Foto: Deutsche ErdWärme GmbH

Meinung 25.09.2025

Keine Energiewende ohne Wärmewende

Der Monitoringbericht zur Energiewende blendet das Thema Wärme weitgehend aus – fatal, denn ohne Wärmewende bleibt die Energiewende unvollständig. Für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und eine starke Wirtschaft ist entschlossenes Handeln gefragt.

Dr. Herbert Pohl, Gründer und CEO von Deutsche ErdWärme GmbH.


Meinung 25.09.2025

Keine Energiewende ohne Wärmewende

Der Monitoringbericht zur Energiewende blendet das Thema Wärme weitgehend aus – fatal, denn ohne Wärmewende bleibt die Energiewende unvollständig. Für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und eine starke Wirtschaft ist entschlossenes Handeln gefragt.

Foto: Deutsche ErdWärme GmbH

Dr. Herbert Pohl, Gründer und CEO von Deutsche ErdWärme GmbH.



Der lang erwartete Monitoringbericht zur Energiewende ist ganz auf Strom ausgerichtet. Das Thema Wärme findet auf 259 Seiten kaum Beachtung, obwohl die Wärme mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs in Deutschland ausmacht. Baut die künftige Energiepolitik Deutschlands auf dieser Haltung auf, sind weder Versorgungssicherheit und Kosteneffizienz noch die Klimaziele zu erreichen. In anderen Worten:

Ohne eine konsequente Wärmewende wird die Energiewende nicht gelingen – beides muss Hand in Hand gehen.

Als zentrale Faktoren für Investitionen nennt der Bericht stabile politische Leitplanken und eine verlässliche Förderstruktur. Dem ist zweifelsohne zuzustimmen, doch müssen wir diese Herangehensweise ganzheitlich anwenden. Notwendige Maßnahmen für den Wärmesektor wie die Novellierung der AVBFernwärmeV, die gesetzliche Verankerung des Anspruchs auf BEW-Förderung, die Beschleunigung und Vereinfachung der BEW-Anträge, oder der systematische Ausbau von Wärmenetzen müssen jetzt vorangetrieben werden, um Dekarbonisierung und Wirtschaftswachstum zusammenzubringen.

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Was Wirtschaftsministerin Reiche aus dem Monitoringbericht zur Energiewende folgert, verwundert. Diskrepanzen gibt es etwa beim künftigen Strombedarf. Und fossile Brennstoffe scheinen von einer kosteneffizienten Energieversorgung ausgenommen.

Der Bericht betont zu Recht die große Bedeutung des Stromnetzausbaus zur Gewährleistung einer sicheren und preisstabilen Stromversorgung. Gleiches gilt für den Wärmesektor:

Der Ausbau von Wärmenetzen sowie die Ausweitung der Erzeugungskapazitäten müssen in Einklang gebracht werden.

Punkt drei in Katherina Reiches 10-Punkte-Plan folgt dieser Logik – entscheidend ist jedoch, sie ganzheitlich anzuwenden, auch im Wärmesektor.

Bewährte Technologien wie die Geothermie stehen bereit. Die Geothermie kann einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung leisten und gleichzeitig auf Jahrzehnte stabile Preise sichern sowie Versorgungssicherheit steigern. Für eine Skalierung dieses Potenzials braucht es eindeutige Signale der Politik. Die Wärmewende weiterhin als Stiefkind der Energiewende zu behandeln, ist klar das falsche Zeichen.

Die neue Bundesregierung ist angetreten, um Wachstum zu ermöglichen und die Industrie zu stärken. Dafür bilden stabil niedrige Wärme- und Energiepreise eine essenzielle Grundlage. Die jüngste Vergangenheit und die politische Situation heute sollten jedem klargemacht haben, dass der Auf- und Ausbau einer unabhängigen Energie- und Wärmeversorgung für Deutschland als Wirtschaftsstandort zentral ist.

Wenn wir die Wärmewende nicht ernst nehmen, gefährden wir nicht nur unsere Klimaziele, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.

Daher fordere ich ausdrücklich eine ausgewogene Energiepolitik, die der Wärmewende endlich den gebührenden Stellenwert gibt.

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