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Foto: Homenergy

Meinung 07.07.2025

Wärmepumpen: Es geht auch günstiger

Die Mehrheit der Experten hält die Technologie für den Schlüssel zur Wärmewende, der Einbau von Wärmepumpen bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück. Ein Faktor wird dabei kaum diskutiert: Wärmepumpeninstallationen verursachen teilweise hohe Kosten, auf die sich verzichten ließe, ohne substanziell an Qualität einzubüßen.

Hannes Münzinger, Gründer und Geschäftsführer von Homenergy


Meinung 07.07.2025

Wärmepumpen: Es geht auch günstiger

Die Mehrheit der Experten hält die Technologie für den Schlüssel zur Wärmewende, der Einbau von Wärmepumpen bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück. Ein Faktor wird dabei kaum diskutiert: Wärmepumpeninstallationen verursachen teilweise hohe Kosten, auf die sich verzichten ließe, ohne substanziell an Qualität einzubüßen.

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Hannes Münzinger, Gründer und Geschäftsführer von Homenergy



07.07.2025 – Die Bedeutung der Wärmepumpe hat seit dem Bekanntwerden des Gebäudeenergiegesetzes für viele Diskussionen gesorgt – und tut es bis heute. Die Mehrheit der Experten hält die Technologie für den Schlüssel zur Wärmewende, die Absatzzahlen bleiben jedoch trotzdem hinter den Erwartungen zurück. Wo liegen die Ursachen?

Im internationalen Vergleich ist die Installation einer Wärmepumpe in Deutschland heute schon besonders teuer. Experten begründen dies vor allem mit hohen Lohnkosten, ausufernden bürokratischen Auflagen sowie anderen technischen Anforderungen und Normen. Aber die Preisunterschiede sind auch innerhalb Deutschlands teilweise massiv.

Die Abweichungen mancher Offerten von Installateuren betragen teils mehr als 10.000 Euro. Auch wenn Wucherangebote, wie sie insbesondere in der Anfangszeit der Wärmepumpenförderung vorkamen, nur noch in Ausnahmefällen auftreten, überraschen die unterschiedlichen Preisgestaltungen vieler Installateure bis heute. Das Problem dabei: Viele Kunden verstehen die Angebote nicht und sind sich nicht bewusst, welche Maßnahmen wirklich notwendig und sinnvoll sind – und welche nicht.

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Klammern wir Mitnahmeeffekte, Wucher und die Unverfrorenheit weniger Betriebe einmal aus und fragen uns stattdessen: Was sind die größten unnötigen Kostentreiber bei der Installation einer Wärmepumpe?

Auch auf die Gefahr, dass ich mich bei vielen Handwerkern unbeliebt mache: Viele Installationsbetriebe sind in Sachen Wärmepumpe noch immer recht unerfahren; sie kommen aus anderen, klassischen Geschäftsmodellen rund um Öl und Gas. Und ebenjene benötigen für Installationen oftmals erheblich mehr Zeit als eigentlich notwendig. Teile werden unnötigerweise ausgetauscht, Nachbesserungen sind nötig, Maßnahmen werden falsch eingeschätzt. Dann vergehen auch mal zwei Wochen für die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe – eigentlich sollte dies in zwei Tagen erledigt sein.

Erschwerend kommt hinzu, dass oft auf einen hydraulischen Abgleich verzichtet wird, obwohl dieser entscheidend ist, um im Betrieb eine effiziente Wärmeversorgung zu gewährleisten und Energie zu sparen. Dabei wird sichergestellt, dass jeder Heizkörper oder Heizkreis die benötigte Wassermenge erhält, wodurch Über- und Unterversorgung vermieden und der Energieverbrauch optimiert wird. Das ist bei Wärmepumpen besonders bedeutsam, da sie am effizientesten mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sollte in zwei Tagen installiert werden können

Manchmal fehlt es aber auch an der notwendigen Haltung, um sich mit voller Energie auf das Wärmepumpengeschäft einzulassen. Viele Betriebe sind noch sehr reserviert, wenn es darum geht, ihr bisheriges Geschäftsmodell grundlegend zu hinterfragen.

