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Verband der ElektrotechnikElektrofahrzeuge als Teil der Energiewende betrachten

Elektro-LKW mit Ladesäule
Der VDE sieht die Chancen der Elektrofahrzeuge als Bausteine eines flexiblen Stromsystems. (Foto: Logistik Schmitt)

Der VDE sieht Elektroautos inzwischen nicht mehr nur als zusätzliche Stromverbraucher, sondern als aktiven Baustein der Energiewende. Der Verband will das Potenzial von bidirektionalem Laden und intelligent vernetzten Fahrzeugen heben.

14.09.2026 – Die Debatte um Wettbewerbsfähigkeit und Kosten von Elektrofahrzeugen greift aus Sicht des Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) zu kurz. Die Zukunft des Elektroautos entscheide sich nicht nur auf der Straße, sondern zunehmend im Stromnetz.Elektrofahrzeuge entwickeln sich zunehmend von reinen Verkehrsmitteln zu aktiven Bestandteilen eines intelligenten und erneuerbaren Energiesystems. Eine Sichtweise, die bisher vor allem Elektromobilisten und Erneuerbaren-Branche in den Fokus rückten.

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Der Verband erkennt an, dass mit dem bidirektionalen Laden Fahrzeugbatterien künftig deutlich mehr leisten können als die Versorgung des Fahrzeugs. Sie können überschüssigen Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen aufnehmen, Lastspitzen reduzieren und Energie bei Bedarf wieder an Gebäude oder Stromnetze zurückgeben. Damit werden Elektrofahrzeuge zu flexiblen Speichern und unterstützen die Integration erneuerbarer Energien.

Nächster Entwicklungsschritt liegt nicht in größeren Batterien, sondern in intelligenter Vernetzung

Nach Meinung von Ralf Petri, Geschäftsführer VDE Mobility und Geschäftsführer der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (VDE ETG), liege der nächste Entwicklungsschritt der Elektromobilität „nicht in größeren Batterien, sondern in der intelligenten Vernetzung von Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur und Stromsystem.“

Ende 2025 hatte der VDE in einer Kurzstudie zur Interaktion zwischen E-Mobilität und Energiesystem  batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) als aktive Akteure im Energiesystem identifiziert. Seit Juni 2026 arbeiten im neuen Fachbereich Mobility der Energietechnischen Gesellschaft (VDE ETG) Automobilbranche und Netzbetreiber zusammen, um interdisziplinäre technische Fragestellungen zu diskutieren und in Normung, Forschung und Praxis zu überführen.

Zwei Forschungsprojekte zur Verbindung von e-Mobilität und Energiesystem

In zwei Forschungsprojekten untersucht der VDE, wie die Potenziale praktisch genutzt werden können. Im Forschungsprojekt BiFlex-Industrie werden gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern rückspeisefähige Elektrofahrzeuge an Unternehmensstandorten erprobt. Ziel ist es, den Nutzen bidirektionaler Fahrzeugflotten für Unternehmen und das Stromsystem nachzuweisen sowie die Voraussetzungen für neue energiewirtschaftliche Geschäftsmodelle zu schaffen. Am 18. November findet die Abschlusskonferenz des Projektes statt.

Das Projekt PeakSaver untersucht derweil eine weitere zentrale Fragestellung der zukünftigen Elektromobilität: die intelligente Nutzung von Fahrzeugdaten für energiewirtschaftliche Prozesse. Im Projekt werden Konzepte entwickelt, um Mess- und Zustandsdaten von Elektrofahrzeugen standardisiert und sicher für Bilanzierung, Abrechnung sowie die Vermarktung von Flexibilitäten nutzbar zu machen. Damit schafft PeakSaver wichtige Voraussetzungen dafür, dass Elektrofahrzeuge künftig unabhängig vom Ladeort aktiv in Energie- und Flexibilitätsmärkte eingebunden werden können.

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Auch an internationalen Standards wird gearbeitet

Damit bidirektionales Laden vom Pilotprojekt in den Massenmarkt überführt werden kann, sind international harmonisierte Normen und eine durchgängige Interoperabilität entlang der gesamten Wertschöpfungskette erforderlich. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel von Elektrofahrzeug, Ladeinfrastruktur, Gebäude- und Energiemanagementsystemen sowie den Akteuren des Energiemarktes.

Zentrale Grundlagen hierfür werden derzeit in internationalen Normungsprojekten geschaffen. Dazu zählen insbesondere die ISO-15118-Familie für die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladeeinrichtung, die IEC-61851-Reihe für Ladeinfrastruktur sowie die IEC-63110 zur Digitalisierung und Fernsteuerung von Ladeinfrastruktur. Darüber hinaus gewinnen Standards zur Einbindung in Energiemanagement- und Netzsteuerungssysteme zunehmend an Bedeutung.

Über die vom VDE getragene DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik fließt die Expertise von Automobilindustrie, Energiewirtschaft, Wissenschaft und Ladeinfrastrukturherstellern in die europäischen und internationalen Normungsgremien ein. Ziel ist es, herstellerübergreifende, sichere und interoperable Lösungen zu schaffen, damit Elektrofahrzeuge künftig systematisch als flexible Energiespeicher in das Energiesystem integriert werden können. Denn der künftige Wettbewerb wird künftig „nicht allein über Batterien und Fahrzeugplattformen entschieden“, erklärt Alexander Nollau, Head of Energy & Mobility bei der DKE. Ebenso wichtig seien offene Standards, Interoperabilität und die Integration von Elektrofahrzeugen in das Energiesystem. Wer die Standards von morgen mitgestaltet, gestalte auch die Märkte von morgen. pf

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