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Erneuerbares Heizen im Neubau günstiger als Öl und Gas

Während die Autoren der Studie mit ihren Berechnungen Einfamilienhäusern von Pelletkesseln abraten und Wärmepumpen favorisieren, sieht es bei Mehrfamilienhäusern genau anders herum aus. (Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain)
Während die Autoren der Studie mit ihren Berechnungen Einfamilienhäusern von Pelletkesseln abraten und Wärmepumpen favorisieren, sieht es bei Mehrfamilienhäusern genau anders herum aus. (Foto: pixabay.com, CC0 Public Domain)

Erneuerbare Energien sind nicht nur im Strombereich sondern auch beim Heizen von Gebäuden immer konkurrenzfähiger. Eine neue Studie kommt nun zu dem Schluss: Im Neubau können Wärmepumpe und Pelletkessel sogar die wirtschaftlichste Wahl sein.

12.04.2016 – Zu diesen Ergebnissen kommt der BDEW-Heizkostenvergleich Neubau 2016 des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der als Lobbyvertretung der großen Energieversorger bislang nicht als größter Förderer Erneuerbarer Energien galt. Erstellt wurde die Studie vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden. Trotz eines Rückgangs bei der Installation von Wärmepumpen und Holzkesseln 2015 und eines Anstiegs von neuen Öl- und Gasheizungen, sind die erneuerbaren Heizalternativen nicht nur aus Sicht des Klimaschutzes sondern auch wirtschaftlich konkurrenzfähig.

Für den Heizkostenvergleich haben die Experten aus Dresden ausgerechnet, wie viel Geld die Bewohner von Neubauten verschiedener Effizienzstandards für Heizwärme aus unterschiedlichen Technologien pro Jahr ausgeben müssen. Beachtet wurden dabei die Investitionskosten, sowie laufende Kosten für Verbrauch, Wartung, Reparatur etc. und Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG). Betrachtet wurden Ein- und Mehrfamilienhäuser.

Wärmepumpe für Ein-, Holzkessel für Mehrfamilienhäuser

Bei den Einfamilienhaus-Neubauten mit durchschnittlichem Wärmeschutz weisen Nah- und Fernwärmesysteme den Berechnungen zufolge die niedrigsten Jahresgesamtkosten auf, dicht gefolgt von Gas-Brennwert-Systemen und Luft-Wasser-Wärmepumpen. Für neue Einfamilienhäuser, die die EnEV-Mindestanforderungen erfüllen, erweist sich dagegen eine Luft-Wasser-Wärmepumpe als die beste Heiztechnologie, gefolgt von einem Gas-Brennwert-System. Baut man ein Einfamilienhaus nach Vorgaben für ein KfW-Effizienzhaus 55, sinken die verbrauchsgebundenen Kosten durch den verbesserten baulichen Wärmeschutz und effizientere Anlagentechnik. Infolgedessen sind die Jahreskosten für ein System mit Luft-Wasser-Wärmepumpe am geringsten.

Während die Autoren der Studie mit ihren Berechnungen Einfamilienhäusern von Pelletkesseln abraten und Wärmepumpen favorisieren, sieht es bei Mehrfamilienhäusern anders aus. Bei einem Neubau mit EnEV-Mindestwärmeschutz liegt die Pelletkessel-Anlage wegen der geringeren Brennstoffpreise vorne, gefolgt vom Gas-Brennwert-Kessel. Nimmt man beim Mehrfamilienhaus den typischen baulichen Wärmeschutz als Berechnungsgrundlage ist wiederum der Gaskessel die günstigere Alternative. Nah- und Fernwärme sind nur unwesentlich teurer.

Unsichere Rohstoffpreise von Öl und Gas

Nicht zu unterschätzen ist allerdings, dass man sich mit dem Einbau eines neuen Heizsystems auf mindestens 20 Jahre auf einen Energieträger festlegt. Gerade bei Öl und Gas kann das problematisch werden, da die Rohstoffpreise stetig schwanken und diese somit zum Unsicherheitsfaktor werden können. Die Autoren des Heizkostenvergleichs verwendeten für ihre Berechnungen die durchschnittlichen Brennstoffpreise zwischen Oktober 2014 und September 2015. Verglichen mit dem langjährigen Mittel war Heizöl in diesem Zeitraum sehr günstig, aber teurer als derzeit. Steigen die Preise für Öl und Gas wieder an, schneiden die erneuerbaren Heizsysteme im Vergleich noch besser ab als in der Studie. Zudem dürften die Preise für diese Technologien in den kommenden Jahren weiter sinken. cw


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