Wärmewende Dänemark: Nachhaltige Wärme aus dem Meer statt Kohlekraft

Am Limfjord wird eine Wärmepumpenanlage errichtet, die klimaneutrale Fernwärme zur Versorgung der Stadt Aalborg erzeugt. Die weltweit größte Anlage ihrer Art verwandelt Meerwasser mittels Erneuerbarer Energien in eine nachhaltige Wärmequelle.
08.11.2024 – Im Norbis Park am Limfjord lässt das Fernwärme-Versorgungsunternehmen Aalborg Forsyning eine Wärmepumpenanlage errichten, die künftig klimaneutrale Fernwärme zur Versorgung der Stadt erzeugt. Der dänische Energieversorger hat sich zum Ziel gesetzt, sein Kohlekraftwerk bis 2028 vollständig durch klimaneutrale Fernwärme zu ersetzen. Dafür setzt das Unternehmen auf insgesamt vier Meerwasser-Wärmepumpen von MAN Energy Solutions. Mit je 44 Megawatt Leistung ist es derzeit die weltweit größte Wärmepumpe ihrer Art. Im August wurde in Zusammenarbeit mit dem Industriedienstleister Bilfinger mit der Integration der vierten Einheit im Norbis Park begonnen. Durch sie erhöht sich die Gesamtwärmeleistung der nachhaltigen Anlage auf 700.000 Megawattstunden, was einem Drittel der Wärmeproduktion von ganz Aalborg entspricht.
Das grundlegende Prinzip ist die Umwandlung von elektrischer Energie in Wärmeenergie: Aus dem angrenzenden Fjord wird Meerwasser mit einer Temperatur zwischen 1-15 °C gewonnen und mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energiequellen auf die für das Fernwärmenetz benötigte Temperatur von 90 °C erhitzt, berichtet der Industriedienstleister. In angrenzenden Fernwärmespeichern wird das erhitzte Fernwärmewasser gespeichert und je nach Bedarf ins Fernwärmenetz zur Versorgung der Stadt eingespeist. So werden Schwankungen in der Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen ausgeglichen: Energieüberschüsse könnten effizient aufgefangen, gespeichert und zeitversetzt wieder als Wärme zur Verfügung gestellt werden.
Die Inbetriebnahme der insgesamt vier Wärmepumpen-Einheiten ist laut Bilfinger für 2027 geplant, infolgedessen soll das noch bestehende Kohlekraftwerk der Stadt stillgelegt werden. Mit seiner Stilllegung würde Aalborg eine enorme Verbesserung der Umweltbilanz gelingen. Der Umstieg von kohlebasierter Wärme auf die Meerwasserwärmepumpe würde laut Unternehmen jährlich bis zu 210.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Dank der Verwendung eines natürlichen Kältemittels sei die MAN-Technologie besonders für den Wärmepumpenbetrieb bei sehr hohen Fernwärmetemperaturen geeignet, berichtet das Unternehmen. na





















































Kommentare
Clemens Krauthausen am 18.11.2024
Die Verwendung des Meerwassers als Wärmereservoir für eine Wärmepumpe ist jedenfalls sinnvoll, denn mit der Erwärmung der Meere im Klimawandel ist dies eine sinnvolle Maßnahme. Mir fehlen im Artikel aber noch Informationen über die Durchflussmenge des Meerwassers in der Wärmepumpe und die dabei entnommene Wärmeenergie. Daraus ergeben sich dann auch die resultierenden Temperaturen und der ungefähre Einfluss auf das Meer.