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Windenergie an LandFlaute bei Wind-Ausschreibung

Die Verunsicherung in der Windbranche ist zurzeit groß, ob und wie sich in Ausschreibungen eine Projektfinanzierung erreichen lässt. Das wurde nun auch anhand der Gebotsanzahl deutlich. (pixabay.com, CC0 Creative Commons)

Bei der letzten Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land sind erstmals weniger Gebote als möglich abgegeben worden. Der Bundesverband WindEnergie macht dafür das Ausschreibungsdesign verantwortlich und fordert einen stabileren Planungshorizont.

21.05.2018 – Zum ersten Mal war eine Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land unterzeichnet. Für die ausgeschriebene Menge von 670 Megawatt (MW) gab es nur 111 Gebote mit einem Umfang von 604 MW, wie die Bundesnetzagentur kürzlich bekannt gab. Die Zuschlagswerte blieben gegenüber dem Vorjahr jedoch stabil und rangierten zwischen 4,65 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) und 6,28 ct/kWh. Im Durchschnitt betrug der Zuschlagswert der aktuellen Ausschreibungsrunde 5,73 ct/kWh und lag damit etwa einen Cent über dem Wert vom Februar. Am meisten Zuschläge entfielen auf Bieter aus Nordrhein-Westfalen (138 MW) gefolgt von Brandenburg (87 MW)

Mit 15 erfolgreichen Geboten im Umfang von 113 MW haben Bürgerenergiegesellschaften als Zuschlagswert den Gebotswert des höchsten noch bezuschlagten Gebots von 6,28 ct/kWh erhalten. „Die leichte Unterzeichnung einer Ausschreibung bestätigt den Trend der letzten Runden mit zurückgehenden Gebotsmengen“, kommentiert Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, das Ergebnis. „Die gegenüber der Ausschreibung im Februar angestiegene Förderung dürfte Bietern wieder verstärkte Anreize bieten, an zukünftigen Ausschreibungen teilzunehmen.“

Unterzeichnung hat mehrere Gründe

Doch woran liegt es, dass in dieser Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land so viel weniger Gebote abgegeben wurden? Laut dem Bundesverband WindEnergie (BWE) gibt es dafür gleich mehrere Gründe. So hätten die Ergebnisse des fehlerhaften Ausschreibungsdesigns von 2017 viele Akteure zweifeln lassen, ob mit der zurzeit genehmigten Anlagetechnik überhaupt erfolgreich Gebote abgegeben werden können. Außerdem befinden sich derzeit Projekte mit einem Umfang von rund 10.000 MW in laufenden Genehmigungsverfahren.

Obwohl es ausreichend genehmigte Projekte gebe, „sind aufgrund der Ergebnisse der Ausschreibungen 2017 viele Projektträger verunsichert, ob und wie sich in Ausschreibungen eine Projektfinanzierung erreichen lässt“, sagt daher auch Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie. „Insbesondere sorgt der Stillstand bei der Umsetzung des Koalitionsvertrages für eine weiter anhaltende Verunsicherung der Branche.“ So sei nach wie vor nicht gesetzlich geklärt, ob die Genehmigung nach dem BImSchG für künftige Ausschreibungen auch tatsächlich eine Grundlage zur Teilnahmevoraussetzung werde. Außerdem sei es unklar, welche Volumen in den kommenden Jahren ausgeschrieben werden.

Disruptive Entwicklung war ein massiver Stresstest

„Hier braucht es einen verlässlichen gesetzlichen Rahmen, um strategische Spekulationen am Markt zu verhindern und Ausschreibungsergebnisse zu stabilisieren“, fordert Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie. Die disruptive Entwicklungen der letzten Monate und Jahre sei für die Windbranche ein massiver Stresstest gewesen, der bereits jetzt zu deutlichen Beschäftigungsverlusten geführt habe. jk


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Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Rudolf Koenig 24.05.2018, 12:48:37

+189 Gut Antworten

Eine gute Entwicklung! Die Zerstörung der angestammten Landschaft im Norden durch immer größere Windenergieanlagen, die unter Rendite- und nicht aus dezentralen Energiewendegesichtspunkten gebaut werden und durch den Netzausbau nimmt unerträgliche Ausmaße an.

Rudolf Koenig


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