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Energieverbrauch für Wärme 2014 gesunken

Bei Neubauten wird zunehmend in Wärmedämmung investiert – das Gesetz schreibt es vor. (Foto: Nicole Allé)
Bei Neubauten wird zunehmend in Wärmedämmung investiert – das Gesetz schreibt es vor. (Foto: Nicole Allé)

Heizenergiebedarf und -kosten in Mehrfamilienhäusern sind in Deutschland im Jahr 2014 gegenüber 2013 gesunken. Das liegt nicht nur am niedrigen Öl- und Gaspreis, sondern auch an Investitionen in die Wärmesanierung. Eine Wärmewende ist das noch nicht.

09.10.2015 – Nach den Berechnungen des vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) gemeinsam mit dem Energiedienstleister ista Deutschland GmbH erarbeiteten Wärmemonitors Deutschland 2014 sank der Energieverbrauch für Wärme gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Prozent, auf die Wohnfläche heruntergerechnet Die Einsparungen beim Heizenergiebedarf entsprechen demnach etwa 3,4 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche. Da der Heizenergiebedarf den um witterungsbedingte Einflüsse bereinigten Heizenergieverbrauch darstellt, sind die Auswirkungen des milden Winters bereits in der Erhebung berücksichtigt.

In den vergangenen zehn Jahren sank der Bedarfswert um über 15 Prozent. Hier greifen wohl strengere Energie-Richtlinien nach EnEV für neue Immobilien als auch KfW-Förderungen für die energetische Sanierung sowie anhaltend niedrige Bauzinsen. Vor allem in den beliebten Städten in den alten Bundesländern wurden viele Immobilien energetisch ertüchtigt. In den ostdeutschen Bundesländern wurde bereits nach der Wiedervereinigung recht umfassend saniert. Während im Jahr 2003 der durchschnittliche Energiebedarf in Westdeutschland mit 152 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche deutlich höher war als mit 133 kWh in Ostdeutschland, kann für die abgelaufene Heizperiode mit 0,5 kWh nun kaum noch ein Unterschied festgestellt werden.

Das Ziel der Bundesregierung ist es, dass Immobilien in Deutschland bis 2050 klimaneutral sein sollen. Um diesem Ziel näher zu kommen, müssten Schätzungen zufolge Gebäude im Schnitt alle 50 Jahre grundsaniert werden. DIW und Ista schätzen nun allerdings, dass eine Grundsanierung durchschnittlich nur aller 75 Jahre erfolgt. Das wäre also bei weitem nicht ausreichend. Hinzu kommt, dass viele Gebäude – häufig aus finanziellen Gründen – erst gar nicht saniert werden, zumal Anforderungen an Brandschutz und Statik bislang immer höher werden.

Aufgrund niedriger Energiepreise sind auch die Heizkosten gesunken, deutschlandweit von 11,14 auf 9,85 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, das entspreche einem Rückgang von knapp 12 Prozent gegenüber dem Jahr 2013, berichtet das DIW. Gleichzeitig ist im Zuge der Energiewende aber auch ein leicht gesteigertes Bewusstsein für den Heizenergieverbrauch entstanden.

Auch geringinvestive Effizienzmaßnahmen in Wohnimmobilien, wie zum Beispiel die gezielte unterjährige Information von Verbrauchern über ihre Energieverbräuche und die damit verbundenen Kosten, könnten erheblich zum Erreichen der Klimaschutzziele beitragen, so Walter Schmidt, CEO von ista Deutschland. Vor diesem Hintergrund erhebt das DIW Berlin gemeinsam mit der ista Deutschland GmbH seit 2013 den Wärmemonitor, der auf einem Datenbestand von jährlichen Heizenergieabrechnungen für rund 300.000 Mehrfamilienhäuser in ganz Deutschland basiert. na


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