Wärmepumpenmarkt: Positiver Trend für Wärmepumpen verfestigt sich

Der Bundesverband Wärmepumpe rechnet für das Jahr 2025 mit etwa 300.000 verkauften Wärmepumpen, ein Plus von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bleiben Heizungsregeln und Förderung stabil, ist weiteres Wachstum in den nächsten Jahren möglich.
25.11.2025 - Der deutsche Wärmepumpenmarkt zeigt laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) im Jahr 2025 eine stabile und positive Dynamik. Seit März bewegen sich die monatlichen Verkaufszahlen demnach konstant um 25.000 Geräte; im September und Oktober waren es sogar mehr als 30.000 Wärmepumpen. Insgesamt liege der Absatz bis Oktober bereits bei rund 255.000 Geräten – ein Plus von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auf Basis der Marktlage hebt der BWP seine Prognose für 2026 deutlich an – allerdings unter der Bedingung, dass die Lage bei Förderung und Ordnungsrecht stabil bleibe. In seinem „Business as Usual“-Szenario rechnet der Verband nun mit 430.000 verkauften Geräten – ein deutlicher Aufwuchs gegenüber der Vorjahresschätzung. Dort prognostizierte der Verband in diesem Szenario noch 350.000 Anlagen für das kommende Jahr.
Wenn zusätzlich zu stabilen Rahmenbedingungen vor allem Maßnahmen zur weiteren Verbesserung des Verhältnisses von Strom- zu Gaspreis ergriffen würden - unter anderem die versprochene Senkung der Stromsteuer, könnten es sogar mehr als 530.000 werden. Das entspräche den Zielen, die die Ampelregierung für das Erreichen der Klimaziele im Gebäudesektor angesetzt hatte.
Hohe Preise für Wärmepumpen in Deutschland
Immer öfter sind Stimmen zu hören, dass die prozentuale Förderung von Wärmepumpen in Deutschland ein Grund für die hohen Preise ist. Hersteller und Installateure hätten keinen Anreiz für Preissenkungen.
Preissteigernd im Vergleich zu anderen Ländern wirken sich zum einen technische Anforderungen aus. So werden anders als in anderen Ländern meist geräuscharme Wärmepumpen verbaut, die in der Herstellung teurer sind, was aber andererseits die Akzeptanz langfristig sichert.
Fachkräftemangel im Heizungs- und Sanitärhandwerk und daraus resultierende im Europavergleich höhere Stundenlöhne für Handwerker tragen ebenfalls zu den hohen Preisen bei, wie Jan Rosenow von der Universität Oxford argumentiert. Er sieht noch einen weiteren Grund: die komplexe Gebäudestruktur in Deutschland: „Viele Bestandsgebäude sind energetisch anspruchsvoll, was häufig zusätzliche Arbeiten wie Dämmung, größere Heizkörper oder den Austausch des Speichers erfordert. In Ländern mit niedrigerem Altbauanteil oder geringeren Effizienzanforderungen sind die Installationen einfacher und damit günstiger.“
Was helfen könnte
Jan Rosenow berichtet von pauschalen Festbetragsförderungen im Vereinigten Königreich, die den Preisdruck erhöhen und für Verbraucher leicht nachvollziehbar sind. Er plädiert deshalb auch in Deutschland einfache, pauschale Zuschüsse zu gewähren, kombiniert mit gezielten Qualifizierungsprogrammen für Handwerker und einer Vereinfachung technischer Vorgaben. Hier argumentiert der BWP, dass ein Festpreiszuschuss nicht unbedingt weniger komplex wäre. Das System der prozentualen Förderung ist etabliert, die Handwerksbetriebe kennen es. Eine Umstellung würde viel Aufwand bedeuten, zumal die Festpreiszuschüsse wahrscheinlich eher gering ausfallen würden und deshalb bei vielen Kunden die Anschaffung einer Wärmepumpe nicht mehr im Budget wäre.
Eine Förderung von Wärmepumpen in vermieteten Mehrfamilienhäusern, die Eigentümer nicht belastet und Mieter durch geringere Wärmekosten entlastet, könnte ebenfalls sinnvoll sein, evtl. auch sozial gerechter, denn in Mietwohnungen wohnen mehr einkommensschwache Nutzer als in Einfamilienhäusern. Ein Vorschlag, den Dirk Müller von der RWTH Aachen einbringt.
Nicht zuletzt ließe sich die Wirtschaftlichkeit von Wärmepumpen strukturell verbessern, wenn das Verhältnis von Strom- zu Gaspreisen angepasst werden würde, wie Sibylle Braungardt vom Öko-Institut Freiburg argumentiert: „Maßnahmen wie die Abschaffung der Gasspeicherumlage wirken jedoch in die entgegengesetzte Richtung, weil sie Gas im Verhältnis zu Strom günstiger machen und damit die Anreize zur Elektrifizierung abschwächen.“
Fördervolumen in Diskussionen nicht korrekt wiedergegeben
Der Bundesverband Wärmepumpe kritisiert, dass in der Debatte die Fakten zur Gebäudeförderung nicht korrekt wiedergegeben werden. Der Verband geht davon aus, dass etwa 3,5 Milliarden Euro der insgesamt 16,5 Milliarden Euro für Gebäudeförderung im Jahr 2025 unmittelbar der Wärmepumpen-Förderung über die BEG-Heizungsförderung zufließen.
Weitere 1,5 Milliarden Euro gehen in die Förderung weiterer Heizungssysteme, nochmals zwei Milliarden Euro in andere Einzelmaßnahmen wie z.B. Förderung von Fenstertauschen, Geschossdeckendämmungen oder Heizungsoptimierung bestehender Gas- und Ölheizungen. Dem gegenüber stehen allein 7,5 Milliarden Euro, die in Form von Tilgungszuschüssen in die systemische energetische Wohn- und Nichtwohngebäudesanierung fließen. pf
















































