Halbjahresbilanz 2025: Mehr Genehmigungen, mehr Zubau bei Windkraft an Land

Die Windkraft erlebt gerade einen positiven Trend, sowohl bei Genehmigungen als auch beim Zubau. Zudem bewarben sich in den letzten vier Ausschreibungen mehr Projekte als bezuschlagt werden konnten. Die EEG-Zubauziele sind aber noch nicht erreicht.
16.07.2025 – Die Windenergie an Land ist auf Kurs, aber noch nicht am Ziel. Die erste Jahreshälfte 2025 bringt eine deutliche Aufwärtsentwicklung sowohl beim Brutto-Zubau als auch bei den erteilten Genehmigungen.
Genehmigungen Windenergie an Land im ersten Halbjahr 2025
7,8 Gigawatt neue Windenergieleistung wurden bis Ende Juni bundesweit von den Behörden genehmigt – so viel wie noch nie in einem ersten Halbjahr. Gut ein Drittel (2,7 Gigawatt) der genehmigten Leistung stammt aus Nordrhein-Westfalen, womit das Land das vierte Jahr in Folge mit deutlichem Vorsprung das Länderranking anführt. Im zweitplatzierten Niedersachen wurden 1,6 Gigawatt genehmigt. An dritter Stelle folgt Bayern mit Genehmigungen für 0,6 Gigawatt Windenergieleistung. Trotz der außergewöhnlich hohen Zahl an Genehmigungsbescheiden sind die Verfahrenslaufzeiten in den allermeisten Ländern weiter rückläufig. Im Bundesdurchschnitt dauerten die in diesem Jahr bereits abgeschlossenen Zulassungsverfahren 18 Monate, verkürzten sich damit um 20 Prozent gegenüber 2024.
Inbetriebnahmen im ersten Halbjahr 2025
In Betrieb genommen wurden in den ersten sechs Monaten über 400 Windenergieanlagen mit 2,2 Gigawatt Leistung – zwei Drittel mehr als im letztjährigen Vergleichszeitraum. Auch hier führt Nordrhein-Westfalen mit knapp 600 Megawatt die Länderstatistik an, gefolgt von Niedersachsen mit 502 Megawatt und Schleswig-Holstein 341 Megawatt. Der Repowering-Anteil an der neu installierten Leistung erreicht 35 Prozent – nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr.
Der bundesweite Gesamtbestand umfasste Mitte 2025 rund 28.900 Anlagen mit 65,3 Gigawatt Leistung. Für 11,3 Gigawatt der installierten Leistung ist seit Jahresbeginn er Vergütungsanspruch nach dem EEG ausgelaufen. Das Durchschnittsalter des bundesdeutschen Anlagenparks beträgt 15,4 Jahre.
Ergebnisse der ersten beiden Ausschreibungsrunden in 2025
In den ersten beiden Ausschreibungsrunden des Jahres wurden Projekte mit insgesamt 7,5 GW Leistung bezuschlagt. Damit ist auch der Zubau der kommenden Jahre bereits auf einem hohen Niveau angelegt. Beide Runden waren deutlich überzeichnet, ebenso wie die letzten beiden Runden im Jahr 2024. Durch die vierte Überzeichnung in Folge ist auch klar, dass das Volumen der kommenden Runde nicht gekürzt wird. Wenn sich diese Entwicklung so fortsetzt, sind nach Einschätzung des Bundesverband Windenergie bis zum Ende des Jahres Zuschläge in Höhe von rund 14.400 MW möglich. Ausreichend Genehmigungen sind vorhanden.
Die sich manifestierende positive Entwicklung hält seit dem Jahr 2020 an. Die Kontinuität bei Flächenzielen, Genehmigungserleichterungen und Finanzierungsbedingungen stützt diese Entwicklung. Bärbel Heidebroek, Präsidentin des Bundesverbandes Windenergie, sieht ein weiteres positives Signal: „Die Umsetzung der RED III zeigt, dass die neue Bundesregierung für stabile Rahmenbedingungen sorgen will und die Hunderttausenden Beschäftigten entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Windenergie im Blick hat.“
EEG-Ziele noch nicht erreicht
Den positiven Entwicklungen zum Trotz klafft beim Zubau eine Lücke zwischen dem tatsächlichen Zubau und den im EEG formulierten Zielen. Die EEG-Zubauziele werden nach Aussage von Heidebroek frühestens ab 2026 erreichbar. Der Positivtrend unterstütze die Transformation der deutschen Wirtschaft und stärke die Resilienz des Stromsystems – er muss jetzt verstetigt werden, das Ambitionsniveau beim Zubau beibehalten werden.
Prognose für Deutschland im Gesamtjahr 2025
Für das Gesamtjahr 2025 prognostizieren die Verbände BWE und VDMA Power Systems bei unveränderter Realisierungsgeschwindigkeit einen zu erwartenden Zubau in Höhe von 4,8 bis 5,3 Gigawatt.pf
















































