Flexibles EnergiesystemGroßbatteriespeicher für ehemaliges AKW Philippsburg

Blick auf einen Industriepark mit Fabrikhallen und Strommasten, Bäume und Wiesen im Umfeld
Im Energiepark Philippsburg möchte die EnBW einen der größten Batteriespeicher Deutschlands errichten, auf einer Fläche neben dem TransnetBW Konverter. (Quelle: TransnetBW)

Am Standort des ehemaligen Kernkraftwerks Philippsburg entwickelt EnBW einen Energiepark als Knotenpunkt für Erneuerbare Energien. Ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 800 Megawattstunden soll zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen.

25.08.2025 – Der Kraftwerksstandort Philippsburg im Landkreis Karlsruhe steht exemplarisch für den Wandel der deutschen Energieversorgung: Seit 2017 und 2020 läuft der Rückbau der beiden Kernkraftwerksblöcke. Auf einem benachbarten Teil des Energieparks hat der Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW ein großes Gleichstrom-Umspannwerk errichtet. Dieser sogenannte Konverter ist Teil der neuen Gleichstromverbindung Ultranet und wird Windstrom aus Norddeutschland im Südwesten der Republik verfügbar machen.

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Dr. Patrick Schulz ist Rechtsanwalt in der auf Energierecht spezialisierten Kanzlei BRAHMS NEBEL & KOLLEGEN

Einer der größten Batteriespeicher Deutschlands

Nun hat die EnBW dem Gemeinderat der Stadt ein Projektvorhaben für einen Großbatteriespeicher am Standort vorgestellt: Hier soll einer der größten Batteriespeicher Deutschlands entstehen, mit einer Leistung von 400 Megawatt und einer Kapazität von 800 Megawattstunden. Das entspricht rechnerisch dem täglichen Strombedarf von rund 100.000 Haushalten. Steht viel Strom aus regenerativen Quellen wie Wind- oder Sonnenenergie zur Verfügung, nimmt der Speicher Strom aus dem Netz auf. Wird der Strom benötigt, wird er wieder eingespeist. Damit würde Philippsburg zu einem zentralen Knotenpunkt und Speicherort für Strom aus Erneuerbaren Energien in Deutschland.

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Für die Zukunft gerüstet

„Großbatteriespeicher haben im Energiesystem der Zukunft die Aufgabe, kurzfristig zwei Seiten miteinander in Einklang zu bringen: die wetterabhängige Erzeugungsleistung der Erneuerbaren Energien und den tatsächlichen Strombedarf von Haushalten, Gewerbe und Industrie. Sie stellen, gemeinsam mit den auch auf längere Einsatzzeiträume ausgelegten wasserstofffähigen Gaskraftwerken, die Flexibilität zur Verfügung, die wir im System benötigen“, erklärt Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei der EnBW. „Philippsburg ist bereits seit einem halben Jahrhundert einer der wichtigsten Energiestandorte in ganz Deutschland – und diese herausragende Rolle soll unsere Gemeinde auch in Zukunft haben: als Ankerpunkt und riesiger Speicher für eine nachhaltige Stromerzeugung“, ergänzt Philippsburgs Bürgermeister Stefan Martus.

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Idealer Standort als Knotenpunkt

Das Großprojekt soll ohne staatliche Förderung realisiert werden. Neben den Erlösen aus der Vermarktung der Strommengen soll sich der Speicher über das Angebot von netzdienlichen Leistungen finanzieren. Durch den bereits vorhandenen Netzanschluss und die existierende Energieinfrastruktur vor Ort ist der Standort optimal für den Großbatteriespeicher geeignet. Durch diese Weiternutzung lässt sich das Batteriespeicherprojekt deutlich einfacher realisieren, als es bei einer Umsetzung an einem komplett neuen Standort der Fall wäre. TransnetBW stellt den Netzanschluss mit der entsprechenden Leistung voraussichtlich Mitte 2027 für die Ein- und Ausspeicherung bereit. hcn

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