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Neue Energie für die Wärmewende

Solarthermische Prozesswärme ist ein sinnvoller Baustein für die Wärmewende. (Foto: © Fraunhofer ISE)
Solarthermische Prozesswärme ist ein sinnvoller Baustein für die Wärmewende. (Foto: © Fraunhofer ISE)

Um eine fundierte Diskussion über geeignete Politikinstrumente für die Wärmewende fortzusetzen hat der ForschungsVerbund Erneuerbare Energien ein Positionspapier veröffentlicht, das einen Überblick über die Handlungsoptionen im Wärmesektor bietet.

02.10.2015 – Das aktuelle Positionspapier des FVEE „Erneuerbare Energie im Wärmesektor – Aufgaben, Empfehlungen und Perspektiven“ analysiert den Wärmemarkt und stellt mögliche Lösungsansätze vor. Zu den wichtigsten Technologien, die für eine nachhaltige Wärmeversorgung erforderlich sind, gehören demnach Solarthermie, Biomasse, Wärmepumpen und die Tiefengeothermie. Zudem stellt das Papier die Herausforderungen in der Systemintegration und die Systemtechnologien vor – Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmespeicher, Heizen mit erneuerbarem Strom sowie Wärmenetze und kommunale Wärmepläne – und liefert auf Basis der beschriebenen Entwicklungspotenziale dieser Technologien Empfehlungen für eine Wärmewende.

„Die Wärme macht 58 Prozent des Endenergiebedarfs aus, wobei heute erst 11 Prozent davon mit Erneuerbaren Energien gedeckt werden“, so Gerhard Stryi-Hipp vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE und Leiter des zuständigen Fachausschusses des FVEE bei der Expertendiskussion Ende September im Fraunhofer Forum in Berlin. „Wir benötigen sowohl eine entschiedenere Markteinführungspolitik für Erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen, als auch eine deutlich erhöhte Forschungsförderung, um das große Innovationspotenzial in den Wärmetechnologien zu heben.“

Eine optimierte nachhaltige Wärmeversorgung hänge auch von der Ausgestaltung des Strom- und Mobilitätssektors ab, ergänzte Prof. Daniela Thrän vom Deutschen Biomasseforschungszentrum und vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung. „Die Sektoren wirken immer mehr zusammen durch Technologien wie KWK, Wärmepumpen oder Power to Heat. Eine Bewertung einzelner Technologien ohne Beachtung ihrer Rolle im Gesamtsystem wäre nicht zielführend. Wir brauchen deshalb ein integriertes Energiekonzept für Strom, Wärme und Kälte sowie Mobilität.“

Das Positionspapier analysiert die verschiedenen Gründe, warum die Wärmewende nicht wirklich vorankommt: Die liegen u.a. in der hohen Heterogenität von eingesetzten Heiztechnologien und Anlagengrößen, von Gebäudetypen sowie von Eigentümern und Betreibern. Außerdem zeichnet sich der Wärmemarkt durch eine höhere Komplexität im Vergleich zum Strommarkt aus. Die starke Abhängigkeit von global geprägten fossilen Energiepreisen sowie die sozialen Aspekte der Wärmeversorgung reduzierten die Handlungsspielräume der Politik. Das Positionspapier macht deutlich, dass diese besondere Charakteristik des Wärmesektors stärker berücksichtigt werden muss, um erfolgreiche Lösungsansätze für die Wärmewende zu entwickeln.

Das Positionspapier kann auf der Internetseite des FVEE kostenfrei bestellt oder heruntergeladen werden.


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