TOP-THEMA
EEG 2027





Digitalisierung flexibles EnergiesystemData Spaces für die Energiewende in Europa nutzen

Eine Hand hält ein Smartphone, das ein Diagramm von Solarstromerzeugung zeigt, vor einem Solarpanel
Datenaustausch im Energiesektor fördert ein flexibles und effizientes Energiesystem. (Foto: Getty Images Für Unsplash+ on Unsplash)

Rund 50 Akteure aus Energie- und Digitalwirtschaft fordern den Aufbau von Data Spaces. Das gemeinsame Ziel ist es dabei, die Energiewende zu beschleunigen, Kosten zu senken und die digitale Souveränität in Deutschland und Europa zu stärken.

29.07.2026 – Das künftige Energiesystem mit Erneuerbaren Energien, dezentralen Erzeugungsanlagen, intelligenten Netzen und flexiblen Verbrauchern erhöht die Komplexität und den Bedarf an sicherem Datenaustausch. Das von der dena veröffentliche Impulspapier „Data Spaces für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands – Leitsätze für eine souveräne und leistungsfähige digitale Energieinfrastruktur“ zeigt auf, welche Bedeutung Datenräume für unser Energiesystem haben können. Das Papier wird von einem branchenübergreifenden Partnerkreis unterstützt.

„Data Spaces schaffen die Voraussetzungen für einen sicheren, souveränen und standardisierten Datenaustausch, sagt Corinna Enders, Vorsitzende der Geschäftsführung der dena. „Sie stärken die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Energiesektors und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland. Der breite Schulterschluss der Unterstützer unterstreicht: Data Spaces sind – als öffentliche digitale Infrastruktur – eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe für Wirtschaft und Politik.“

Mehr zum Thema

Blick in den Veranstaltungsraum des CoopCamp in Weimar
CoopCamp Energiewende 2025

Digitalisierung als Motor für moderne Genossenschaften

Die Initiative #GenoDigital hatte nach Weimar eingeladen, um zur Energiewende live zu debattieren. Zeitgleich startete die digitale Plattform openGeno, die Verwaltung, Vernetzung und Wachstum im Genossenschaftsumfeld ermöglicht.

Data Spaces fördern ein flexibles und effizientes Energiesystem

Datenaustausch im Energiesektor ist heute häufig durch fragmentierte IT-Landschaften, heterogene Datenstandards und komplexe bilaterale Schnittstellen geprägt. Dies führt zu hohen Integrationskosten, erschwert die sektorenübergreifende Zusammenarbeit, begrenzt die Skalierbarkeit vieler Anwendungen und den Einsatz von künstlicher Intelligenz, so die dena. „Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist einer der kritischen Erfolgsfaktoren für ein modernes Energiesystem“, sagt Philipp Richard, Bereichsleiter Digitale Technologien & Start-up Ökosystem bei der dena. „Durch Data Spaces werden träge Prozess- und Systemlandschaften aufgebrochen.“ Unternehmen und Organisationen behielten die Kontrolle über ihre Daten und entscheiden selbst über deren Nutzung.

Durch effiziente Datenflüsse ließen sich Flexibilitäten im Energiesystem besser nutzen, Prozesse leichter automatisieren und neue Anwendungen schneller umsetzen. So erleichtern Data Spaces beispielsweise die netzdienliche Steuerung von Wärmepumpen, Speichern und Ladeinfrastruktur sowie die Einführung variabler Netzentgelte und dynamischer Tarife, heißt es im Impulspapier. Gleichzeitig sinken Aufwände für individuelle Schnittstellen und Transaktions- und Implementierungskosten.

Mehr zum Thema

Nachgefragt

5,5 Milliarden Euro durch mehr Flexibilität im Stromnetz

Volkswirtschaftliche Vorteile in Milliardenhöhe hätte ein mit 20 Gigawatt Speicherleistung zusätzlich ausgestattetes Stromsystem in Deutschland schon heute. Matthias Stark vom Bundesverband Erneuerbare Energie hat dies gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut ISE analysiert.

Dr. Matthias Stark, Leiter des Fachbereichs Erneuerbare Energiesysteme beim Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE)

Portraitfoto eines Mannes mit Bart, Dr. Matthias Stark, Leiter des Fachbereichs Erneuerbare Energiesysteme beim Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE).

Vom Pilotprojekt zum Regelbetrieb

Damit Data Spaces ihr Potenzial entfalten, sind vier zentrale Handlungsempfehlungen formuliert:

  • Wissen aus bestehenden Projekten systematisch bündeln und Erfahrungen teilen.
  • Data Spaces politisch weiter unterstützen und konsequent regulatorisch verankern.
  • Erfolgreiche Pilotprojekte in wirtschaftlich tragfähige Betriebsmodelle überführen und bis 2032 schrittweise in den operativen Betrieb bringen.
  • Datenkompetenz und Bewusstsein für die strategische Bedeutung von Daten stärken sowie Anreize für Datenaustausch und Beteiligung in Data Spaces schaffen.

Mehr zum Thema

Nachgefragt

Daten sind Grundlage für Planung und Ausbau

Die Digitalisierung der Netze ist eine Riesenaufgabe – doch was bedeutet das genau? Tobias Falke spricht im Interview über die konkreten Schritte, die zu gehen sind, und Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern.

Tobias Falke ist VP Sales & Marketing beim Smart-Grid-Spezialisten Envelio

Breiter Schulterschluss für die digitale Zukunftsfähigkeit Deutschlands

Das von der dena verfasste Impulspapier wird von rund 50 Unternehmen, Organisationen, Forschungseinrichtungen, Verbänden, Projekten und Initiativen aus der Energie- und Digitalbranche unterstützt. Die Unterzeichnenden eint das Ziel, Data Spaces als operative Dateninfrastruktur zu etablieren und Deutschland sowie Europa langfristig wettbewerbsfähig und digital souverän aufzustellen. na

Future Energy Lab (FEL)

Mit dem Future Energy Lab hat die dena im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) einen Raum geschaffen, der Digital- und Energiewirtschaft in der konkreten Erprobung digitaler Energie- und Klimatechnologien vereint. Das Projekt dena-ENDA im Future Energy Lab demonstrierte erstmals einen Energiedatenraum am Beispiel Redispatch 3.0. Im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) entwickelte das Future Energy Lab Re4DE – das Referenzsystem für Datenaustausch im Energiesektor – als anschlussfähige Infrastruktur für Energiedatenräume.

Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

max 2.000 Zeichen