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“Mein Freund Hermann Scheer hätte sich gefreut”

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (4. v.r.) und der Tübinger OB Boris Palmer (3. v.r.) bei der Eröffnung des Windparks Ellwanger Berge. (Foto: Stadtwerke Tübingen)
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (4. v.r.) und der Tübinger OB Boris Palmer (3. v.r.) bei der Eröffnung des Windparks Ellwanger Berge. (Foto: Stadtwerke Tübingen)

Der Windkraftausbau in Baden-Württemberg kommt voran. 150 neue Windkraftanlagen sind derzeit im Genehmigungsverfahren. Nun weihte Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit einem Bürgerfest den 30 Megawatt starken Windpark Ellwanger Berge ein.

06.06.2017 – 50 Millionen Euro investierten die beiden Betreiber Stadtwerke Tübingen und WIND Energien in den Park entlang der Autobahn A7 im nördlichen Ostalbkreis. Er liefert Strom für rund 19.000 Haushalte. Die zehn Windkraftanlagen des Typs Enercon E 115 mit jeweils drei Megawatt Leistung haben eine Nabenhöhe von 149 Metern, einen Rotordurchmesser von 115,7 Metern und einen schlanken Turmfußdurchmesser von 13,2 Metern. Der Turm ist als Beton-Stahl-Hybrid-Turm gebaut. Die Bürger- Energiegenossenschaft Bürger-Energie Tübingen (BET) bietet die finanzielle Beteiligung an einer der Windkraftanlagen an.

Vision Energieallee A7

Der Standort entlang der Autobahn A7 auf dem Gebiet der Gemeinden Ellenberg und Jagstzell ist ein besonderer. Die zehn Anlagen können als Teil der Energieallee A7 betrachtet werden, eines Konzepts, das durch den 2010 verstorbenen Hermann Scheer entwickelt wurde. Der Energievisionär und Träger des Alternativen Nobelpreises hatte mit seiner Idee eine gleichermaßen intelligente wie pragmatische Lösung für den Ausbau Erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg skizziert. Mit seinem Konzept zur Energieallee A7 konkretisierte er seine Vision, Windkraftanlagen, Solaranlagen und Biomassekraftwerke entlang der mit 962 Kilometern längsten Autobahn Deutschlands entstehen zu lassen und damit ein eindrucksvolles Zeichen für die Ausgestaltung der Energiewende zu setzen.

An diese Vision der Energieallee erinnert Tübingens Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Tübingen, Boris Palmer: „Mein Freund Hermann Scheer hätte sich gefreut, wenn er diesen Tag noch miterlebt hätte. Mit dem neuen Windpark kommen wir unserem Ziel, den CO2- Ausstoß um weitere 25 Prozent zu verringern, ein großes Stück näher.“

Kirchliche Weihe für den neuen Windpark

Bei seiner Eröffnungsrede betonte Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Der Windpark Ellwanger Berge ist ein wichtiges Stück Energiewende. Er zeigt, dass Ökologie und Ökonomie kein Gegensatz sein müssen.“ Begrüßt wurden die Gäste des Bürgerfestes beim feierlichen Eröffnungsakt vom Bürgermeister der Gemeinde Ellenberg Reiner Knecht. Auch eine kirchliche Weihe gehörte zu den Programmpunkten.

120 neue Windkraftanlagen gingen in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr ans Netz, 200 Anlagen wurden genehmigt. Weitere 150 Anlagen sind derzeit im Genehmigungsverfahren. „Neben der Solarenergie ist die Windenergie unsere wichtigste Ausbauoption im Stromsektor“, bekräftigte jüngst Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller beim 9. Windbranchentag in Stuttgart. hcn


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Kommentare

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Eitel Heck 06.06.2017, 11:18:51

+308 Gut Antworten

Die Windkraftanlagen haben ihre Berechtigung im Zusammenwirken mit anderen Kraftwerken zur kontinuierlichen Stromproduktion.

Bei der Bewertung der CO2-Emission und des Ernteertrages von Windkraftanlagen ist zu beachten:

1.Bei Windkraftanlagen wird sehr viel Stahl verbaut.

Die Roheisenherstellung im Hochofen benötigt Steinkohle in Kombination mit Eisenerzen, wobei CO2- Emission entsteht.

2.Es werden für die Windkrafttürme große Mengen Beton verbaut. Die Betonherstellung ist mit großer CO2-Emission begleitet.

