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Pilotprojekt: Windparks stellen Regelenergie bereit

Windparks wie dieser in Niedersachsen  zwischen Braunschweig und Hildesheim könnten Regelenergie zur Stabilisierung des Stromnetzes bereitstellen. Die Übertragungsnetzbetreiber haben dafür die Rahmenbedingungen festgelegt, nun beginnt eine Pilotphase.
Windparks wie dieser in Niedersachsen zwischen Braunschweig und Hildesheim könnten Regelenergie zur Stabilisierung des Stromnetzes bereitstellen. Die Übertragungsnetzbetreiber haben dafür die Rahmenbedingungen festgelegt, nun beginnt eine Pilotphase. (Foto: Philip May, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Windpark-Wind-Farm.jpg)

Die Übertragungsnetzbetreiber wollen Windparks zur Bereitstellung von Regelenergie verwenden. Die Rahmenbedingungen wurden nun festgelegt, die Pilotphase kann beginnen. Es ist ein wichtiger Schritt zur weiteren Systemintegration der Erneuerbaren.

21.12.2015 – Die Rahmenbedingungen, die die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW nun festgelegt haben, beschreiben die Anforderungen an Windparks, damit sie Regelleistung für die Stabilisierung des Stromnetzes bereitstellen können. Zunächst soll die Bereitstellung von Minutenreserveleistung in einer Pilotphase erprobt und untersucht werden. Die Ergebnisse fließen dann wieder „in die Weiterentwicklung der Präqualifikationsbedingungen für Windparks“ ein, wie 50Hertz mitteilte. Mit der Präqualifikation weisen die Betreiber von Kraftwerken nach, dass sie die technischen Anforderungen zur Erbringung von Regelenergie tatsächlich erfüllen können.

Die Regelenergie dient der Stabilisierung der Stromversorgung, da Stromerzeugung und -verbrauch immer im Gleichgewicht sein müssen. Um die normale Frequenz im Stromnetz von 50 Hertz zu halten, müssen die ÜNB eingreifen und ausgleichen. Dies ist meistens der Fall, wenn unvorhergesehene  Abweichungen zwischen Erzeugung und Verbrauch auftreten, etwa wenn ein Kraftwerk wegen eines Fehlers heruntergefahren werden muss oder wenn die Prognosen für Wind- und Solarkraftwerke nicht exakt stimmen.

Ein großer Beitrag zur Energiewende

Durch positive oder negative Regelleistung wird Strom dem Netz zugeführt oder aus diesem genommen, um Schwankungen auszugleichen. Die ÜNB halten eigenen Angaben zufolge jeweils ca. 4.000 Megawatt positiver und negativer Regelleistung vor. Diese Leistung kaufen die Netzbetreiber am Regelleistungsmarkt ein, wo sich Kraftwerksbetreiber mit ihren Anlagen in einer Ausschreibung bewerben.

Bislang bieten von den Erneuerbaren Energien vor allem Wasserkraftanlagen und Biogasanlagen Regelenergie an, weil diese Kraftwerke gut steuerbar sind. Auch Pumpspeicherkraftwerke und Batteriespeicher können Regelenergie bereitstellen. Der Großteil der Regelenergie kommt allerdings von den großen Energiekonzernen und Stadtwerken mit ihren konventionellen Gas- und Kohlekraftwerken. „Durch die Einbeziehung von Windenergie zur Erbringung von Regelleistung müsste mittel- bis langfristig immer weniger Regelleistung durch konventionelle Kraftwerke vorgehalten werden“, so die ÜNB. Es wäre ein weiterer großer Beitrag zur Energiewende. cw


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