Windkraft an Land: Weniger Anlagen, mehr Leistung dank Repowering

Ältere Windenergieanlagen werden immer öfter durch moderne Anlagen ersetzt. Die positiven Effekte sind groß: Bereits erschlossene Flächen werden effizienter genutzt, indem weniger Anlagen mit mehr Leistung höhere Stromerträge erzielen.
07.07.2026 – Der Repowering-Anteil an der neu installierten Windenergieleistung steigt kontinuierlich. Fast ein Viertel des Gesamtzubaus wurde in den vergangenen zehn Jahren im Rahmen von Repowering in Betrieb genommen. Die Zahlen für den Zeitraum Januar 2023 bis April 2026 sind sogar noch spektakulärer, wie ein Faktenpapier der Fachagentur Wind und Solar darlegt.
Im Genehmigungszeitraum Januar 2023 bis April 2026 untersuchte die Agentur insgesamt 1.708 Repowering-Anlagen, mit denen 2.327 Bestandsanlagen ersetzt werden. Trotz einer um 27 Prozent geringeren Anlagenzahl verdreifacht sich durch das Repowering die Stromerzeugungsleistung von 3.314 auf 10.127 Megawatt. Mit Blick auf die spezifische Generatorleistung der Anlagen vervierfacht sich diese von durchschnittlich 1,4 Megawatt pro Altanlage auf durchschnittlich 5,9 Megawatt je Neuanlage. Die neuen Anlagen sind nahezu doppelt so hoch wie alten. Zum Faktenpapier
Anteil der Repowering-Leistung am jährlichen Brutto-Zubau
Die Hälfte der untersuchten Neuanlagen ersetzt Bestandsanlagen im Verhältnis eins zu eins. Bei 42 Prozent der Neuanlagen ist dieses Verhältnis größer eins, sprich, es werden mehr Altanlagen am Standort stillgelegt als neue Anlagen gebaut. Lediglich in sieben Prozent der Fälle werden durch das Repowering mehr Anlagen errichtet als zurückgebaut.
Die meisten Repowering-Vorhaben verzeichnet Niedersachsen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein – Regionen, in denen der Windkraftausbau frühzeitig Fahrt aufnahm.
Schnellere Genehmigungsverfahren
Die Vermutung liegt nahe, dass Repowering auch deshalb so erfolgreich ist, weil die immissionsschutzrechtlichen Verfahren um einiges leichter sind und schneller gehen als für Anlagen an bisher windkraftfreien Standorten. Im Schnitt vier Monate schneller gehen die behördlichen Zulassungsverfahren für die Projekte.
Windpark Trendelburg - Vier Altanlagen ab-, zwei neue aufgebaut
Ein Beispiel für die oben beschriebenen aggregierten Zahlen liefert ein Repowering-Projekt der naturstrom AG. Im nordhessischen Trendelburg baut der Öko-Energieversorger vier Altanlagen mit insgesamt 2,5 Megawatt zurück und errichtet zwei neue Anlagen mit zusammen 14 Megawatt Leistung. Die aktuellen Bauarbeiten sind bereits der zweite Repowering-Abschnitt in besagtem Windpark. Schon 2020 hatte der Öko-Energieversorger zwei Bestandsanlagen eines gemeinsam mit Bürgerenergie-Partnern betriebenen Parks zurückgebaut und durch drei neue Anlagen mit der sechsfachen Leistung ersetzt.
„Die Gemeinde verdient weiterhin an jeder Kilowattstunde mit – dank der Leistungssteigerung und der durch das EEG ermöglichten Kommunalbeteiligung in Zukunft mehr denn je“, beschreibt Felix Genze, Geschäftsführer der NaturStromProjekte GmbH, die Vorteile für die Gemeinden. Neben der Standortgemeinde, die sich allein durch die beiden neuen Anlagen über jährliche Einnahmen von rund 50.000 Euro sowie zusätzlich Gewerbesteuer freuen kann, profitieren auch die Nachbargemeinden anteilig. pf




















































