Wärmewende mit Sektorenkopplung: Abwärme-Potenzial von Rechenzentren und Elektrolyseuren nutzen

Rechenzentren und Elektrolyseure werden selten systemoptimiert geplant, daher gehen oft wichtige Effizienzpotenziale verloren. Ein Projekt zur optimierten Standortwahl und Abwärmenutzung will diese Lücke schließen.
18.03.2026 – Damit die Energiewende gelingt, müssen die verschiedenen Sektoren – Strom, Wärme, Mobilität, Industrie und zunehmend auch digitale Infrastrukturen – enger miteinander verzahnt werden. Bislang wird die Planung von Energieerzeugungs- und Energieverbrauchsanlagen jedoch meist getrennt voneinander betrachtet. Das führt dazu, dass wichtige Synergien nicht zur Nutzung kommen und Effizienzpotenziale verloren gehen.
Standorte von Rechenzentren und Elektrolyseuren werden selten aus der Perspektive von Systemintegration gewählt.Das Projekt ON_Site – Optimierte Nutzung dezentraler Abwärmepotenziale von Rechenzentren und Elektrolyseuren – des Borderstep Instituts und der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zielt darauf, diesen Prozess zu hinterfragen. Bis September 2027 sollen die Sektoren Strom, Wärme, Mobilität, Industrie und digitale Infrastruktur enger verzahnt werden.
Anhand von Referenzkommunen wird untersucht, inwieweit eine Standortwahl mit Blick auf das Gesamtsystem und insbesondere mit Blick auf die Optimierung der Abwärmenutzung möglich ist. Unterschiedliche Energieträger und Infrastrukturen werden dabei nicht isoliert, sondern als Teil eines Gesamtsystems gedacht und gesteuert, berichten die Akteure. So kann etwa die Abwärme eines Rechenzentrums zur Versorgung von Wärmenetzen beitragen. Oder der Strom für Elektrolyseure gezielt in Zeiten hoher erneuerbarer Einspeisung zur Nutzung kommen. Jens Clausen ist Mitgründer des Borderstep Instituts und Experte für Energiesysteme, er erläutert: „Rechenzentren und Elektrolyseure werden selten systemoptimiert geplant. Dadurch gehen wichtige Effizienzpotenziale verloren. ON_Site schließt diese Lücke und schafft volkswirtschaftliche Gewinner.“
Durch ON_Site sollen unterschiedliche Energieträger und Infrastrukturen nicht isoliert, sondern als Teil eines Gesamtsystems gedacht und gesteuert werden. Eine Vorstudie schafft einen Überblick über die techno-ökonomischen und die institutionellen Sachverhalte rund um die Ansiedlung von Anlagen mit Abwärme-Potenzial und insbesondere deren Anbindung an Strom-, Wasserstoff-, Wärme- und Datennetze.
In Workshops mit den beteiligten Akteuren ermitteln Borderstep und die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) die technisch-ökonomischen Voraussetzungen einer systemdienlichen Standortwahl für zwei Referenzkommunen. Anhand dieser werde nun untersucht, wie die Standortwahl an die Verfügbarkeit Erneuerbarer Energien und eine optimale Abwärmenutzung gekoppelt werden kann, berichten die Akteure. Dabei geht es um die Frage, ob es volkswirtschaftlich sinnvoller ist, in zusätzliche Leitungen für Strom, Wärme und Daten zu investieren und kleinere Rechenzentren mit Abwärmenutzung zu betreiben. Oder ob es günstiger wäre, stattdessen neue Anlagen zur Wärmeerzeugung zu errichten. Also jene Wärme bereitzustellen, die ansonsten als Abwärme aus Rechenzentren oder Elektrolyseuren hätte genutzt werden können.
Hierzu arbeiten sie mit Praxispartnern in den Bereichen Stromnetze, Rechenzentren und Elektrolyseuren zusammen: AGFW, Enertrag, E.ON, Green Planet Energy und Prior1. „Die Praxispartner unterstützen uns dabei, einen bleibenden Einfluss auf Standortkriterien in der Rechenzentrums- und Wasserstoffbranche auszuüben,“ sagt Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE. „Wer Rechenzentren heute plant oder betreibt, muss Energieversorgung als strategischen Risikofaktor denken“, weiß Achim Dewald, Projektleiter bei Prior1. na


















































