Kurzstudie zur WärmewendeGeothermische Wärmepumpen günstigste Heizungsoption

Baustelle mit einigen fertiggestellten Häusern am Rand und einem großen Bagger in der Mitte der Erde aushebt
Erdwärmebohrung im Berliner Quartier Kokoni One: Hier sorgen geothermische Wärmepumpen für die Wärme- und Kälteversorgung der Gebäude. (Quelle: INCEPT GmbH)

Wärmepumpen mit der Wärmequelle Erdwärme bieten zwar Vorteile gegenüber Luft-Wasser-Wärmepumpen, gehen aber auch mit höheren Investitionskosten für die Erdarbeiten zur Erschließung der Wärmequelle einher. Eine Studie berechnet die Wirtschaftlichkeit.

01.05.2026 – Die Wirtschaftlichkeit von Luft-Wasser-Wärmepumpen ist im Vergleich zu fossilen Heizmethoden vielfach untersucht worden. Doch wie verhält es sich mit Wärmepumpen, die das Erdreich als Wärmequelle nutzen? Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Beratungsunternehmens Prognos im Auftrag von Bundesverband Geothermie (BVG), Erdwärmegemeinschaft Bayern und Bundesverband Wärmepumpe (BWP) untersucht diese Frage am Beispiel eines durchschnittlichen Einfamilienhauses sowie eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohneinheiten.

Dabei nimmt das Kurzgutachten auch in den Blick, dass die Lebensdauer von Erdwärmesonden deutlich länger ist als die der eigentlichen Heizgeräte. Während die Gas- und Wärmepumpen-Heizgeräte mit 18 bis 20 Jahren in die Rechnung eingehen, wird die Lebensdauer von Erdwärmesonden auf 60 Jahre veranschlagt. Experten schätzen, dass diese auch 100 Jahre und mehr betragen könnte.

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Energiesicherheit bringt Unabhängigkeit

Die Kurzanalyse stellt die annuisierten jährlichen Gesamtkosten eines Gaskessels im Ein- und Mehrfamilienhaus mit jenen einer Luft-Wärmepumpe sowie einer Sole-Wärmepumpe gegenüber. Dabei zeigt sich: Liegt der Gaskessel mitunter in den ersten Jahren noch gleichauf mit den beiden Wärmepumpentypen, so wachsen die Unterschiede durch steigende Gaspreise, einen wachsenden Anteil an Biomethan sowie einen Anstieg des CO2-Preises schnell an.

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Die Studie belegt klar, dass die Wärmepumpe unter den aktuellen Rahmenbedingungen die deutlich günstigere Option ist. „Insbesondere für Besitzerinnen von Ein- und Mehrfamilienhäusern mit langer Nutzungsperspektive lohnt es sich daher auch wirtschaftlich, bei der Auswahl des Wärmepumpensystems genau hinzusehen“, sagt Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe. Dabei mache die Wärmequelle von Beginn an einen Unterschied bei der Wirtschaftlichkeit: Erdwärmepumpen punkten hier gegenüber Luft-Wasser-Wärmepumpen mit geringeren annuisierten Kosten pro Jahr, über einen Zeitraum von 20 Jahren sind sie in dieser Betrachtungsweise sogar um acht Prozent günstiger. „Auf die gesamte Lebensdauer hat die Technologie einen großen Vorteil – wer in Erdwärme investiert, handelt weitsichtig und stellt seine Wärmeversorgung auf sichere Füße“, sagt Gregor Dilger, Geschäftsführer des Bundesverbands Geothermie e.V.

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Klimaschutz, der sich rechnet

Aus Sicht der Erdwärmegemeinschaft Bayern liefert die Kurzanalyse zusätzliche belastbare Argumente für die Energiequelle, für deren Einsatz sich der Verein seit seiner Gründung im Jahr 2015 stark macht. „Dass Erdwärme-gespeiste Wärmepumpen mit Wirtschaftlichkeit punkten, ist neben ihrer Umweltfreundlichkeit und ihrer langen Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten ein weiterer Grund, auf diese Technologie zu setzen“, sagt Christoph Knepel, Vorstand der Erdwärmegemeinschaft Bayern.

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Die jüngsten geopolitischen Entwicklungen haben erneut ein Schlaglicht auf die bestehende Abhängigkeit von fossilen Weltmärkten geworfen. Auch vor diesem Hintergrund wäre neben der Wirtschaftlichkeit die Unabhängigkeit, die eine heimische, erneuerbare Wärmeversorgung bietet, ein starkes Argument für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Hier sollte Erdwärme künftig eine entscheidende Rolle spielen, raten die Verbände den Hauseigentümern – vorausgesetzt natürlich immer, dass der benötigte Platz und geeignete Grund dafür vorhanden sind. na

Kommentare

Gernot Kloss vor 2 Wochen

Das Prinzip Wärmepumpe ist seit Jahrzehnten bekannt. Mit ein wenig Nachdenken hätte man nach dem Sterben unserer Zechen, statt deren Schächte zu verfüllen, was Millionen an Geldern gekostet hat, diese für Wärmepumpen hätte nutzen können. Das halbe Ruhrgebiet würde heute davon profitieren.

 

Aber wie immer in Deutschland, erst handeln, dann denken.

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