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SolarthermieMehr solare Fernwärme, Heimsegment stagniert

Luftaufnahme mit Kollektorfläche Solarthermie, etwa so groß wie 10 Fußballfelder
In Leipzig-Lausen ging im Juni 2026 eine sehr große Solarthermieanlage in Betrieb. Sie speist Wärme in das lokale Fernwärmenetz. (Foto: Leipziger Stadtwerke)

Solarthermie liefert erneuerbare Wärme, im kleinen wie im großen Maßstab. Doch von einem Siegeszug ist die Technologie weit entfernt. Dabei werden die meisten Anlagen sogar in Europa gefertigt. Entscheidend sind die Regeln, die die Politik vorgibt.

17.09.2026 – Der europäische Solarthermiemarkt schrumpft. Das konstatiert der europäische Verband Solar Heat Europe. Im Vergleich zu 2024 gingen im letzten Jahr 6,5 Prozent weniger neue Kollektoren in Betrieb.

Die kumulierte installierte Kapazität des Sektors liegt in Europa bei 43,6 Gigawatt thermisch und bleibt im Jahresvergleich stabil. Europäische Hersteller decken 90 Prozent der europäischen Nachfrage. Sie fordern eine schnellere Umsetzung des Fit for 55-Pakets sowie einen starken Aktionsplan für Kühlung und Heizung.

Wie schon in den letzten Jahren entwickeln sich die Märkte in den einzelnen Mitgliedsstaaten und Segmenten unterschiedlich. Zypern verzeichnete ein Wachstum um 3,6 Prozent, Frankreich ein Plus von 3,9 Prozent. In den Niederlanden wurde ein Groningen ein großes Solar-Fernwärmeprojekt in Betrieb genommen, was für das Land ein Marktwachstum um 148,6 Prozent zur Folge hatte.

Deutschland, historisch der größte Markt, hatte einen Rückgang um 30 Prozent zu verzeichnen. Griechenland, ebenfalls ein starker Markt, blieb im Wesentlichen unverändert. Hier pausierte ein nationales Subventionsprogramm bis zur Jahresmitte. Diese Entwicklung verdeutlicht, welche Auswirkungen eine Stop-and-Go-Politik hat, besonders im Segment der Kleinanlagen, wo Unsicherheiten den Ausbau schnell verlangsamen.

Die gute Nachricht: Solarthermie erfreut sich wachsender Beliebtheit bei der Wärmeversorgung in gewerblichen Gebäuden, bei industrieller Prozesswärme und in der Fernwärme. Europaweit wurden 50 neue Solarwärme-anlagen für industrielle Prozesse in Betrieb genommen, sowie einige große Fernwärmeprojekte mit Solarthermie umgesetzt: in Groningen (Niederlande), Bracht, Stralsund, Tübingen-Au und zuletzt in Leipzig.

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Solarthermie könnte viel mehr zur Wärmewende beitragen

Der Statusbericht von Solar Heat Europe weist auf das ungenutzte Potenzial der Solarthermie hin. Die Hälfte des Energiebedarfs in der EU entfällt auf Wärme, nur 27 Prozent davon stammen aus erneuerbaren Quellen. Das Wachstumspotenzial ist in allen Segmenten große, zum man Solarthermie problemlos mit Wärmepumpen kombinieren kann.

Die europäischen Hersteller jedenfalls stehen für ein Wachstum bereit, wie Guglielmo Cioni, Präsident von Solar Heat Europe versichert. Die Produktionskapazität könne problemlos verdreifacht werden. Um Wärme zu dekarbonisieren bräuchte es keine neue Importabhängigkeit, lediglich die richtigen Marktsignale in den einzelnen Ländern.

Solar Heat Europe-Geschäftsführerin Valérie Séjourné, sieht im EU-Aktionsplan für Kühlung und Heizung eine Chance, die Sichtbarkeit zu erhöhen. Séjourné betont: „Solarthermie, eine in der EU entwickelte, netzunabhängige erneuerbare Technologie, die saubere und kosteneffiziente Wärme liefert, sollte im Mittelpunkt der Energiesicherheit Europas stehen.

Wärmenetze in Deutschland

Für den Ausbau solarer Wärmenetze in Deutschland liefert das Unternehmen Solites regelmäßig aktuelle Zahlen. Laut Herbst-Update 2026 gingen im Jahr 2025 11 Anlagen mit rund 42 Megawatt Leistung   in Betrieb. Im laufenden Jahr 2026 wurden bisher zwei Anlagen fertiggestellt, in Leipzig-Lausen und Waldalgesheim.

Allein die Anlage in Leipzig hat 65.200 Quadratmeter Bruttokollektorfläche, so dass mit den zwei genannten Anlagen im Jahr 2026 wiederum 42 Megawatt Leistung hinzukamen.

Stand September 2026 sind insgesamt 75 solare Wärmenetze in Deutschland in Betrieb mit zusammengerechnet 339.203 Quadratmeter Bruttokollektorfläche und 222 Megawatt thermischer Leistung. Zwei der Anlagen speisen nicht nur in solare Wärmenetze ein, sondern liefern auch Wärme für industrielle Prozesse. pf

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