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Vortex BladelessFlügellose Windräder gehen in Pilotbetrieb

Vortex Nano
Eine in Spanien installierte Vortex Nano-Anlage. (Foto: © Vortex Bladeless Wind Power)

Die Windkraftanlagen des spanischen Startups Vortex Bladeless brauchen keine Rotorblätter, um Strom zu erzeugen. Sie wiegen im Wind hin und her und nutzen stattdessen die Schwingungsenergie. Jetzt startet die erste Pilotphase des innovativen Konzepts.

30.03.2021 – Herkömmliche Windräder bekommen immer mehr Konkurrenz. Nachdem Deutschlands erste Flugwindkraftanlage vor ein paar Monaten in Schleswig-Holstein erfolgreich den Testbetrieb beendet hat und in den Dauerbetrieb gewechselt ist, könnten künftig auch die „Windtürme“ des spanischen Tech-Startups Vortex Bladeless durchstarten. Und diese kommen – wie der Unternehmensname schon vermuten lässt – komplett ohne Rotorblätter und Turbinen aus.

Die Anlagen machen sich die sogenannte „aeroelastische Resonanz“ zunutze, erzeugen also Strom durch die Schwingungen der Maschinen im Wind. Beim Hin- und Herwiegen entstehen Vibrationen, die über einen Generator in Strom umgewandelt werden. Dadurch können sie praktisch überall aufgestellt werden, sind laut dem Hersteller sehr umweltverträglich und brauchen auch keine Schmiermittel, da keine Turbine verbaut wird.

Klein-Windkraftanlage Vortex Nano

Das Unternehmen hat bei seiner Anlage bewusst den Fokus auf den Endverbrauchermarkt gelegt. Die Vortex Nano-Geräte erreichen deshalb „nur“ eine Höhe von 85 Zentimetern. Zukünftig sollen sie als modulare und umweltfreundliche Off-Grid-Windgeneratoren für Systeme mit einem geringen Stromverbrauch zum Einsatz kommen. Dafür lassen sich die Anlagen mit anderen Vortex-Geräten und handelsüblichen Solarmodulen kombinieren.

Damit hat sich die Vision des spanischen Herstellers in den letzten sechs Jahren gewandelt. 2015 waren noch zwei unterschiedliche Modelle geplant – die kleinere Variante mit einer Leistung von vier Kilowatt und einer Höhe von über zwölf Metern, die größere mit einer Leistung von einem Megawatt.

Fördergelder hat das Startup unter anderem durch das EU-Förderprogramm Horizon 2020 erhalten, bei dem die Europäische Kommission zwischen 2014 bis 2020 für Forschung und Innovation Unterstützungen in Höhe von knapp 80 Milliarden Euro verteilt hat. Dadurch konnte Vortex Bladeless auch eine erste Pilotanlage mit dem Namen „Tacoma“ für einen Feldtest installieren, die mit einer Höhe von 2,75 Metern etwas größer als die Nano-Anlagen ist.

Vorteile der Vortex-Anlagen

Der Hersteller verspricht gegenüber herkömmlichen Windkraftanlagen mehrere Vorteile: Aufgrund der deutlich leichteren Bauweise wird ein kleineres Fundament benötigt. Dadurch werden im Bau weniger Rohstoffe verwendet und es ergeben sich geringere Entstehungskosten. Da keine Rotorblätter verbaut werden, haben die Anlagen nicht nur geringere Geräuschemissionen, sondern sind auch weniger gefährlich für die Tierwelt. Ein Nachteil ist hingegen die geringere Energieeffizienz gegenüber klassischen Windrädern.

Zunächst starten die Vortex-Nano-Anlagen im Rahmen einer ersten Pilotphase. Dafür wurden bis Anfang 2021 rund 100 Anlagen produziert, die zunächst nur an NGOs, Universitäten, unabhängige Labore, Kommunen, Naturparks und Partnerunternehmen vertrieben werden. Dadurch will das Startup Messungen vornehmen, die Aufschluss über die unterschiedlichen Verwendungsmöglichkeiten geben. Der Weg für Optimierungen sei noch lang – genau wie bei vielen anderen innovativen Technologien. Die im Rahmen der ersten Testphase gesammelten Erkenntnisse sollen dann auch in die größere Vortex Tacoma-Anlage fließen. Zukünftig könnte es – wie ursprünglich geplant – vielleicht doch noch höhere „Windtürme“ geben.

Tester gesucht

Zunächst will Vortex im nächsten Schritt jedoch die Stichprobe vergrößern und die kleinen Windkraftanlagen in die Hände von Endverbrauchern geben. Im Rahmen einer zweiten Testphase könnten dann schon 1.000 bis 10.000 Exemplare produziert und an Interessierte verteilt werden. Das Unternehmen möchte die Öffentlichkeit darüber informieren, sobald in der aktuellen ersten Testphase ausreichend Daten gesammelt wurden. jk


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