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Windbranche arbeitet an schwimmenden Windrädern

Der schwimmende Windpark Hywind wind farm des norwegischen Energiekonzerns Statiol mit sechs Anlagen und je sechs Megawatt Leistung soll 2017 vor der schottischen Küste entstehen. (Foto: Statoil ASA)
Der schwimmende Windpark Hywind wind farm des norwegischen Energiekonzerns Statiol mit sechs Anlagen und je sechs Megawatt Leistung soll 2017 vor der schottischen Küste entstehen. (Foto: Statoil ASA)

Um auch in tieferen Gewässern auf hoher See Windstrom zu erzeugen, arbeitet die Industrie weltweit an Technologien für schwimmende Windkraftanlagen. Mit einem globalen Industrieprojekt wollen Unternehmen nun Forschung und Entwicklung vorantreiben.

25.07.2016 – Dreizehn Unternehmen aus den Branchen Windenergie, Öl- und Gas, Schifffahrt, Komponentenfertigung und Forschung haben sich unter Federführung der Klassifikations- und Beratungsgesellschaft DNV GL zu dem gemeinsamen Industrieprojekt „Coupled Analysis of Floating Wind Turbines“ zusammengeschlossen. Nach eigenen Angaben ist die norwegische Firma DNV GL die weltweit größte Beratungsgesellschaft für Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen. Ziel des Projekts soll es sein, einen allgemein anerkannten und einheitlichen Ansatz für die Praxis von schwimmenden Windkraftanlagen zu entwickeln.

Die Standardisierung sei ein wichtiger Meilenstein, um die Industrie bei der Entwicklung in die richtige Richtung zu lenken, heißt es bei DNV GL. Den Norwegern geht es auch darum, ihre Vorherrschaft im Offshore-Windmarkt beizubehalten oder noch weiter auszubauen. Dennoch scheint es sinnvoll zu sein, die Forschung und Entwicklung gebündelt voranzutreiben und die somit die Kosten zu senken und die Effizienz zu erhöhen. Derzeit gibt es mehrere verschiedene technische Ansätze für schwimmende Windparks auf hoher See.

Die Projektpartner wollen jeweils ihr Wissen einbringen, etwa zu Konstruktion, Vertäuung und Verkabelung und mithilfe von Simulationen Möglichkeiten durchspielen. Mit dabei ist die französische Firma ideol, die ein ringförmiges, schwimmendes Fundament für Windkraftanlagen mit quadratischem Grundriss entwickelt hat. Die Franzosen sind auch beim europäischen Forschungsprojekt Floatgen mit an Bord. Der Forschungsverbund an dem das Fraunhofer IWES und die Universität Stuttgart beteiligt sind, baut derzeit im Westen Frankreichs eine erste schwimmende Testanlage. In Japan wurden ebenfalls zwei Testanlagen errichtet, weitere Projekte verfolgt ideol im Mittelmeer und in Taiwan.

Statoil plant schwimmenden Windpark vor Schottland

Bei der Errichtung schwimmende Windkraftanlagen stellen sich gleich mehrere grundsätzliche Fragen: Sollen die Anlagen einzeln oder auf einer großen schwimmenden Plattform errichtet werden? Bei der Entwicklung greifen die meisten Unternehmen auf Erfahrungen der Öl- und Gasindustrie und deren schwimmenden Förderplattformen zurück. Vor allem bei der Befestigung der Anlagen am Meeresgrund gibt es Unterschiede.

Der norwegische Öl- und Gasgigant Statoil gilt als Vorreiter der schwimmenden Windkraftanlagen, bereits 2009 installierten die Norweger im Åmøy-Fjord in der Nähe von Stavanger einen Prototypen. Statoil setzt dabei auf senkrecht stehende zylinderförmige Schwimmkörper, die unter Wasser durch drei Stahltrossen gehalten und mit Betonblöcken auf dem Meeresboden verankert werden. Die Firma hatte angekündigt, bis 2017 den bisher größten schwimmenden Windpark Europas 25 Kilometer vor der schottischen Küste zu installieren. Die sechs Anlagen sollen je eine Leistung von 6 Megawatt haben. cw


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