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Ein weiteres Phänomen – ich spreche hier aus eigener Erfahrung – ist die Überdimensionierung von Wärmepumpen. Beim Bau meines Hauses ließ ich mich zu einer zu großen Wärmepumpe überreden – ein Fehler, den viele begehen. Das ist aus zwei Gründen problematisch. Da sind zum einen die hohen Anschaffungskosten: Eine zu große Wärmepumpe kann durchaus 3.000 Euro an Mehrkosten verursachen.

Eine weitere negative Folge entsteht jedoch im Betrieb. Überdimensionierte Wärmepumpen schalten sich oft ab, wenn im Gebäude nicht genügend Wärmebedarf vorhanden ist. Dabei sollten sie – im Gegensatz zu Gas- und Ölheizungen – kontinuierlich durchlaufen. Und genau dieses ständige Hoch- und Runterfahren verursacht dann eine höhere Stromrechnung.

Dazu kommt: Sie verkürzen die Lebensdauer des Kompressors. Hier ist es schlauer, eine Wärmepumpe passend zum Heizbedarf zu wählen und im Zweifel an extrem kalten Tagen eine elektrische Zusatzheizung mit einzuplanen.

Ein neuer Stromkasten kostet rund 3.000 Euro

Ein weiterer Kostentreiber sind die Fundamente: Diese sind oft unnötig teuer. Bis zu 1.500 Euro lassen sich einsparen, wenn auf aufwändige Lösungen verzichtet wird. Das kann beispielsweise heißen, auf das Verlegen von Randsteinen zu verzichten. Für Hausbesitzer mit handwerklichem Talent ist es auch möglich, das Fundament selbst zu verlegen.

Auch ein zweiter Stromzähler ist häufig überflüssig. Er wird meist installiert, um einen gängigen Wärmestromtarif zu nutzen. Fehlt dafür im Stromkasten der Platz, muss er erneuert werden. Kosten von 3.000 Euro sind hier keine Seltenheit. Hier lohnt es sich, genau nachzurechnen.

Genauso beobachten wir oft, dass Wasserspeicher pauschal ausgetauscht werden, obwohl dies oftmals gar nicht notwendig ist. Hier fallen unnötige Kosten von bis zu 2.000 Euro an.

Selbst wenn wir auf Premiumqualität achten und mit etablierten deutschen Wärmepumpenherstellern zusammenarbeiten: Bei Teilen wie Trinkwasser- oder Pufferspeicher sowie Pumpengruppen bieten viele No-Name-Anbieter vergleichbare Qualität zu deutlich günstigeren Preisen. Einsparungen von bis zu 3.000 Euro sind hier möglich.

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Es lassen sich mehrere tausend Euro sparen – ohne Qualitätsverlust

Natürlich ist nicht jede der erwähnten Maßnahmen bei jedem Wärmepumpenprojekt relevant. Aber schon die Umsetzung einiger dieser Punkte kann mehrere tausend Euro sparen, ohne dass die Qualität der Wärmepumpe und ihre Funktion in irgendeiner Form beeinträchtigt werden.

Entscheidend ist: Mit der richtigen, bedarfsgerechten Wärmepumpe, einer fachgerechten Installation und dem Einbezug staatlicher Förderung ist die Wärmepumpe in fast allen Fällen die effizienteste und auf Dauer günstigste Heizoption. Dies gilt umso mehr angesichts der drohenden Mehrkosten fossiler Energien, die in den nächsten Jahren auf Verbraucher zukommen – dabei sind die möglichen Folgewirkungen des Iran-Konflikts noch gar nicht eingerechnet.

Hausbesitzer sollten sich unbedingt mehrere Angebote machen lassen und diese auf Basis der geschilderten Punkte kritisch prüfen. Dann gibt es beim Einbau der Wärmepumpe kein böses Erwachen.

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