Stichtag 31.12.2025: Aktuelle Zahlen zum Smart Meter Rollout

Der Smart-Meter-Rollout nimmt an Fahrt auf. Große Messstellenbetreiber erfüllen die vorgegebenen Einbauquoten, kleinere haben eher Probleme. Die Bundesnetzagentur hat 77 Verfahren gegen besonders säumige Unternehmen eingeleitet.
07.04.2026 – Zum Stichtag 31.12.2025 hat die Bundesnetzagentur die Zahlen zum Smart-Meter-Rollout erfasst und veröffentlicht. 20 Prozent der Pflichteinbaufälle sollten die grundzuständigen Messstellenbetreiber bis Ende 2025 mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet haben. Die 20 Prozent-Quote bezieht sich ausschließlich auf verpflichtenden Einbaufälle von Letztverbrauchern mit einem Jahresverbrauch zwischen 6.000 und 100.000 Kilowattstunden sowie steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG.
Die Bundesnetzagentur konstatiert eine erreichte Quote von 23,3 Prozent, wobei es große Unterschiede gibt. Es zeigt sich, dass vor allem Messstellenbetreiber mit vielen Messlokationen die Vorgaben erfüllen, während kleinere damit Schwierigkeiten haben. Die Daten zum Pflichtrollout basieren auf der Erfassung von 813 grundzuständigen Messstellenbetreibern.
Bei den 19 Messstellenbetreibern mit mehr als 500.000 Messlokationen liegt die Einbauquote bereits bei durchschnittlich 27,1 Prozent. Bei den 66 Messstellenbetreibern, die zwischen 100.000 und 500.000 Messstellen betreiben, beträgt die Einbauquote im Durchschnitt 19,7 Prozent. Bei den 129 Messstellenbetreibern mit 30.000 bis 100.000 Messlokationen wurde eine Einbauquote von durchschnittlich 17,5 Prozent ermittelt. Bei den 599 Messstellenbetreibern mit weniger als 30.000 Messlokationen wurde im Durchschnitt lediglich 14,6 Prozent der Messlokationen mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Da es sich um eine Durchschnittsbetrachtung handelt, ist nicht ausgeschlossen, dass einzelne, kleine Messstellenbetreiber auch deutlich höhere Quoten aufweisen.
77 Verfahren eingeleitet
Die Bundesnetzagentur hat 77 Verfahren eingeleitet gegen Unternehmen, die nach den der Bundesnetzagentur vorliegenden Zahlen mit dem Rollout noch nicht begonnen haben. Diese Unternehmen erhalten nun Gelegenheit zur Stellungnahme, bevor mögliche Zwangsgelder verhängt werden. Darüber hinaus will die Bundesnetzagentur weitere Aufsichtsverfahren einleiten.
Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) geben die säumigen Unternehmen als Grund für die fehlende Umsetzung hohe IT- und Prozessanforderungen sowie Ressourcenengpässe an. Der BDEW hebt positiv hervor, dass über 90 Prozent der Unternehmen aller Größenordnungen ihre Rolloutquoten schaffen bzw. auf gutem Wege seien. Besonders erfreulich sei, dass der Rollout an Fahrt aufnehme: Die letzten beiden Quartale des Jahres 2025 brachten einen Anstieg um 3,8 bzw. um 3,1 Prozent.
Smart-Meter-Initiative SMI mit aktuellem Smart-Meter-Atlas
Aus Sicht der SMI verhindern ökonomische Hürden den zügigen Smart-Meter-Rollout in Deutschland. Die SMI verweist auf Branchenstimmen, nach denen sich Smart Meter in Deutschland erst ab 500.000 Messstellen wirtschaftlich betreiben lassen. Grund dafür sind die komplexen und teuren, nach deutscher Norm gefertigten Messsysteme. Aufgrund der kleinteiligen Netzbetreiber-Struktur mit über 800 verschiedene Messstellenbetreibern fordert die SMI eine Konsolidierung. Der von der SMI veröffentlichte Smart-Meter-Atlas zeigt bereits die aktuellen Ausbauquote je Verteilnetzbetreiber.
Gesamteinbauquote liegt bei 5,5 Prozent
Betrachtet man die Einbauquote aller Messlokationen (rund 56,5 Millionen) in Deutschland, also nicht nur die Pflichteinbaufälle, liegt diese für intelligente Messsysteme bei 5,5 Prozent. Insgesamt wurden der Bundesnetzagentur 3.094.346 eingebaute intelligente Messsysteme gemeldet. Die in Deutschland tätigen wettbewerblichen Messstellenbetreiber (wMSB) sind allerdings nur teilweise in den Daten repräsentiert. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die wMSB eine signifikante Anzahl von Messstellen ausgestattet haben und demnach die auf alle Messstellen in Deutschland bezogene Gesamtquote tendenziell höher sein dürfte als die hier ermittelte Quote. pf















































