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Windanlagen auf SeeOffshore-Branche fordert Reform der Ausschreibungen

Windenergieanlagen im Meer
Zu sehen ist der Offshore-Windpark Riggat in der Nordsee, nordwestlich der Insel Borkum. (Bild: Impériale auf WikiCommons / CC BY-SA 4.0)

Der Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland stagniert, wie die Zahlen für das erste Halbjahr 2025 zeigen. Die Windkraft-Verbände führen dies auf Engpässe der Lieferkette und ungünstige Ausschreibungsbedingungen zurück.

30.07.2025 – Ende Juni 2025 waren in Deutschland 1.639 Offshore-Windanlagen in Betrieb, die eine Leistung von 9,2 Gigawatt lieferten. Doch der Ausbau stockt: Im ersten Halbjahr gingen keine neue Offshore-Windanlage in Betrieb. Es wurden zwar zehn Anlagen mit 143 Megawatt Leistung auf bereits installierten Fundamenten errichtet, sie speisen jedoch noch nicht ins Netz ein. Insgesamt stehen damit 1.730 Windenergieanlagen vor den deutschen Küsten. Weitere 56 Fundamente wurden am Meeresboden installiert, tragen jedoch noch keine Windräder.

Weit entfernt von Zielzahlen

Damit ist Deutschland weit von den selbst gesetzten Zielen entfernt. Bis zum Jahr 2030 sollen Offshore-Windanlagen mit 30 Gigawatt Kapazität in Betrieb sein, bis 2045 sollen 70 Gigawatt erreicht werden. Diese Ziele hat die neue Bundesregierung auch in ihrem Koalitionsvertrag bekräftigt. Um die angestrebten Kapazitäten zu erreichen, müsste in den kommenden sieben Jahr das Dreifache der bisher installierten Leistung ans Netz gehen. Branchenverbände bezweifeln, dass das beim bisherigen Tempo des Ausbaus erreichbar ist, wie sie in einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten. Die Erklärung wurde von sechs Verbänden unterzeichnet, darunter der Bundesverband WindEnergie e.V., der Bundesverband Windenergie Offshore e.V. und VDMA Power Systems.

Verbände fordern Reform

Das größte Hindernis sehen die Verbände in den geltenden Ausschreibungsregeln. Bei der jüngsten Auktion für eine Offshore-Wind-Fläche erhielt im Juni 2025 mit 180 Millionen Euro ein geringeres Gebot den Zuschlag als bei bisherigen Ausschreibungen. Darin sieht die Branche ein Zeichen, dass die Risiken für die Windkrafterzeuger zu hoch sind. Dies liege zum einen an Engpässen in der Lieferkette, zum anderen an starren Vorgaben für die Überbauung der zugeteilten Flächen. Verpflichtend ist derzeit eine Überbauung von 10 bis 20 Prozent der Fläche. Die Branchenverbände kritisieren diese Regelung als zu starr. Der ideale Grad der Überbauung sei je nach Standort unterschiedlich. Daher müsse der konkrete Prozentsatz der Überbauung den Projektentwicklern überlassen werden.

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Europaweite Harmonisierung steht aus

Weiterhin fordern die Branchenverbände eine europaweite Harmonisierung der Ausschreibungsregeln. Die europäischen Hersteller und Zulieferer müssten eine industriepolitische Unterstützung erhalten. Ferner fordern die Verbände ein anderes Erlösmodell in Form staatlicher Differenzverträge (Contract for Difference - CfD), wie auch die EU-Kommission vorgeschlagen hatte. Dabei wird ein fester Preis oder ein Preiskorridor für die Vergütung von Strom festgelegt. Charlotte Schmitz

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