Marktreport Großspeicher in der EU: Neue große Batteriespeicher treiben das Wachstum

Zum zwölften Mal in Folge wurde 2025 in der EU eine Rekordzahl an Batteriespeichersystemen installiert. Der Neubau von Großspeichern dominierte und sorgte für ein Wachstum der Speicherkapazität von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
29.01.2026 – Insgesamt 27,1 Gigawattstunden Speicherkapazität hatten die im vergangenen Jahr in der EU neu gebauten Batteriespeicher. Damit hat sich das theoretisch mögliche Stromspeichervolumen seit 2021 verzehnfacht, von damals 7,8 Gigawattstunden auf derzeit 77,3 Gigawattstunden. Um ihren Flexibilitätsbedarf im Stromsektor bis 2030 zu decken, muss die EU diese zehnfache Steigerung wiederholen und bis zum Ende des Jahrzehnts die Kapazität auf rund 750 Gigawattstunden steigern.
Trendwende im Markt – Großspeicher dominieren den Zubau
Der Europäische Solarverband SolarPower Europe zeigt in seinem Batteriespeicherreport, dass dieses rasante Wachstum dem Zubau von Großspeichersystemen zu verdanken ist. 55 Prozent Kapazitätswachstum gehen auf dieses Segment zurück. Diese Entwicklung markiert laut Solar Power eine Veränderung im Markt, ermöglicht durch bessere politische Rahmenbedingungen.
Während Kleinspeicher im privaten Umfeld weiter eine wichtige Rolle spielen, wurden doch weniger als noch in den Vorjahren installiert. Auf dieses Segment entfallen 9,8 Gigawattstunden, sechs Prozent weniger als im Vorjahr. Hier machen sich niedrigere Strompreise und reduzierte Förderungen bemerkbar. Gewerbliche und industrielle Batteriesysteme wuchsen mäßig, bleiben aber ein kleineres Marktsegment.
Die Entwicklung zeige, dass die Technologie ausgereift ist, die Systemvorteile klar sind und Investoren bereitstehen, kommentierte Walburger Hemetsberger, Geschäftsführerin von SolarPower Europe. Doch nun gelte es, die Entwicklung weiter zu beschleunigen, denn gebraucht werde eine Batterieflotte, die ein vollständig flexibles, erneuerbares Energiesystem unterstützen könne.
Auch in der Fertigung sind positive Trends sichtbar
Nicht nur beim Zubau, auch in der Fertigung gibt es Bewegung. Der Bericht stellt fest, dass Europa eine solide Midstream-Industriebasis mit 252 Gigawattstunden nominaler Batteriezellenproduktion im Jahr 2025 aufgebaut hat. Jedoch bestehen weiterhin strukturelle Lücken. Eine gute Entwicklung gibt es in der Elektrolyt- und Separatorproduktion, die Herstellung von kathoden- und anodenaktiven Materialien bleibt hingegen begrenzt. Außerdem sind 90 Prozent der bestehenden Zellfertigungskapazitäten auf Elektrofahrzeuge und nicht auf stationäre Speicher ausgerichtet.
Wo die EU unterstützen muss
SolarPower Europe verweist auf drei Bereiche, die die EU prioritär angehen solle, um die Batteriespeicherung effektiv zu skalieren. Um den Ausbau weiter zu beschleunigen, sollen Genehmigungen vereinfacht und beschleunigt werden. Gut projektierte und netzdienliche Proukete sollten priorisiert werden.
Um widerstandfähige Lieferketten aufzubauen, sollten gezielt Investitionen in die EU-Batterieproduktion unterstützt werden, darüber hinaus der Zugang zu kritischen Rohstoffen gestärkt und globale Partnerschaften entwickelt werden.
Um Qualität und Sicherheit zu stärken, sollten die EU-weiten Sicherheitsstandards und Unfallberichte harmonisiert werden, die Regeln für Recycling und Secondlife-Batterien verbessert sowie die Dokumentation des CO2-Fußabdrucks entlang der Wertschöpfungskette implementiert werden. pf

















































