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Neus Meereskraftwerk in Frankreich

(Bild: © SABELLA SaA.S.)
(Bild: © SABELLA SaA.S.)

In Europa gibt es hunderte geeignete Standorte für Meeresströmungskraftwerke. Allein in Frankreich wird das Potenzial auf zwei bis drei Gigawatt geschätzt – nur genutzt wird es nicht. In der Bretagne ist nun ein Vorzeigeprojekt eingeweiht worden.

26.05.2015 – Im französischen Brest ist die 17 Meter hohe und 450 Tonnen schwere Meeresströmungsturbine Sabella D10 eingeweiht worden – ein Vorzeigeprojekt, das auch die Projektausschreibung „Demonstrationsanlagen für Meeresenergien“ der französischen Agentur für Umwelt und Energiewirtschaft ADEME gewonnen hat. Die erste Turbine des Meeresströmungskraftwerks wird im Juli an das Stromnetz auf der Insel Ouessant in der Bretagne angeschlossen. Sie steht – ähnlich einer modernen Windturbine – an einem Mast frei in der Strömung. Allein in Europa gibt es über hundert mögliche Standorte; es wurden bisher jedoch nur wenige Meeresströmungskraftwerke installiert. Sabella D10 macht in Frankreich den Anfang.

Sie verfügt über eine Leistung von 1,1 Megawatt. Ein großer Vorteil von Meeresströmungskraftwerken ist, dass Meeresströmungen kontinuierlich fließen und sich die Stromausbeute daher vorhersagen lässt und wenig Schwankungen aufweist. Die Qualität eines Standortes lässt sich somit sehr gut einschätzen. Die eingespeiste Strommenge ist nicht wie bei Windkraftanlagen oder Solarkraftwerken stark vom Wetter abhängig. Meeresströmungskraftwerke kommen zudem mit sehr niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten aus, da die Dichte des Wassers sehr viel größer als die der Luft ist.  

Meeresströmungskraftwerke sind bislang allerdings, verglichen mit anderen regenerativen Energiequellen, insbesondere Windkraft- und Photovoltaikanlagen, aufgrund fehlender Massenfertigung noch relativ teuer. Die Installation der Anlagen stellt hohe Anforderungen an die Wasserbau- und Stahlbautechnik und die Bauarbeiten auf offener See sind besonders anspruchsvoll. Um Auswirkungen auf die Umwelt, den Fischfang und Schiffsbewegungen zu erfassen, wurde bei dem Projekt ein Umwelt-Monitoring-Protokoll in Zusammenarbeit mit dem Meeresnaturpark Iroise erstellt. Ziel ist es, die Umweltbelastung der Turbine auf die Meeresfauna und Meeressäuger, den Sedimenttransport oder die Unterwasserakustik zu messen. Die ökologische Bilanz hat Einfluss darauf, ob und inwieweit in Frankreich weitere Meereskraftwerke erlaubt und gefördert werden. Das nutzbare Gezeitenpotential in dem Land wird auf zwei bis drei Gigawatt geschätzt. rr


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