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Ausschreibung Offshore-Windparks

Wieder Null-Cent-Gebote für neue Meereswindparks

Der Windpark Riffgat etwa 15 Kilometer nordwestlich der Nordseeinsel Borkum wurde nach 14 Monaten Bauzeit im August 2014 eingeweiht. (Foto: © H&M Ingenieurbüro GmbH&Co. KG via Wikimedia.Commons, CC BY-SA 4.0)

Die zweite Ausschreibungs­runde für neue Offshore-Windparks endet mit starken Unterschieden, zwischen null und zehn Cent Förderung erhalten die sechs Projekte in Nord- und Ostsee. Die Koalition streitet weiter um vereinbarte Sonder­ausschreibungen.

02.05.2018 – Ende 2017 lieferten 20 Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee sauberen Strom, zwei befinden sich noch im Bau. Jetzt kommen je drei weitere in Nord- und Ostsee mit einer Gesamtleistung von 1.610 Megawatt hinzu, sie erhielten bei der neuesten Ausschreibung einen Zuschlag. Erstmals hatte die zuständige Bundesnetzagentur eine „Ostseequote“ festgelegt, da das Gewässer als bisher weniger erschlossen gilt und die Kosten für Projektierer höher sein dürften. Der erste dieser Windparks soll ab 2021 seinen Strom ins Netz einspeisen.

Starke Unterschiede

Der mittlere Zuschlagswert bei der zweiten Offshore-Ausschreibung lag mit 4,66 Cent pro Kilowattstunde deutlich höher als in der ersten Runde vor gut einem Jahr. Der niedrigste Gebotswert betrug wie zuvor 0,00 Cent pro Kilowattstunde, der höchste Gebotswert, der noch einen Zuschlag erhielt, dagegen bei 9,83. Mit dem Zuschlag erhalten die Windparks nicht nur die EEG-Förderung, sondern auch einen vom Stromverbraucher über die Netzentgelte finanzierten Netzanschluss und eine Betriebserlaubnis über 25 Jahre.

Ein erfreuliches Ergebnis der zweiten Ausschreibung sei, „dass die freien Kapazitäten auf mehreren vorgesehenen Anbindungsleitungen nun fast vollständig ausgenutzt werden, was unnötige Leerstandskosten vermeidet“, sagte Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann. Denn der Netzanschluss für Meereswindparks hatte in der Vergangenheit zu Problemen, Verzögerungen und hohen Kosten geführt. In einer gemeinsamen Pressemitteilung wiesen die Wind-Verbände dagegen darauf hin, dass auch nach der Ausschreibung mindestens 800 Megawatt an bestehenden Netzanbindungssystemen frei blieben, von denen 650 Megawatt kurzfristig nutzbar seien.

Sonderausschreibung auf der Kippe

Die Verbände fordern deshalb von der Bundesregierung den im Koalitionsvertrag festgeschriebenen zusätzlichen Ausbau zügig auf den Weg zu bringen. Union und SPD hatten ausgehandelt, per Sonderausschreibung je 4.000 Megawatt Photovoltaik und Windenergie an Land auszuschreiben, zudem eine noch nicht benannte Menge für Windenergie auf See. Während die Sozialdemokraten auf den Koalitionsvertrag bestehen, weigern sich die CDU und CSU. In einem Gesetzentwurf zur EEG-Überarbeitung aus dem CDU-geführten Bundeswirtschaftsministerium findet sich zu zusätzlichen Ausschreibungen kein Wort.

Dort heißt es, die nächste Ausschreibungsrunde für neue Meereswindparks finde wie vorgesehen im September 2021 statt. Dann sollen auch die Regeln geändert werden, zu einem sogenannten „zentralen Modell“. cw


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Kommentare

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Florian 04.05.2018, 07:07:40

Gute Nachrichten für die Offshore Windkraft, weitere 1,6GW sind signifikant. Gut das die Probleme beim Netzanschluss behoben wurden. Wenn noch tatsächlich Übertragungskapazitäten frei sind wäre es schade diese nicht zu nutzen zumal einige Bieter nun ganz auf EEG Zuschüsse verzichten, also die erwähnten 0,0 Cent Gebote, das sollte auch einigen Kritikern aus dem Marktliberalen politischen Feld den Gegenwind aus den Segeln nehmen? Selbst die durchschnittlichen unter 5 Cent Förderung pro kWh sollten auch für Kritiker der Energiewende erträglich sein? Bleibt zu hoffen das die Projekte auch gebaut werden. Die Ostsee Quote ist interessant, warum nicht auch ein Quoten Modell bei der Onshore Windkft für Gegenden mit noch weniger Windrädern aber gutem Netzanschluss und hohem Energie Bedarf, ich denke an Süddeutsche Regionen? Bleibt zu hoffen das die Groko im Rahmen der aus Sicht einer erfolgreichen Energiezukunft nötigen Sonderausschreibungen diese Steuerelemente berücksichtigt. Hoffentlich wird auch hier bei der Energiewende nicht wieder ein Stück Zukunft verspielt gerade jetzt da viele erneuerbare Energien auch aus marktwirtschaftlichen Aspekten sehr interessant geworden sind. Ob Akku Fertigung für die Elektromobilität oder die Halbleiter Industrie für Elektronische Geräte es scheint das überall Asien das Rennen machen wird während wir uns noch mit Technologien von gestern beschäftigen die seit dem Abgas Skandalen weltweit in Verruf geraten sind. Geht so Zukunft?


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