Energiewende im Rhein Hunsrück KreisKommunale Wärmeplanung gemeinsam erarbeitet

Blick auf einen breiten Fluss der eine Kurve zwischen Hügeln bildet
Auch die Wärme aus dem Rhein ist Teil der kommunalen Wärmeplanung im Rhein Hunsrück Kreis. (Foto: Holger Weinandt, CC BY-SA 3.0 DE via Wikimedia Commons)

Die Kommunale Wärmeplanung für die Kommunen im Rhein-Hunsrück-Kreis ist abgeschlossen. Bei der interkommunalen Zusammenarbeit entstanden relevante Synergieeffekte. Doch nach der Planung ist vor der Umsetzung – es gibt viel Potenzial und viel zu tun.

22.01.2026 – Ein besonderer Aspekt bei der Wärmeplanung im Rhein-Hunsrück-Kreis: Die Stadt Boppard sowie die Verbandsgemeinden Hunsrück-Mittelrhein, Simmern-Rheinböllen, Kastellaun und Kirchberg haben ihre jeweils gesetzlich vorgeschriebenen Wärmepläne gemeinsam erarbeitet. „Dieses gemeinsame Vorgehen bietet klare Vorteile“, sagt Dominik Nachtsheim, Klimaschutzmanager der Stadt Boppard, die bei der Planung federführend war. „Durch die Zusammenarbeit konnten Synergieeffekte bei Datenerhebung, Analyse und Planung genutzt werden. Zudem war es möglich, Potenziale über Stadt- und Verbandsgemeindegrenzen hinweg zu betrachten.“ So konnte beispielsweise ein Industriegebiet in einer benachbarten Verbandsgemeinde als potenzielle Abwärmequelle für den Bopparder Stadtteil Buchholz mit untersucht werden.

Ein weiterer Vorteil: Der Rhein-Hunsrück-Kreis kann die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung direkt für die Fortschreibung seines Vorreiterkonzepts im Bereich Klimaschutz nutzen und muss den Wärmebereich nicht nochmals separat bearbeiten.

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Bestandsanalyse: Fossile Energieträger dominierend

Ein Großteil der Gebäude wurde vor 1979 errichtet und weist hohe energetische Sanierungspotenziale auf. Die Bestandsanalyse zeige auch, dass die Wärmeversorgung im Rhein-Hunsrück-Kreis derzeit noch stark von fossilen Energieträgern geprägt wird, berichtet die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH. Öl- und Gasheizungen dominierten weiterhin, während Erneuerbare Energien bislang nur einen geringen Anteil an der Wärmebereitstellung haben. Der Wärmebereich verursacht damit jährlich erhebliche CO₂-Emissionen.

Große Potenziale erneuerbarer Wärmequellen

Die Potenzialanalyse belegt, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis über vielfältige erneuerbare Wärmequellen verfügt. Solarthermie, oberflächennahe Geothermie, Biomasse, Umweltwärme aus dem Rhein sowie Abwasserwärme könnten künftig einen wesentlichen Beitrag zur klimafreundlichen Wärmeversorgung leisten. Durch eine kontinuierliche energetische Sanierung von Gebäuden könnte der Wärmebedarf bis 2040 deutlich sinken. Insgesamt zeigt sich, dass bereits ein vergleichsweise geringer Anteil der ermittelten technischen Potenziale ausreichen würde, um den zukünftigen Wärmebedarf des Kreises vollständig zu decken.

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Differenzierte Lösungsansätze für unterschiedliche Gebiete

Auf Grundlage der Analysen wurde ein Zielszenario entwickelt, das Bereiche der Kommunen innerhalb des Landkreises in verschiedene Wärmeversorgungsgebiete einteilt. In bestehenden und potenziell geeigneten Gebieten stellt der Aufbau oder Ausbau von Wärmenetzen eine sinnvolle Option dar. In anderen Bereichen sind dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen, Biomasseheizungen oder Solarthermie besonders geeignet. Für sogenannte Prüfgebiete werden weiterführende Untersuchungen notwendig, um eine abschließende Bewertung vorzunehmen. Der Wärmeplan selbst ist nicht verbindlich und dient ausschließlich der Orientierung.

Für die Stadt Boppard bedeutet das Zielszenario beispielsweise, dass sowohl der Stadtkern als auch der Ortskern Bad Salzig langfristig als Wärmenetzgebiete geeignet sind. Das Neubaugebiet Buchholz wird über ein Nahwärmenetz versorgt, das sich derzeit in der Umsetzung befindet. In den übrigen Stadtteilen werden voraussichtlich weiterhin dezentrale Versorgungslösungen zum Einsatz kommen.

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Orientierung für Bürgerinnen und Bürger

Die Kommunale Wärmeplanung bietet der Bevölkerung eine wichtige Orientierungshilfe, so die Energiemanager. In als Einzelversorgungsgebieten eingestuften Bereichen wäre es sinnvoll, frühzeitig über individuelle Lösungen wie Wärmepumpen oder Biomasseheizungen nachzudenken und entsprechende Beratungsangebote zu nutzen. In Gebieten mit Perspektive für ein Wärmenetz zeige die Planung, dass ein Anschluss grundsätzlich denkbar und technisch plausibel wäre. In Prüfgebieten sind weitere Detailuntersuchungen erforderlich, bevor konkrete Empfehlungen ausgesprochen werden können.

Nächste Schritte: Von der Planung zur Umsetzung

Mit dem Abschluss der Planungsphase beginnt die Umsetzung. In potenziellen Wärmenetzgebieten werden detaillierte Machbarkeitsstudien durchgeführt, um technische Umsetzbarkeit sowie Kosten und Betreibermodelle zu klären. Parallel dazu wird der Rhein-Hunsrück-Kreis neue Informations- und Beratungsangebote aufbauen, um Bürgerinnen und Bürger bei der energetischen Sanierung ihrer Gebäude zu unterstützen. Die Ziele der Kommunalen Wärmeplanung werden künftig in kommunale Entwicklungs- und Bauplanungen integriert und regelmäßig fortgeschrieben. Ergänzend sind Informationskampagnen geplant, die insbesondere in Einzelversorgungsgebieten eine beschleunigte energetische Modernisierung fördern sollen.

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„Die Kommunale Wärmeplanung zeigt deutlich, dass der Rhein-Hunsrück-Kreis über sehr gute Voraussetzungen verfügt, um seine Wärmeversorgung langfristig klimaneutral zu gestalten. Die identifizierten Potenziale und das entwickelte Zielszenario bilden dafür eine solide Grundlage“, so das Fazit von Nils Füllenbach, Referent Kommunale Wärmeplanung bei der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz, die die Kommune im Rahmen des Kommunalen Klimapakts beraten hat. na
Die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz im Internet:

www.energieagentur.rlp.de
www.earlp.de/linkedin

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