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Klimaklage




Wärmewende – WärmenetzeStrategische Wärmeplanung in ländlichen Regionen

Erdwärmesonde, Wärmenetz
Fossilfreie Wärmequellen gesucht: Wo kommt die Wärme in Zukunft her? Zum Beispiel direkt aus dem Boden vor Ort. (Foto: Robin Müller, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

Für den Bau von Wärmenetzen im Bestand stellt sich für Kommunen insbesondere im ländlichen Raum die Frage, wie sie konkret errichtet und betrieben werden können. Eine neue Studie zeigt dafür Handlungsstrategien und Anwendungsfälle vor Ort auf.

21.08.2023 – Der aktuelle Kabinettsbeschluss zum Wärmeplanungsgesetz der Bundesregierung sieht eine kommunale Wärmeplanung für alle Kommunen Deutschlands vor. Eine zentrale Maßnahme ist dabei die Errichtung von Wärmenetzen in Bestandsquartieren. Die Vorteile von Wärmenetzen liegen auf der Hand: Wertschöpfung vor Ort, preisstabilere Wärmeversorgung, Werterhalt des Gebäudebestandes und nicht zuletzt eine höhere Standortattraktivität für Gewerbe und Industrie mit Niedertemperaturwärmebedarf.

Aufbau von Wärmenetzen bracht eine gute Vernetzung

Die neue Studie der Deutschen Energieagentur (dena) Vernetzte Wärmeversorgung in Bestandsquartieren – Handlungsstrategien für Anwendungsfälle für die Initiierung, Planung und Umsetzung vor Ort zeigt Optionen auf, wie Kommunen den Wärmenetzaufbau initiieren, flankieren und in ihn investieren können. Denn obwohl die Verfügbarkeit kommunaler oder privater Investitionsmittel bei Wärmenetzen in Bestandsquartieren eine wichtige Rolle spielt, könnten die relativ kostengünstigeren Maßnahmen der Initiierung und Flankierung den Boden für tragfähige Projekte bereiten, so die Studienautoren. Dabei sei vor allem ein gut funktionierendes Netzwerk an Akteuren und Beteiligten vor Ort mit starken Allianzen auch über die kommunale Verwaltung hinaus sehr wichtig.

Vorhandene Potenziale finden, auswerten und nutzen

Abhängig von den lokalen Ausgangbedingungen müsse zunächst die konkrete Ausgestaltung vor Ort individuell konkretisiert werden. Verschiedene Interessen und Optionen entlang von Betreibermodellen sollten abgewogen werden und ein schlüssiges Gesamtbild ergeben. Welche Wärmequellen sind bereits vorhanden, die genutzt werden können? Es werden unterschiedliche Anwendungsfälle für Wärmepumpen in Bestandsquartieren erläutert. Vielerorts könnten Kommunen bereits heute an Orten mit hoher Wärmeliniendichte oder großer Umweltwärmequellen Wärmenetze umsetzen, so die Studienautoren.

Wärmeplanung in Bruchsal läuft

Als gutes Beispiel der Umsetzung für eine Wärmeplanung nennt die dena die Stadt Bruchsal mit ihrer Klimastrategie 2050: Ankerkunden in Form von öffentlicher Liegenschaften bilden hier den Startpunkt zum Aufbau Quartierswärmenetzen. Zusammen mit den 100 Prozent kommunalen Stadtwerken, der Umwelt- und Energieagentur Kreis Karlsruhe sowie diversen privaten Zulieferern und Betreibern in der Region habe sich dort ein effektives und handlungsfähiges Akteursgeflecht entwickelt. Begleitet werden die Vorhaben durch diverse Informationskampagnen und Online-Tools wie dem Energieleitplan, der die Entwicklungen transparent mache und niederschwellig Beteiligung ermögliche.

Auch das Deutsche Institut für Urbanistik hatte vor kurzem einen Leitfaden Wärmeplanung für kleine Kommunen vorgestellt, mit gelungenen Beispielen.

Anlaufstelle Gebäudeforum klimaneutral

Die neue dena-Studie ist nun im Rahmen des Projekts Gebäudeforum klimaneutral entstanden, einer von der dena gegründeten zentralen Anlaufstelle zum klimaneutralen Bauen und Sanieren in Gebäuden und Quartieren. Sie richtet sich an die Fachleute aus diesem Bereich. Die Plattform stellt qualitätsgesicherte Informationen und Arbeitshilfen bereit, sorgt für Wissensaufbau im Themenfeld Innovationen und will die Energiewende im Gebäudesektor anhand von guten Beispielen sichtbar machen. Unterstützt wird das Expertenteam von einem kontinuierlich wachsenden Fachpartnernetzwerk aus Branchenverbänden und Vertretern aus allen Regionen Deutschlands. na

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