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München beginnt drittes Geothermie-Projekt

In Bayern sind bereits 20 Geothermie-Projekte in Betrieb, München soll bis 2040 vollständig mit erneuerbarer Fernwärme versorgt werden. (Grafik: Forschungsprojekt TIGER)
In Bayern sind bereits 20 Geothermie-Projekte in Betrieb, München soll bis 2040 vollständig mit erneuerbarer Fernwärme versorgt werden. (Grafik: Forschungsprojekt TIGER)

Bis 2040 soll ganz München mit erneuerbarer Fernwärme versorgt werden, das ist das Ziel der Stadtwerke. Zwei Anlagen erzeugen bereits mit Energie aus der Tiefe sauberen Strom und Wärme, nun beginnen die Bohrarbeiten für das dritte Projekt.

03.10.2015 – Im Stadtteil Freiham im Westen der Stadt haben Ende September offiziell die Arbeiten für das nächste Geothermie-Projekte begonnen. Dort wollen die Stadtwerke München gemeinsam mit einem Bohr- und Brunnenunternehmen bis zu 2.300 Meter tief bohren und heißes Wasser zur Erzeugung von Wärme und Strom nutzen.

Bayern ist fast das einzige Bundesland, das Erdwärme systematisch zur Energieerzeugung nutzt. Auch Rheinland-Pfalz und im kleinen Rahmen Baden-Württemberg haben Anlagen installiert. Andere Bundesländer wie Niedersachsen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern haben immerhin einige Vorhaben in Planung. In Bayern sind 20 Geothermie-Projekte in Betrieb, in München ein Geothermie-Heizkraftwerk in Sauerlach und ein Heizwerk in Riem.

Bis zu 16 Geothermie-Anlagen in München

Gerade der Großraum München bietet ähnlich wie der Oberrheingraben gute Voraussetzungen, um CO2-frei und umweltfreundlich Energie zu erzeugen. Geschätzt wird vor allem die über Jahrzehnte hinaus stabile und zuverlässige Energieversorgung. Die günstige Lage im bayerischen Molassebecken privilegiere für die Nutzung der hydrothermalen Geothermie, heißt es bei den Stadtwerken München. In Bayern, wo die Windkraft massiv ausgebremst wurde, könnte Geothermie so eine sinnvolle alternative und saubere Energiequelle werden.

In München und dem südlichen Umland befindet sich in einer Tiefe von 2.000 bis 3.000 Metern ein Heißwasservorkommen mit Temperaturen zwischen 80 bis 140 Grad Celsius – ein riesiger Vorrat an umwelt- und klimafreundlicher Energie. Die andauernde Wärme des Thermalwassers lässt sich sehr gut zum Heizen verwenden, bei hohen Temperaturen auch zur Stromerzeugung. Die Stadtwerke gehen durch umfangreiche Seismik-Messungen im Stadtgebiet davon aus, dass bis zu 16 Geothermie-Anlagen im Bereich des Fernwärmenetzes möglich sind. cw


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