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Berlin testet die urbane Wärmewende

Wie kann Berlin bis 2050 klimaneutral werden? Gerade im Gebäudebereich muss eine Lösung für eine Versorgung mit klimafreundlicher Wärme gefunden werden. (Foto: <a href="https://pixabay.com/" target="_blank">pixabay</a>, <a href="https://creativecommon
Wie kann Berlin bis 2050 klimaneutral werden? Gerade im Gebäudebereich muss eine Lösung für eine Versorgung mit klimafreundlicher Wärme gefunden werden. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Die Wärmewende kommt nur stockend voran, gerade in Großstädten sind die Möglichkeiten zum CO2-neutralen Heizen begrenzt. Nun widmen sich Forscher der Frage, wie Berlin exemplarisch für andere Städte klimaschonend mit Wärme versorgt werden kann.

18.01.2017 – Das dreijährige Forschungsprojekt „Urbane Wärmewende“ soll am Beispiel Berlins Empfehlungen für eine sozial-ökologische Transformation der Energieinfrastrukturen entwickeln. „Mit den Forschungsergebnissen möchten wir den neuen Berliner Senat, aber auch Politik, Verwaltung, Unternehmen und die Zivilgesellschaft unterstützen, etwa bei Themen wie einer urbanen Wärmeplanung, bei der Identifikation von Quartierslösungen oder bei der stärkeren Kopplung der Sektoren Strom und Wärme“, erklärt Projektleiter Bernd Hirschl das Vorhaben. Sein Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) führt das Projekt, gemeinsam mit der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der TU Berlin und der Universität Bremen. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesforschungsministerium.

Kern des Projekts sind drei Berliner Stadtteile, die zu sogenannten „Reallaboren“ werden, in denen die Wissenschaftler unterschiedliche Wärmeszenarien simulieren und bewerten werden. Sie folgen dabei dem Leitbild der urbanen Wärmewende, „die umwelt- und sozialverträglich sowie intelligent mit anderen Infrastrukturen vernetzt und resilient gestaltet ist“. Zusammen mit Akteuren aus der Praxis sollen vor allem das Potenzial und die Machbarkeit der Wärmewende in Großstädten untersucht werden. Weitere Fragen sind: Wie können Wirtschaft und Verwaltung sinnvoll zusammenwirken? Und was bedeutet ein Umbau zu weitgehend CO2-freier Energieerzeugung aus betriebswirtschaftlicher und kommunalwirtschaftlicher Sicht?

Bis 2050 klimaneutral

Für die Forscher wartet jede Menge Arbeit. Zudem bestehen in der Politik noch große Unsicherheiten, wie eine Wärmeversorgung der Zukunft überhaupt genau aussehen soll. „Aufgrund der hohen Nachfrage in Ballungsräumen können Haushalte und Gewerbe sowohl mit dezentral hergestellter Wärme als auch über das Leitungsnetz versorgt werden“, sagt Projektleiter Hirschl. Eines scheint aber klar: Die verschiedenen Energieinfrastrukturen für Strom, Wärme und Gas müssen intelligenter vernetzt werden.

Auch Hirschl weiß um die Bedeutung des Vorhabens: „Mit dem Projekt ‚Urbane Wärmewende‘ nehmen wir uns nun eine der härtesten Nüsse vor, die Berlin auf seinem Weg in die Klimaneutralität zu knacken hat.“ Fast die Hälfte der Berliner CO2-Emissionen fallen durch die Wärmeversorgung im Gebäudebereich an, bis 2050 will die Stadt klimaneutral sein. Ohne eine erfolgreiche Wärmewende wird das nicht gelingen. cw


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