelt will eine stabile Versorgung rund um die Uhr sichern.

24.06.2026 – Vom 23. bis zum 25. Juni präsentieren rund 2.800 internationale Aussteller ihre Lösungen, Anwendungen und Geschäftsmodelle für eine erneuerbare Energieversorgung auf der SmarterE Europe. Die Veranstalter erwarten in den kommenden drei Tagen über 100.000 Fachbesucher aus aller Welt.

Zum Auftakt der SmarterE in München lädt traditionsgemäß der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) zur Pressekonferenz und präsentiert aktuelle Zahlen und Trends der Solar- und Speicherbranche. Beim Blick auf die internationalen Märkte zeigt sich der enorme Erfolg, den die Solar- und Speicherbranche in den letzten Jahren weltweit, für sich verbuchen kann.

Internationale PV-Märkte wachsen unterschiedlich

In den letzten zehn Jahren hat sich die globale Solarstromerzeugung verzehnfacht, ihr Output von 2025 kann rechnerisch den Strombedarf der EU decken. Die Verzehnfachung der weltweit installierten Batteriespeicherleistung verlief noch rasanter, in nur fünf Jahren seit 2021. Besonders hervorzuheben: die steigende Stromnachfrage weltweit wird zu drei Vierteln aus Solarstrom gedeckt.

Schaut man auf einzelne Märkte, so ist die gute Nachricht, dass nicht mehr nur einzelne große Märkte das Wachstum tragen, sondern inzwischen auch kleinere Länder und Märkte vielerorts wachsen. David Wedephol, Geschäftsführer Internationales beim BSW-Solar, nannte Moldau, Nigeria, Chile und Marokko als Beispiel. Die Entwicklung wird möglich aufgrund der stark gefallenen Preise, wird aber auch getrieben durch die geopolitischen Unsicherheiten.

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Die Krise in der Straße von Hormus verschiebt weltweit die Prioritäten der Energiepolitik. Energiesicherheit steht für die Staaten ganz oben. Die Investitionen in heimische Erzeugung, Netze und Energieeffizienz steigen auf ein Allzeithoch.

In den traditionell großen Märkten unterscheiden sich die Entwicklungen. Es gibt Länder, deren Ausbau zwar stark ist, aber nicht mehr so stark wächst wie in der Vergangenheit. Dazu gehören Indien, Deutschland und Japan. Unangefochtener Weltmeister beim Zubau bleibt China, aber hier ging die neu installierte Kapazität zurück, da sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Indien hat die USA überrundet, nicht nur als zweitgrößtes Land für die Fertigung von PV-Modulen und Komponenten, sondern auch als Markt.

Die USA sind trotz der regulatorischen Hürden nach wie vor ein großer Solarmarkt. Der Strombedarf steigt und Solar und Batterien sind die am schnellsten verfügbare günstige Energieform. Hier könne auch die Administration nicht wirklich aufhalten, die Bundesstaaten setzen ihre Photovoltaik-Kurs fort.

In Frankreich hat der Solarmarkt 36 Prozent eingebüßt. Hier schlägt die Umstellung auf ein Ausschreibungssystem zu Buche und der starke Fokus des Landes auf Atomkraft. Italien dagegen erlebt ein Markwachstum, ein Notifizierungsprogramm der EU wurde umgesetzt und hat den Markt belebt während Spanien eine Marktsättigung erlebt.

BSW-Solar-Geschäftsführer Carsten Körning wartete ebenfalls mit vielen Zahlen zur Marktentwicklung in Deutschland auf und verwies ebenfalls auf die gewonnene Resilienz: In den letzten fünf Jahren konnten dank der Solarbranche 20 Milliarden Euro Energieimporte eingespart werden. Auf Basis von Schätzungen des Umweltbundesamtes konnten mit den in den vergangenen 20 Jahren vermiedenen rund 500 Millionen Tonnen Treibhausgase Klimaschadenskosten von bis zu 250 Milliarden Euro abgewendet werden.

Sicher und krisenfest: Versorgung rund um die Uhr weltweit garantieren

Auf The smarter E Europe wollen die Veranstalter beweisen, dass erneuerbare Energien in der Lage sind, ganze Volkswirtschaften 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche sicher versorgen. Die eigens beauftragte Studie Kostenoptimale Transformation des deutschen Energiesystems bis 2045 belegt diesen Pfad wissenschaftlich und liefert ein Modell für moderne Industrienationen am Beispiel von Deutschland. Mit einer Sonderschau Renewables 24/7 wird auf der Messe das reale, intelligente Zusammenspiel von erneuerbarer Erzeugung, Speicherung, flexibler Energieinfrastruktur und digitalem Management demonstriert.

Charlotte Senkpiel, Senior Scientist am Fraunhofer ISE und Co-Autorin der Studie, entkräftet Bedenken zur Stabilität: „Unsere Daten belegen, dass das Energiesystem auch bei einer reinen Versorgung aus erneuerbaren Quellen verlässlich läuft. Sonne und Wind ergänzen sich ideal. Ein intelligenter Verbund aus Netzen, dezentralen Batteriespeichern, regelbaren Kraftwerken betrieben mit klimaneutralen Gasen und flexibler Nachfrage gleicht wetterbedingte Schwankungen lückenlos aus.“

Zudem erhöhe der Umstieg die geopolitische Resilienz. Durch heimische Quellen sinkt der Importbedarf fossiler Brennstoffe, allein in Deutschland sind es um die 80 Prozent. Das schütze Volkswirtschaften vor extremen finanziellen Risiken, wie sie die europäische Energiekrise 2022/23 mit milliardenschweren staatlichen Hilfspaketen verdeutlichte. Millionen dezentrale Solaranlagen, Windparks und Batterien verringern außerdem das Risiko von gezielten Angriffen auf zentrale Großkraftwerke und stabilisieren die kritische Infrastruktur. Auch volkswirtschaftlich sei der Umbau die rationalste Entscheidung, ist ein Fazit der Studie. pf

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