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Windkraft kommt voranStarke Halbjahresbilanz für Wind an Land

Windkraftanlagen, Feld, Abendlicht, Wolken
Es wird viel Windkraft an Land genehmigt und gebaut, aber die aktuellen Gesetzesvorhaben bereiten der Branche Sorge.

Die Halbjahresbilanz 2026 für Wind an Land kann sich sehen lassen. Knapp zwei Gigawatt Nettozubau, zudem neue Genehmigungen für über neun Gigawatt Leistung. Doch die aktuellen Gesetzesvorhaben bereiten der Branche Sorge.

27.07.2026 – Mit 423 neu gebauten Windkraftanlagen erreichte der Brutto-Zubau in den ersten sechs Monaten des Jahres den Wert von 2,36 Gigawatt. Das entspricht einem Wachstum von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zieht man davon die Stilllegungen in Höhe von 436 Megawatt ab, bleibt ein Netto-Zubau von 2,363 Gigawatt Leistung. Die Zahlen beruhen auf einer Auswertung der Fachagentur Wind und Solar im Auftrag von Bundesverband WindEnergie (BWE) und VDMA Power Systems.

Zum 30. Juni 2026 waren in Deutschland 29.250 Windenergieanlagen mit einer Leistung von knapp 70 Gigawatt an Land am Netz. Damit wurde fast ein Viertel der Stromversorgung Deutschlands bereitgestellt. Im ersten Halbjahr wurden zudem 9,1 Gigawatt neue Windenergieleistung genehmigt, ein Rekordwert. Insgesamt liegt das Volumen an genehmigten Projekten damit bei 48,1 Gigawatt. Davon haben rund 19 GW noch keinen Zuschlag in einer Ausschreibung – Projekte, die baureif sind, aber noch nicht gebaut werden können.

Acht Gigawatt Zubau in 2026 ambitoniert, aber nicht unerreichbar

Angesichts der Fülle der bereits genehmigten und bezuschlagten Projekte zeigen sich BWE und VDMA verhalten optimistisch, dass die Prognose vom Jahresanfang von rund acht Gigawatt Zubau im Jahr 2026 doch noch Realität werden kann. Sie sei ambitioniert, aber nicht unerreichbar. Entscheidend sei nun, bestehende Hemmnisse bei der Umsetzung und Inbetriebnahme konsequent abzubauen.

Die Fülle an neuen Genehmigungen wirkte sich auch auf die Ausschreibungstermine aus. Das in diesem Jahr bislang auktionierte Leistungsvolumen wurde mit einer zweieinhalbfach so hohen Gebotsmenge überzeichnet. Das anhaltend hohe Genehmigungsgeschehen lässt bereits jetzt schlussfolgern, dass die Volumina der Ausschreibungstermine im zweiten Halbjahr ebenfalls erheblich überboten werden.

Spitzenreiter Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen

Die meisten neuen Windenergieanlagen gingen in Nordrhein-Westfalen – 99 Anlagen mit 539 Megawatt Leistung – und in Niedersachsen 89 anlagen mit 515 Megawatt Leistung – in Betrieb. Auch in der sogenannten Südregion tut sich etwas. Dort gingen 52 Neuanlagen mit 270 Megawatt ans Netz, die meisten davon in Baden-Württemberg, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Drittel.

In Summe ist derzeit die meiste Windenergieleistung in Niedersachsen in Betrieb (14,3 Gigawatt), gefolgt von Schleswig-Holstein (10 Gigawatt). In Brandenburg und Nordrhein-Westfalen waren zur Jahresmitte jeweils rund 9,6 Gigawatt installiert.

Längere Realisierungsdauer

Der Zeitraum zwischen Genehmigung und Inbetriebnahme wird immer länger. Im Mittel dauerte die Anlagenrealisierung für im ersten Halbjahr fertiggestellten Anlagen 31 Monate. Großen Einfluss hat der Zeitraum zwischen Genehmigung und Zuschlagserteilung in einer Ausschreibung. Nach einem Zuschlag in einer Ausschreibung dauert es im Mittel noch 20 Monate bis zur Inbetriebnahme. Aber auch Änderungsverfahren und Klagen gegen die Projekte verlängern die Realisierungsdauer. Derzeit mehren sich laut Fachagentur Wind und Solar die Hinweise, dass sich die Genehmigungsprozesse für Großraum- und Schwertransporte zunehmend zum Engpass für die Errichtung von Windenergieanlagen und anderen Infrastrukturprojekten entwickeln. Hinzu kommt, dass fertig errichtete Anlagen aufgrund von Netzanschlussproblemen erst deutlich später in Betrieb genommen werden.

Besorgnis wegen anstehender Weichenstellungen

Anlässlich der Vorstellung der Zahlen zum Windkraftausbau äußerte BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek die Sorge der Branche, dass die aktuellen Gesetzesentwürfe nicht für die investitionssicheren Rahmenbedingungen sorgen, die für den weiteren Erfolg der Onshore-Windenergie notwendig sind. Die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums drohten, den Ausbau der Windenergie empfindlich auszubremsen und so Deutschlands fossile Abhängigkeit zu zementieren.

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