3. Als Voraussetzung für den weiteren großflächigen Ausbau von Windkraftanlagen stehen bezahlbare Groß- undLangzeitspeicher zur Speicherung des überschüssigen, wetterabhängigen Windstrom nicht zur Vergung.

-Pumpspeicherwerke, Betonkugelspeicher für Offshoreanlagen, Druckluftspeicher, Redox Flow Batterien, Power to Gas,

4. Nach 20 Jahren Betrieb werden die Windkraftanlagen wieder abgebaut und entsorgt, wobei das Recycling der Rotorblätter noch nicht gelöst ist ist.

Dieter Badenski 07.06.2017, 09:02:57

+334 Gut Antworten

Die Aussage von Herrn Heck kann ich so nicht stehen lassen.

Zu Punkt 1. und 2. eine Windkraftanlage hat die für ihre Herstellung benötigte Energie innerhalb von wenigen Monaten wieder erzeugt. Auch die CO2-Bilanz ist hundertfach besser als bei fossilen Energieerzeugung (z.B. Kohlekraftwerke). Einige Hersteller z.B. Enercon betreiben ihre eigenen Gießereien und Betonwerke weitgehend mit Hilfe von Erneuerbaren Energien (z.B. Windenergie). Alles im WWW nachlesbar.

Bedingt zustimmen kann ich zum Thema Speicher, hier gibt es zwar schon viele Forschungs- und Pilotprojekte, es sind aber noch große Anstrengungen notwendig, um flächendeckende Speicherung zu ermöglichen.

Zu Punkt 4, das Recycling der Rotorblätter ist in der Tat problematisch. Hier werden die Stoffe bisher thermisch verwertet oder z.B. noch in der Zementproduktion verwendet.

Eitel Heck 07.06.2017, 10:32:47

+298 Gut Antworten

zu Dieter Badenski,

Ich habe darauf hingewiesen, dass Windkraftanlagen ihre Berechtigung im Zusammenwirken mit anderen Kraftwerken haben. Kohekraftwerke habe ich nicht erwähnt.

Selbst wenn Enercon eigene Giesserein und Betonwerke mit erneuerbaren Energien betreibt bleibt Fakt:

1.Roheisen, die Vorstufe zur Stahlerzeugung, wird im Hochofen aus Eisenerz und Steinkohlenkoks( der erst eimal in Kokerein hergestellt wird) u. a. Materialien herstellt mit Co2-Emission im Gichtgas,

2.Bei der Herstellung von Beton entsteht CO2-Emission.

3.Ausgangsprodukte zur Herstellung von Solarzellen sind Quarzsand und Steinkohlekoks, mit denen im Hochofen Rohsilizium hergestellt wird mit CO2-Emission.

4.Im einem Interview in der Bildzeitung vom 19.4.2017 teilte der

Vorstandsvorsitzende von RheinEnergie mit, dass noch zwei bis drei Jahrzehnte herkömmliche Kraftwerke benötigt werden, da noch keine bezahlbaren Groß- und Langzeitspeicher für übetrschüssigen, wetterabhängigen Wind- und Sonnenstrom zur Verfügung stehen.

Gegenwärtig wird die flukturierende, wetterabhängige Stromproduktion von Windkraft- und Solaranlagen durch die steuerbaren konventionellen Kraftwerke abgepuffert.Deshalb kommt es gegenwärtig bei Windstille, wo die Windräder stillstehen, zu keinem Strom-Black-out.

Als Stromspeichertechnologien stehen zur Auswahl: Pumspeicherwerke, Betonkugelspeicher für Offshoreanlagen, Untergrundspeicher, Redow Flow Batterien, Power to Gas.

Außer Wind- und Sonnenstrom gibt es andere klimafreundliche Technologien, die sich Herr Badenski anschauen sollte.

-Wasserstoffkraftwerke mit umweltfreundlichen Brennzellen, die in Japan geplant sind,

-Dual Fluid Kernreaktor,

.sichere Technologie,

.Nutzung von gegenwärtigen Atommüll zur Stromerzeugung, der ansonsten komplett in geologischen Endlagern entsorgt werden müsste,

.Kopplung der Stromproduktion mit der Herstellung von chemischen Erzeugnissen, die ansonsten aus Erdöl hergestellt werden.

Nicht jede Kernenergietechnologie ist gefährlich,


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