Projekt wind2hydrogenWasserstoffproduktion auf dem Meer ermöglichen

Windenergieanlagen im Meer unter einem wolkigen, dunklen Himmel
Wie lässt sich Energie aus Offshore-Windenergieanlagen direkt vor Ort auf dem Meer in Wasserstoff umwandeln? (Foto: Cassie Boca on Unsplash)

Im Projekt wind2hydrogen an der Hochschule Bremerhaven wird nach einer Möglichkeit gesucht, die Energie aus Offshore-Windenergieanlagen direkt vor Ort auf dem Meer in Wasserstoff umzuwandeln. Das Forscherteam berichtet über erste Erfolge.

19.02.2026 – Um Deutschland klimaneutral mit Energie zu versorgen, sind Wasserstofftechnologien ein wichtiger Bestandteil. Mit ihnen ließe sich Strom aus erneuerbaren Energiequellen nachhaltig speichern und dann nutzen, wenn Wind und Sonne keine Energie liefern. Im Projekt „wind2hydrogen“ an der Hochschule Bremerhaven suchen Forschende daher nach einer Möglichkeit, die Energie aus Offshore-Windenergieanlagen direkt vor Ort auf dem Meer in Wasserstoff umzuwandeln. Dafür arbeitet das Bremerhavener Forscherteam mit der Universität Bremen und der Bremerhavener EnPro GmbH zusammen.

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Im Jahr 2025 speisten rund 1.600 Offshore-Windenergieanlagen etwa sechs Prozent der deutschen Jahresstrommenge in das öffentliche Stromnetz ein. Damit die Energie an Land kommt, müssen Seekabel verlegt werden: Das sei nicht nur ein wahrer Kostentreiber bei der Installation der Anlagen, sondern müsse auch aus Umweltschutzgründen gut durchdacht sein, so die Forschenden. Und kamen bei ihren Überlegungen zu dem Schluss: Eine günstigere Lösung könnte sein, den erzeugten Strom direkt vor Ort in Wasserstoff umzuwandeln und so zu speichern. Dafür müsste jedoch das Meerwasser, das für die Elektrolyse verwendet wird, zunächst entsalzt werden.

Hier kommt die Arbeit der Bremerhavener Forschenden ins Spiel. Ihr Schwerpunkt im Projekt ist die verfahrenstechnische Planung und Entwicklung einer schwimmenden Wasserstoffproduktionsanlage – also die Frage, wie eine solche Anlage aussehen und funktionieren könnte. Dies bringt einige Herausforderungen mit sich. Eine solche Plattform muss autonom funktionieren und den schwierigen Umweltbedingungen auf Seestandhalten.

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Kürzlich konnten die Forschenden ihren ersten Meilenstein präsentieren. „Wir haben uns in den vergangenen Monaten intensiv mit der Plattformstruktur beschäftigt und recherchiert, welche Verfahren sich für die Wasseraufbereitung eignen. Mithilfe einer Marktanalyse können wir ermitteln, welche Komponenten es bereits gibt. So können wir bei der Entwicklung auf bereits bestehende Technologien zurückgreifen, was zu einer schnelleren Marktreife führt“, erklärt Marc-Kevin Baer, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt. Diese Analyse sei ein wichtiger Bestandteil des Projekts. „Es kann sein, dass die technischen Anforderungen, die in der Studie erarbeitet werden, über den Stand des Marktangebots hinausgehen und später auf Basis des abschließenden Empfehlungskataloges von der Industrie zu lösen sind“, erklärt Projektleiter Prof. Uwe Werner.

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In den kommenden Monaten wollen die Forschenden ein Modell entwickeln, mit dem verschiedene Wasserstoffplattformen simuliert werden können. Dadurch können sie ermitteln, wie hoch die Kosten für die Installation wären und welche Risiken beim Betrieb bestehen würden. Eine konkrete Skizze für eine Testanlage soll zum Projektende im kommenden Jahr vorliegen. Das Projekt wird gefördert durch die BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH und kofinanziert mit Mitteln aus dem „EFRE Bremen 2021 bis 2027“ Programm.

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