SolarPower Europe: Europas Batteriemarkt vor Rekordjahr 2026

2026 wird ein Zubau von über 50 Gigawattstunden erwartet, ein Plus von 44 Prozent. Bis 2030 soll der jährliche Ausbau auf 138 GWh steigen, wobei Großspeicher dominieren. Doch eine Lücke bleibt.
10.07.2026 – Großspeicher werden 2026 fast zwei Drittel des jährlichen Zubaus ausmachen und bis 2030 rund 67 Prozent der gesamten installierten Kapazität. Die Nachfrage nach Heimspeichern dürfte sich allmählich erholen, gestützt durch die breitere Verfügbarkeit dynamischer Stromtarife und ein wachsendes Interesse der Verbraucher an Eigenversorgung, und 2026 rund 13,2 Gigawattstunden (GWh) erreichen. Für das Gewerbe- und Industriesegment wird für 2026 ein Zubau von knapp 6 GWh erwartet, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 26 Prozent.
Politische Lücke
Bis 2030 soll Europas kumulierter Speicherbestand im mittleren Szenario von SolarPower Europe 582 GWh erreichen, davon 470 GWh in der EU-27. Beide Werte liegen unter den 600 GWh, die Rystad Energy als notwendig modelliert hat, um die EU-Ziele für Klima, Energiesicherheit und Bezahlbarkeit zu erreichen. Nur das hohe Szenario mit 593 GWh kommt dieser Schwelle nahe. Auch das im Rahmen von AccelerateEU festgelegte EU-Ziel von 200 GW Speicherleistung bis 2030 wird im mittleren Szenario voraussichtlich verfehlt.
SolarPower Europe fordert einen eigenen EU-Aktionsplan für Batteriespeicher, um das zu schließen, was der Verband als strukturelle Flexibilitätslücke beschreibt. Als die drei Prioritäten nennt der Verband: eine Reform der Netzentgeltstrukturen, die Flexibilität angemessen honoriert; einen diskriminierungsfreien Marktzugang für Batteriespeicher; und eine langfristig verlässliche Politik, um das Vertrauen der Investoren zu stärken.
Rückblick 2025: 100-GWh-Marke geknackt
Europa hat 2025 rund 36 GWh neue Batteriespeicherkapazität installiert. Damit überschreitet die gesamte betriebsbereite Kapazität erstmals die Marke von 100 GWh, und die Serie aufeinanderfolgender Wachstumsjahre setzt sich im zwölften Jahr fort. Die jährliche Wachstumsrate lag bei 48 Prozent – eine deutliche Erholung gegenüber dem schwächeren Jahr 2024. Innerhalb der EU-27 wurden 27 GWh installiert, das entspricht 75 Prozent des gesamten europäischen Zubaus. Die kumulierte EU-Kapazität erreichte damit zum Jahresende knapp 80 GWh.
Aufstieg der Großspeicher
Die prägende Entwicklung des Jahres 2025 war der Aufstieg der Großspeicher zum größten Marktsegment im Jahresvergleich. Erstmals entfiel mehr als die Hälfte der Neuinstallationen auf Großanlagen. Treiber waren wachsende Anforderungen an die Netzflexibilität, bessere Möglichkeiten zur Erlöskombination, sinkende Technologiekosten, der Ausbau hybrider Solar-plus-Speicher-Projekte sowie ein zunehmendes Vertrauen der Investoren. Die Verlangsamung im Jahr 2024 hatte die Richtung bereits vorgegeben: Das damalige Wachstum bei Großspeichern glich den Rückgang im Heimspeichersegment aus, der wiederum eine Korrektur nach der außergewöhnlichen Expansion infolge der Energiekrise von 2022 darstellte.
Marktgeografie: Verschiebungen in den Top Fünf
Deutschland, das Vereinigte Königreich und Italien behaupteten 2025 die ersten drei Plätze, auch wenn ihr gemeinsamer Anteil an den europäischen Installationen von rund 80 Prozent im Jahr 2024 auf 62 Prozent zurückging, da sich der Zubau auf kleinere Märkte ausweitete. Die Ukraine und Bulgarien zogen in die Top Fünf ein und steuerten jeweils fast 3 GWh bei.
Deutschland wuchs nur um zwei Prozent, Italien schrumpfte um 18 Prozent, da Investoren vor der ersten Runde des italienischen Auktionsprogramms MACSE zurückhaltend agierten. Das Vereinigte Königreich erholte sich nach einem Rückgang von 14 Prozent im Jahr 2024, der auf geringere Erlöse im Bereich netzgekoppelter Großspeicher zurückzuführen war. Der rasche Aufstieg der Ukraine spiegelt die strategische Rolle wider, die Batteriespeicher nach den weitreichenden Schäden an der Stromversorgungsinfrastruktur des Landes übernommen haben. Hans-Christoph Neidlein





















































Kommentare
THOMAS BARTSCH HAUSCHILD am 15.07.2026
Sonne + Wind sind kostenlose Energieerzeuger und verursachen keine Schadstoff Emissionen.Doch die Überproduktion an Stromenergie müssen als Reserve für die Flaute - Zeiten zum Einsatz kommen ind erste in grossen Mengen zwischen gespeichert werden.Diese Komponente muss jedoch zeitgleich parallel laufen mit dem Ausbau der Strom + Verteilnetze.
Doch die Lobbyisten von Gas,und Öl sitzen in der Bundesregierung und bremsen alles aus um die Atomkraft und neue Gaswerke zu bauen.
Zukunft geht nicht mehr vorwärts sondern wieder rückwärts in die 70iger Jahre.
Die Vergangenheit hat keine Zukunft- hilft nicht wirklich weiter zur Lösung des Klimawandels- das Ahrtal darf sich nicht wiederholen- die Endlagerung des Autommülls warten bis in die Unendlichkeit.