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HalbjahreszahlenZarte Hoffnung beim Ausbau der Windenergie an Land

Sonnenaufgang über Windenergieanlagen
Im ersten Halbjahr 2020 kam der Windenergie-Zubau wieder in Schwung. (Photo by Bastian Pudill on Unsplash)

Es geht aufwärts: Im ersten Halbjahr 2020 sind die Ausbauzahlen von Windkraftanlagen an Land wieder gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Zubau verdoppelt, ist aber immer noch zu niedrig. Zahlreiche Hürden müssen dringend beseitigt werden.

03.08.2020 – Nachdem der Windenergie-Ausbau im letzten Jahr praktisch zum Erliegen kam, blickt die Windbranche jetzt mit vorsichtigem Optimismus auf die Zahlen des ersten Halbjahres 2020. Verglichen mit dem Vorjahr hat sich der Zubau bisher verdoppelt. 178 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 591 Megawatt (MW) wurden in Deutschland neu errichtet, wie aus aktuellen Zahlen der Deutschen WindGuard hervorgeht. Für das gesamte Jahr 2020 wird ein Bruttoausbau der Windenergie an Land von mindestens 1.500 MW prognostiziert. Gemessen an den Klimazielen der Bundesregierung ist das jedoch viel zu wenig, betont der Bundesverband WindEnergie (BWE).

Für die Einhaltung der Klimaschutzziele und eine nachhaltige, wirtschaftliche Erholung von der Corona-Krise braucht es jetzt dringend einen konsequenten Abbau von Hürden bei Genehmigung und Flächenbereitstellung. „Der Knoten bei Genehmigungen muss durchschlagen werden“, fordert Hermann Albers, Präsident Bundesverband Windenergie. Nur so könne die Windenergie ihre Bedeutung als leistungsstarke Schlüsseltechnologie der Zukunft ausfüllen.

Starke regionale Unterschiede

Am meisten Windkraftanlagen wurden in Nordrhein-Westfalen neu installiert (115 MW), gefolgt von Brandenburg (85 MW) und Niedersachen (75 MW). In Süddeutschland war der Ausbau nach wie vor sehr verhalten: In Bayern wurden nur fünf Anlagen mit einer Leistung von 23 MW errichtet, in Baden-Württemberg vier mit einer Leistung von 14 MW. Die Schlusslichter: Im Saarland und in Sachsen gingen jeweils nur drei Anlagen ans Netz.

In den letzten Monaten hatte die Bundesregierung mehrfach betont, dass ein schneller Ausbau der Erneuerbaren Energien gewollt ist. Im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie soll insbesondere die Windenergie bis 2030 zusätzliche fünf Gigawatt regenerativen Strom zur Erzeugung von grünem Wasserstoff liefern. „Es wäre ein Widerspruch, einerseits ambitionierte Klimaziele zu formulieren, andererseits aber nicht den Weg für den dafür notwendigen Ausbau der Erzeugung durch Erneuerbare Energien zu ebnen“, sagt Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems.

Repowering essenziell für Gelingen der Energiewende

Deutschland muss ein Standort für modernste und effizienteste Anlagen seinDeshalb müsse jetzt schleunigst ein kohärenter Handlungsrahmen geschaffen werden, um langfristig Deutschlands technologischen Vorsprung der Windindustrie zu sichern – und einer Stromlücke bei den Erneuerbaren vorzubeugen. Dafür fordert der BWE eine Repowering-Strategie als wichtigen Baustein für das Gelingen der Energiewende. Denn: In den nächsten Jahren werden rund 15.000 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 16 Gigawatt aus der EEG-Förderung fallen. Dafür müssen alte Anlage durch neue ersetzt werden, die dem aktuellsten Stand der Technik entsprechen: mit stärkerer Leistung, größerem Roter und höheren Türmen. „Deutschland muss ein Standort für modernste und effizienteste Anlagen sein“, fordert Zelinger.

„Die derzeitigen Hürden zur freien Vermarktung von Erneuerbarem Energien-Strom müssen fallen und Direktbelieferungen, beispielsweise in Form von Power Purchase Agreements (PPA), müssen vereinfacht werden“, so Albers. Außerdem sollte die Definition von Eigenstromerzeugung neu gefasst werden. jk


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